1881 eröffneten die Königlich Bayerischen Staatseisenbahnen exklusiv für den bayerischen König Ludwig II. den Bahnhof Rimsting. Normale Personenzüge hielten dort nicht. Für die Majestät war hier der Umsteigeplatz, um die Baustelle des Schlosses Herrenchiemsee zu besuchen. Der menschenscheue Monarch wollte unauffällig den Baufortschritt seines Schlossneubaues (1878 bis 1886) auf der Herreninsel erleben. So wartete er in einem Pavillon am Bahnhof, im sogenannten „Königssalon“, bei einer Tasse Schokolade auf die Kutsche, die ihn bei Anbruch der Dunkelheit an eine einsame Stelle am Urfahrner Chiemseeufer brachte. Von dort ließ er sich zur Herreninsel hinüberrudern. Nach dem Tod des Königs wurde der Wartesaal-Pavillon 1887 abgetragen und in einfacherer Form in Prien am Bahnhof wieder errichtet. Am Standort des ehemaligen „Königsbahnhofs“ wurde 1911 die Haltestelle Rimsting „zur Abfertigung von Personen, Reisegepäck und Hunden“ eröffnet. Sechs Züge hielten damals täglich in Rimsting, die nicht nur Einheimische und Waren transportierten, sondern auch die ersten Urlauber in die Region brachten. Heute rollen täglich 106 Personenzüge und etwa 20 Güterzüge mit 30 bis 50 Waggons durch den stillgelegten Bahnhof Rimsting. Im Jahr 1981 hatte der letzte Personenzug in Rimsting gehalten. Im ehemaligen Bahnhofsgebäude befindet sich heute ein Restaurant. An die „königliche Zeit“ des Rimstinger Bahnhofs erinnert eine Gedenktafel an der Königslinde, die als Erinnerung an den Wartesaal-Pavillion des Königs gepflanzt wurde, sowie eine Stele, die die Gemeinde Rimsting 1995 errichtete.Fotos Nußbaum