Grassau – Viel ehrenamtliche Arbeit steckt in dem Bienenschauhaus des Imkervereins Grassau, der sich nicht nur der eigenen Arbeit, sondern auch der Nachwuchsförderung widmet. Mit einem kleinen Fest, bester Verpflegung und einem Tag der offenen Tür wurde die Erweiterung des imposanten Bienenschauhauses gefeiert.
Als der Imkerverein Grassau sein Lehr- und Bienenschauhaus am Obstlehrpfad 2018 eröffnen konnte, waren viele beeindruckt, denn zum ersten Mal war es möglich, den fleißigen Immen bei ihrer wertvollen Arbeit zuzusehen. Mit diesem Haus wurde es auch möglich Jungimker auszubilden, und so setzt sich der Verein stark für die Imkerei ein. Im vergangenen Jahr wurde dieses Bienenschauhaus um einen Anbau von 20 Quadratmetern erweitert. Ziel war es, alle anfallenden Arbeiten rund um die Imkerei im Haus erledigen zu können. Viele ehrenamtliche Stunden investierten die Mitglieder, um den Bau möglichst kostengünstig erstellen zu können.
Bei der offiziellen Eröffnung dankte Vorsitzende Petra Reiter ihren Vereinsmitgliedern für die tatkräftige Unterstützung, ohne die ein solches Projekt nicht zu realisieren gewesen wäre. Sie freute sich über den Besuch mehrerer Imkervereine aus der Region. Mit dem Anbau sei es nun möglich, alle im Laufe des Bienenjahres anfallenden Arbeiten im Haus zu bewerkstelligen. Dafür sei nun endlich genügend Platz. Es sei sogar noch Stauraum vorhanden. Dieser Anbau erleichtert auch die Arbeit mit den Neuimkern. „Ganz wichtig ist auch der Platz für eine Eckbank, für den Erfahrungsaustausch aber auch für einen Ratsch“, sagte sie. Für den doch kleinen Verein mit 77 Mitgliedern sei dies eine große Herausforderung gewesen.
Dank für die
Unterstützung
Gefreut habe sich der Verein über die großzügige Unterstützung aus der Bevölkerung. Sehr viele hatten auf den Spendenbrief reagiert. Sie dankte auch der Gemeinde für die Unterstützung, für die Holzspende und für die kostenlose Überlassung des Platzes. An Bürgermeister Stefan Kattari gerichtet, betonte sie: „Es ist toll, wie die Gemeinde ihre Vereine unterstützt!“
Weitere Hilfe kam vom Ökomodell Achental, das über das Regionalbudget im Rahmen der Förderung von Kleinprojekten das Projekt unterstützte. Im Bienenhaus könne einem Schauvolk gefahrenlos zugesehen werden. Um dieses Leben der Bienen auch zu erklären, leisten Xaver Schreiner und Otto Dufter viel. Sie sind fast jeden Samstag vor Ort, wenn in den Sommermonaten auch Touristen das Haus besuchen, oder sie informierten Schulklassen und Kindergartengruppen, sagte die Vorsitzende. Der Grassauer Imkerverein bildet auch aus, sodass die Zahl der Imker wie auch der Bienenvölker, die wertvolle Bestäubungsarbeit leisten, wächst.
Bürgermeister Stefan Kattari lobte den Imkerverein für sein Engagement, das weit über die eigentliche Vereinsarbeit hinausgeht. „Ihr schafft eine wunderbare Möglichkeit, das Leben der Bienen zu erleben. Das unterstützt die Gemeinde gerne.“ Ein großes Lob galt den vielen Frauen, die hier ihre Arbeit machen und dies sei nicht nur an die Frauen im Vorstand des Vereins gerichtet. „Schließlich sind es im Bienenvolk nur Frauen, die arbeiten“, so Kattari.
Voll des Lobes war auch der Vorsitzende des Verbands Bayerischer Bienenzüchter, Franz Vollmaier. Ihm gefiel vor allem die Öffentlichkeitsarbeit des Vereins, aber auch die Ausbildung von Neu- und Jungimkern sei hervorzuheben. Für die gewünschte Eckbank hatte er einen Obolus dabei. Gleichwohl freute sich Luise Mitterreiter, Vorsitzende des Kreisverbands Bayerischer Bienenzüchter. „Wir sind stolz auf euch“, sagte sie und konnte ebenfalls für die Einrichtung ein Geldgeschenk überreichen.
Viele Grassauer und Gäste nutzten den Tag der offenen Tür, um das Bienenschauhaus zu besichtigen. Xaver Schreiner, dem die Bauleitung oblag, informierte, dass der 20 Quadratmeter große Anbau dank einer kleinen PV-Anlage völlig autark betrieben werden kann. Der Strom reiche, um die Honigschleuder zu bedienen und für das Licht. Wasser erhalte man über Wassertanks. Bau und Ausstattung wurden aus langlebigem Holz gefertigt.
Kosten liegen
bei rund 20000 Euro
Über die Kosten informierte Kassenwart Martin Plenk. Rund 20000 Euro habe der Anbau gekostet, davon werden rund 10000 Euro über das Regionalbudget gefördert. Weitere 10000 Euro galt es, aus Spenden und aus Eigenmitteln zu finanzieren. Nicht in der Berechnung enthalten sind die vielen ehrenamtlichen Stunden. Ohne diese, so Martin Plank, wäre der Anbau wohl um das Doppelte teurer gekommen und kaum zu stemmen gewesen. tb