Chieming – Rund 80 geladene Gäste folgten der Einladung der CSU zum Sommerfest in Chieming. Eingeladen waren CSU-Bürgermeister, Ortsvorsitzende und Verantwortliche in den Arbeitskreisen. Kreisvorsitzender Siegfried Walch machte deutlich, dass es bewegte Zeiten für die CSU seien und spielte damit auch auf die verlorene Landratswahl für den Landkreis Traunstein an.
Große Bühne
für Peter Ramsauer
Es sei für ihn persönlich, aber auch politisch eine schwierige Situation. Nun sei man durch zwei Monate harte Analyse gegangen und habe die richtigen Schlüsse gezogen. Man wolle bei den anstehenden Wahlen im kommenden Jahr zeigen, dass „wir eine Mannschaft sind“, beschwor er unter Applaus der Anwesenden die Zusammengehörigkeit. „Die Menschen haben kein Verständnis für Parteien, die sich mit sich selbst beschäftigen. Wir werden nicht stärker, wenn wir uns gegenseitig schwächen. Wir brauchen Geschlossenheit!“, sagte Walch. Die CSU stünde für Werte wie Eigenverantwortung, sozialer Zusammenhalt, Fortschritt und Tradition.
Ruhpoldings Bürgermeister Justus Pfeifer, im Kreistag einer der Stellvertreter in der CSU-Fraktion, nutzte die Gelegenheit, Walch als langjährigen Landrat des Landkreises Traunstein zu danken. Man habe lange gut zusammengearbeitet, das Miteinander zwischen Landrat und CSU-Fraktion, aber auch mit der Jungen Liste habe gut funktioniert. Mit dem nicht ganz ernst gemeinten Geschenk eines Besens formulierte er den Fraktionswunsch, in Berlin einmal richtig „rauszukehren“.
Einen breiten Rahmen des Sommerfestes nahm die Würdigung der politischen Arbeit von Bundesverkehrsminister a.D. Peter Ramsauer ein. „Es ist uns ein besonderes Anliegen, ‚danke‘ zu sagen“, sagte Siegfried Walch, der seit April dieses Jahres als gewählter Bundestagsabgeordneter Nachfolger Ramsauers im Amt ist. Der Traunwalchener habe viel für die Heimat, für Deutschland und auch die CSU getan. „Die Region hat sich auf dich verlassen können“, sagte Walch zu Ramsauer, der 1990 in den Bundestag eingezogen war und dieses Mandat bis März dieses Jahres ausübte. Er stellte politische Meilensteine seines Wirkens heraus und nannte exemplarisch das Vorantreiben des erforderlichen A8-Ausbaus oder die umfangreichen Ausbau- und Modernisierungsarbeiten der Bahnhöfe und des Schienenverkehrs. „Mit Peter Ramsauer sind wir nie auf verlorenem Posten gestanden. Du warst immer da“, betonte er die Verlässlichkeit des gelernten Müllermeisters. „Du bist einer der renommiertesten Politiker in Deutschland.“
Der im März ausgeschiedene Bundestagsabgeordnete betonte, dass er das Rentner- und Pensionistendasein genieße. Er erzählte so manche Anekdote aus 35 Jahren Bundestagszugehörigkeit und nannte das jetzige gesellschaftliche und weltpolitische Umfeld eine „verdammt schwierige Zeit“.
Er freue sich, dass er die dreieinhalb Jahrzehnte im Berliner Politzirkus „unfallfrei“ und ohne Skandale und Affären überstanden habe. „Ich wollte immer die Bodenhaftung behalten und Maß und Mitte halten.“ Er bedankte sich bei seinen zumeist langjährigen Mitarbeitern, allen voran bei seiner Wahlkreisreferentin Marlene Weber – Letztere leitete das Büro in Traunwalchen über knapp dreieinhalb Jahrzehnte. In seiner politischen Tätigkeit habe ihn seine Familie nach besten Möglichkeiten unterstützt und Entbehrungen in Kauf genommen. Sie sei für ihn ein großer Rückhalt gewesen.
Bodenhaftung
mit Maß und Mitte
In seinem „Unruhestand“ wolle er sich weiter einbringen und in den Dienst der CSU stellen. „Die Landschaft ist ein Geschenk des Himmels, der Rest ist harte Arbeit.“ Der vom Deutschen Patentamt für ihn geschützte Slogan sei auch sein Motto für sein künftiges politisches Engagement, sagte Ramsauer, der seit 1984 im Kreistag sitzt. Seinen Ausführungen folgten stehende Ovationen und ein minutenlanger Applaus der CSU-Familie. Dass sich „Heimat“ auch musikalisch gut anhört, stellte die Herzblut-Musi aus Inzell mit bayerischen Klängen gekonnt untermalend unter Beweis.