„Sammeln ist etwas, das uns verbindet“

von Redaktion

Die Sonderausstellung „angesammelt“ im Heimatmuseum Prien zeigt in 77 Werken einen Querschnitt der Schätze des Museums und gibt einen spannenden Einblick in dessen Sammlungstätigkeit.

Prien – „Angesammelt“ – der Titel der aktuellen Sonderausstellung im Heimatmuseum Prien klingt schlicht, aber sehr menschlich, so Priens Bürgermeister Andreas Friedrich bei der offiziellen Eröffnung der Ausstellung am vergangenen Samstag. „Sammeln ist etwas, das uns alle verbindet. Jeder von uns ist bewusst oder unbewusst ein Sammler.“ Kinder würden zum Beispiel Steine oder Tannenzapfen sammeln, Erwachsene dann Bücher, Fotografien oder einfache Dinge des Alltags.

Museum als kulturelle
Schatzkammer

Und so wird auch für das Heimatmuseum Prien seit dem Jahr 1913 gesammelt. Damals wurde auch der Grundstein für die historische Galerie der Chiemseemaler gelegt.

„Was damals begann, hat sich durch Schenkungen, Nachlässe und gezielte Ankäufe zu einer der bedeutendsten öffentlichen Sammlungen in der Region entwickelt“, führte Andreas Friedrich weiter aus. Seinen Dank richtete er an den Kulturförderverein, dessen Neuerwerbungen kraft Satzung der Sammlung des Marktes Prien zugehen, an die Unterstützer, von denen einige im Publikum saßen, sowie an die Künstler, ohne deren Schaffen diese kulturelle Schatzkammer nicht existieren würde.

Ein besonderer Dank des Bürgermeisters galt Museumsleiter Karl Aß, der sich mit Sachverstand und Herzblut für die Ausrichtung des Museums verantwortlich zeigt. Friedrich betonte: „Wenn wir die aktuelle Ausstellung betrachten, erleben wir nicht nur künstlerische Qualität, sondern auch genau diese Sorgfalt, mit der das Museum Prien seine Sammlung erweitert und ausrichtet.“

Die ausgestellten Werke sollen ein Spiegelbild des neuen Sammlungskonzepts darstellen, das Karl Aß in seiner Einführung zur Sonderausstellung erläuterte. Sollten Museen vor Jahren noch alles Historische sammeln, so werden sie heute dazu angehalten, nur zu sammeln, was regional oder sammlungshistorisch von Bedeutung ist.

Am Anfang stand die
Idee eines Apothekers

So wurde auch für das Heimatmuseum Prien ein neues Sammlungskonzept erstellt: Gesammelt werden jetzt Dokumente und Objekte zur Geschichte, der Kultur-, Kunst- und Kirchengeschichte vor allem von Prien, aber auch des westlichen Chiemgaus, der ehemaligen Herrschaften Hohenaschau und Wildenwart sowie der Klöster Herren- und Frauenchiemsee und zur Volkskunde des Chiemgaus. Und vor allem Dokumente, Bilder und Skulpturen der Künstlerlandschaft Chiemsee, insbesondere der Chiemseemaler des 19. und 20. Jahrhunderts und hier insbesondere der Künstlergruppe „Die Welle“ und der „Frauenwörther“.

Zu Beginn seiner Einführung in die Ausstellung hatte Karl Aß nochmals an das Gründungsjahr 1913 erinnert. An den genialen Gedanken des Apothekers Dr. Paul Weinhart, einem der Museumsgründer, bedeutende und bekannte Künstler der damaligen Zeit, wie Karl Raupp und Josef Wopfner, anzuschreiben und um Bilder für eine künftige Galerie der Chiemseemaler zu bitten. Diese Bilder bildeten zusammen mit Werken von Hugo Kauffmann und der Sommerfrischlervereinigung „Bären und Löwen“ den Grundstock der Sammlung, die nach 1945 mit Werken zahlreicher regional und überregional bekannter Maler und Bildhauer erweitert wurde. Heute bildet die Galerie der Chiemseemaler das Zentrum des Museums und zieht auch internationale Besucher an.

Mit den 77 Werken der aktuellen Ausstellung „angesammelt“ zeigt das Museum jetzt einen Querschnitt der Sammlungstätigkeit der letzten Jahre, vor allem der beiden vergangenen Jahre. Anhand von einigen Beispielen aus verschiedenen Epochen erläuterte Karl Aß die Bedeutung dieser Werke für die Sammlung und wies wie vorher schon Bürgermeister Friedrich darauf hin, dass ohne die Unterstützung durch Schenkungen und Spenden von Privatpersonen und Stiftungen wie die Herta-und-Willy-Simson-Stiftung der Erwerb so vieler wertvoller Werke für das Museum nicht möglich gewesen wäre.

Pro Jahr mehrere
Sonderausstellungen

Dass alle angesammelten Werke niemals gleichzeitig der Öffentlichkeit gezeigt werden können, bedeutet aber nicht, dass sie nur im Keller landen.

Pro Jahr präsentiert das Museum vier bis fünf sorgsam zusammengestellte Sonderausstellungen, die überwiegend aus Depotbeständen bestückt werden. Es gibt immer einen Wechsel an Objekten, um das Museum lebendig und in Zeiten von Geldknappheit der Kommunen überlebensfähig zu machen.

Die Ausstellung „angesammelt“ ist ebenso wie die Studioausstellung von Lenz Hamberger noch bis zum 26. Oktober zu den Öffnungszeiten des Museums Dienstag bis Sonntag von 13 bis 17 Uhr zu besichtigen.

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