„Gewinn“ von mehr als 1,8 Millionen Euro

von Redaktion

Er betrieb in der Region einen schwunghaften Drogenhandel, besaß zahlreiche Waffen und machte mit seinen kriminellen Geschäften hohe Gewinne. Nun wurde ein 47-jähriger Dealer vor dem Landgericht Traunstein zu einer Haftstrafe und einer Therapie verurteilt.

Traunstein/Vogtareuth/Marquartstein – Seit mindestens zehn Jahren betrieb ein 47-Jähriger einen schwunghaften Handel mit Betäubungsmitteln im Raum Babensham und Vogtareuth, ehe er Mitte Januar 2025 festgenommen wurde. In seiner Wohnung fand die Polizei neben großen Drogenmengen auch Bargeld, Gold und Silber sowie ein Arsenal an Waffen.

Die Siebte Strafkammer am Landgericht Traunstein mit Vorsitzender Richterin Christina Braune verurteilte den geständigen Angeklagten nun zu achteinhalb Jahren Haft und ordnete die Unterbringung in einer Entzugsklinik an.

Therapie zur
Auflage gemacht

Vor Antritt der Therapie muss der 47-Jährige drei Jahre und acht Monate in einem Gefängnis verbüßen. Hält er die Therapie nicht durch, muss er die gesamte Strafe in einer Justizvollzugsanstalt absitzen.

Der Angeklagte und sein Verteidiger, Andreas Leicher aus Rosenheim, sowie die Staatsanwaltschaft nahmen das Urteil an, das eine ganze Reihe von Drogenstraftaten, „bewaffnetes Handeltreiben mit Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge“ und „unerlaubten Besitz von Waffen und Schusswaffen“ umfasste.

Zwei der insgesamt elf Anklagepunkte in Sachen Rauschgift hatte die Kammer mit Blick auf die verbleibenden Vorwürfe zuvor eingestellt. Dadurch reduzierte sich der gesetzliche Wertersatz an die Staatskasse etwas. Es verblieb der enorme Betrag von etwas über 1,8 Millionen Euro – als „Gewinn“ aus den kriminellen Geschäften.

Umfassendes
Geständnis abgelegt

Ein Teil der Vorwürfe war bei der Anklageerhebung bereits verjährt. Durch das umfassende Geständnis bestätigte der 47-Jährige den Erwerb von rund 20 Kilogramm Haschisch oder Marihuana alle zwei bis drei Monate in der Zeit zwischen 2020 und 2024 – insgesamt circa 500 Kilogramm – und von zusätzlich einem Kilogramm Kokain von einem Rauschgifthändler namens „Carlos“.

Zwischen 2017 und 2022 kaufte und verkaufte der 47-Jährige zwei Kilogramm Kokain, das er von einem „Rudi“ aus der Oberpfalz hatte, zum Kilopreis von 46000 Euro.

Von einem vom Landgericht Traunstein zu einer mehrjährigen Haftstrafe verurteilten Lieferanten aus Marquartstein bezog er 2023 und 2024 insgesamt fast 100 Kilo Marihuana, gut zwei Kilo Haschisch und fünf Kilo Kokain zum gewinnbringenden Weiterverkauf.

Bei Wohnungsdurchsuchungen am 15. und 16. Januar 2025 stießen Ermittler der Kripo Rosenheim und der Kripo Traunstein in der Wohnung des Dealers auf knapp 31000 Bargeld, vier Kilo Silberbarren, fünf Kilo Silbermünzen, elf Goldmünzen, Gold und Silber in Plättchenform, einen Goldarmreif und 20 Gramm Platin. Sichergestellt wurden weiter über vier Kilo Haschisch, nicht ganz ein Kilo Kokain, knapp 4,4 Kilogramm Marihuana und diverse andere Drogen in Kleinmengen.

Schusswaffen und
griffbereite Messer

Außerdem fanden die Kriminalbeamten drei scharfe Schusswaffen samt passender Munition und einen Schießkugelschreiber neben Kisten mit Marihuana im Keller vor, ein zugriffsbereites Kukri-Messer an einem Tisch neben dem Kokainblock hinter dem TV-Gerät im Wohnzimmer und einen Dolch.

Als die Ermittler das Anwesen betraten, hatte der Angeklagte zudem einen Totschläger in der Hand. Zusätzlich entdeckten die Polizeibeamten ein Notizbuch mit einer Schuldnerliste und verschiedene Utensilien zum Verpacken von Betäubungsmitteln.

In der Hauptverhandlung, die sich durch die geständige Einlassung um einen Tag verkürzte, konnte der 47-Jährige belegen, dass er Suchtprobleme hatte und ein gewisser Teil der Drogen zum Eigenkonsum diente.

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