Rimsting – Ein bisschen gehen sie noch, die Sommerferien. Doch ab dem 16. September heißt es dann für Kinder, Jugendliche und Lehrkräfte wieder: Ab in die Schule. In diesem Jahr 2025/26 müssen auch die Kommunen und Träger nochmal ordentlich anpacken. Denn ab dem 1. August 2026 wird bundesweit ein Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung für Kinder im Grundschulalter eingeführt.
Zunächst für die Erstklässler im Schuljahr 2026/2027, heißt es vonseiten des Bayerischen Familienministeriums. Weiter bis zum Schuljahr 2029/2030 wird dieser Anspruch für alle Kinder der ersten bis vierten Klassenstufe erweitert.
Einklagbarer
Rechtsanspruch
Das bedeutet, dass mit dem Schuljahr 2027/2028 die Kinder der ersten und zweiten Klassenstufe einen einklagbaren Rechtsanspruch haben, mit dem Schuljahr 2028/2029 die Kinder des ersten, zweiten und dritten Jahrgangs und mit dem Schuljahr 2029/2030 dann alle Kinder im Grundschulalter. Ein enormer Kraftakt. Denn dafür müssen die Gemeinden die nötigen Räumlichkeiten aufbringen, aber eben auch das Personal. Rimsting zeigt sich hier gut gerüstet, wie Erster Bürgermeister Andreas Fenzl auf Nachfrage sagt: „Wir sind froh, dass wir schon so weit sind und den Bedarf abdecken können.“
Im Jahr 2020 wurde in der Gemeinde ein neugebauter Hort mit Bücherei eröffnet. Somit wurde Platz für etwa 50 Kinder geschaffen. „Wir haben aber im ersten Betriebsjahr gemerkt, dass wir komplett voll sind, und Überbelegung haben“, sagt Fenzl.
Daher wurde ein Teil des ehemaligen Raiffeisenbank-Gebäudes angemietet und umgebaut. Doch auch hier stellte die Gemeinde nach nur zwei Jahren fest: Die Auslastung ist am Limit. Eine dritte benachbarte Immobilie wurde für die Schulkinderbetreuung angemietet. „Damit können wir den Bedarf gut abdecken“, fügt Bürgermeister Andreas Fenzl hinzu.
Über 100 Kinder könne die Gemeinde somit in den drei Einrichtungen versorgen. Viel Kosten und Mühen waren dafür nötig, doch jetzt gibt es Unterstützung vom Freistaat. 50714 Euro gehen nach Rimsting als nachträgliche Förderung für den Ausbau der ehemaligen Raiffeisenbank. Eine Hilfe oder doch eher ein Tropfen auf den heißen Stein? Auf diese Frage antwortet Bürgermeister Andreas Fenzl: „Wir haben Glück gehabt, weil einen neuen Grund zu erwerben und zu bauen ist teurer als ein bestehendes Gebäude umzubauen. Die gut 50000 Euro sind hier schon ein Segen.“
Bayernweit gibt es Hilfe vom Freistaat. „Im Landesförderprogramm Ganztagsausbau stehen dafür 461 Millionen Euro bereit“, heißt es dazu in einer Pressemitteilung von der bayerischen Familienministerin Ulrike Scharf. Zudem sei die Bayerische Staatsregierung bereits seit 2020 mit dem bayerischen Hortprogramm in Vorleistung gegangen und habe die Kommunen mit Landesmitteln in Höhe von rund 67 Millionen Euro unterstützt. Der Bund stelle den Ländern darüber hinaus ab dem Kalenderjahr 2026 Mittel im Rahmen des Finanzausgleichs zur Verfügung. Doch neben Räumlichkeiten braucht es ebenso ausreichend Personal für die Betreuung. In Rimsting sei man hier auch gut gerüstet. „Natürlich kämpfen wir hier wie in anderen Bereichen und wie andere Gemeinden. Aber wir haben das Glück, dass wir Stellen bisher immer schnell besetzen konnten“, erklärt Bürgermeister Fenzl.
Auch für die Zukunft sieht er die Gemeinde gut aufgestellt. „Wir haben aktuell eine sehr hohe Grundschülerzahl“, sagt Fenzl. Letztes Jahr waren es demnach 170 Kinder, Jahrgangsstufen waren sogar doppelt belegt. Zwar werde es in Zukunft auch starke Jahrgänge geben, aber die Spitze sei jetzt erreicht. Man gehe eher davon aus, dass die Zahl der Schüler weniger werde. „Was die Abdeckung der Ganztagsbetreuung angeht schauen wir also positiv in die Zukunft.“