Grabenstätt/Bergen – Seit Mitte August wussten die Menschen im Pfarrverband Heiliger Franz von Assisi Bergen-Erlstätt-Grabenstätt-Vachendorf, dass ihr langjähriger Seelsorger Pater Vasile Dior sie bald verlassen und in den Landkreis Rosenheim wechseln wird. Am vergangenen Samstagabend wurde er nun im Rahmen eines feierlichen Gottesdienstes in der Grabenstätter Pfarrkirche St. Maximilian im Beisein von vielen Gläubigen aus allen vier Pfarrgemeinden verabschiedet.
Doch es ist zum Glück kein Abschied aus dem Chiemgau, denn der Pfarrer lenkt zukünftig den Pfarrverband Halfing-Höslwang-Söchtenau. Für den allseits geschätzten Pfarrer war der Abschiedsgottesdienst ein besonderer Moment, denn nach 14 Jahren in den vier Pfarreien Bergen, Erlstätt, Grabenstätt und Vachendorf – zuerst als Kaplan, dann als Pfarrer – wechselt er nun erstmals in Deutschland seinen Wirkungskreis. „Viele Wege, viele Begegnungen, viele gemeinsame Gottesdienste und Feste haben mein Leben und meinen Glauben bereichert. Ich habe mich hier zu Hause gefühlt und durfte mit euch gemeinsam Glauben gestalten – das bleibt für immer ein Teil meines Lebens“, betonte Pater Vasile Dior. Er sei nicht nur in die Sprachschule gegangen, sondern auch in die Schule des Lebens und habe dabei viel gelernt.
Auch um nicht von seinen Gefühlen und Emotionen übermannt zu werden, entschied sich Pater Vasile Dior, die vielen Erinnerungen lieber still in seinem Herzen zu tragen und den Fokus in seiner Predigt auf den Glauben und die Kirche zu legen. Landauf, landab gebe es immer häufiger leere Kirchenbänke, weniger getaufte Kinder, weniger Firmlinge, weniger in der Kirche geschlossene Ehen, die Zusammenlegung von Pfarreien sowie geschlossene und umfunktionierte Gotteshäuser. Dafür verantwortlich sei nicht nur die demografische Entwicklung und die Kirchenpolitik, der tiefere Grund liege woanders. „Der Glaube verliert an Kraft, wenn er nicht mehr gelebt wird“, gab der Pater zu bedenken. Die Leitung des Pfarrverbandes übernimmt nun Pater Andrei Mirt, der vielen Gläubigen in den hiesigen Pfarreien bestens bekannt ist. mmü