Stimmungsvolles „Seerosengeflüster“ am Weinbergsee

von Redaktion

Annette Hartmann und Jana Schwiede unterhalten mit Geschichten und Anekdoten bei einer kleinen Wanderung

Seeon-Seebruck – Rund 30 interessierte Gäste aus nah und fern waren zum „Seerosengeflüster“ nach Seeon gekommen, um bei einer kleinen Wanderung um den Weinbergsee den Geschichten der Erzählerinnen Annette Hartmann und Jana Schwiede von der Gruppe „Erzähl GUT“ zu lauschen. Entlang des Seerosenwegs wurden Geschichten von uralten Zeiten, geheimnisvollen Frauen, Fürsten und Zaren sowie den ehemaligen hiesigen Heilbädern und dem guten Geist des Weins erzählt.

Nördlich des ehemaligen Benediktinerklosters Seeon begann Hartmann mit der wundersamen Entstehungsgeschichte der Seerose, in der der Sternenhimmel eine entscheidende Rolle spielte. Schwiede begeisterte anschließend mit einer Liebesgeschichte über eine Seerose. Schwiede verriet mit einem Schmunzeln, dass Mönche und Nonnen einst eine Seerosenessenz zu sich genommen hätten, um ihre Keuschheit zu schützen, bevor es über die hölzerne Brücke in den Ortsteil Bräuhausen weiterging.

In einer der bedeutendsten Eiszerfallslandschaften des bayerischen Alpenvorlandes erzählte Hartmann neben einer Heinrich-Kirchner-Figur vom Eiskönig und Sonnenkönig, die seit jeher um die Vorherrschaft in der Welt stritten.

Die nächste Erzählstation lag unterhalb des Weinbergs, unweit des altehrwürdigen Bier- und Weinkellers des Klosters. Hartmann erzählte vom Geist eines einst im See ertrunkenen Menschen, der in Gestalt eines „Fremden“ Kontakt mit einem Angler aufnahm. Nach einem Märchen von einem Bauern ging es weiter zur Mozarteiche, die einst bereits von Wolfgang Amadeus Mozart und Michael Haydn besucht worden sein soll. Ganz im Zeichen der Zaren und der herzoglich Leuchtenbergschen Familie, in deren Besitz sich das Kloster Seeon von 1852 bis 1934 befand, stand die Erzählstation am Friedhof der Walburgiskapelle, wo viele Familienmitglieder und auch die vermeintliche Zarentochter Anastasia Monahan ihre letzte Ruhestätte gefunden haben.

Eva Wittmann verwies hier auf den „Leuchtenbergtag – Tag der Ortsfreundschaften“ am 11. Oktober, den heuer die Gemeinde Seeon-Seebruck ausrichtet. Am 12. Oktober werde dann vor Ort noch der Geburtstag von Nicolaus von Leuchtenberg gefeiert.

Abschließend erinnerte Schwiede östlich der ehemaligen Klosterkirche an die einst in diesem Bereich befindliche Schwefelquelle. Um deren heilkräftige Wirkung hätten einst schon die hiesigen Mönche gewusst, ihr Geheimnis aber lange Zeit für sich behalten. Im 19. Jahrhundert sei das florierende Mineralbad Seeon dann zu einem Anziehungspunkt für Kurgäste geworden, auch weil Amélie von Leuchtenberg, die das Kloster Seeon 1852 erworben hatte, den Betrieb modern ausbauen ließ.

Wer die bisherigen „Seerosengeflüster“-Ausgaben verpasst hat, dem bietet sich am Montag, 29. September, noch eine Gelegenheit. mmü

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