Grassauer Frauenverein droht Auflösung

von Redaktion

Zahlreiche Angebote stehen vor dem Aus – Letzter Kinderkleidermarkt am Samstag

Grassau – Kann sich das Blatt noch einmal wenden? Kann der traditionsreiche Frauen- und Mütterverein, der so viele interessante Angebote hat, gerettet werden? Sollte sich bis Oktober keine neue Vorstandschaft finden, wird der Verein endgültig und unwiderruflich aufgelöst. Tatsache ist, dass die derzeit im Amt befindliche Vorstandschaft definitiv nicht weitermachen wird. Sollte es in der im Oktober angesetzten Jahresversammlung keine Kandidaten für die Wahl der Vorstandschaft geben, wird der Verein abgewickelt. Geschichte ist dann auch der beliebte Kinderkleidermarkt.

Langwierige
Kandidatensuche

Seit über einem Jahr wird intensiv nach Kandidatinnen gesucht. Mehrere Personen wurden angesprochen. Das Angebot des Frauen- und Müttervereins richtet sich an alle Altersgruppen. Ganz präsent war da immer der Kinderkleidermarkt, der zweimal im Jahr vom Team im Frauen- und Mütterverein durchgeführt wurde. Karin Jany gelang es immer wieder, junge Mütter zum Mitmachen zu motivieren, doch für einen Posten in der Vorstandschaft stand bisher niemand zur Verfügung. Ohne Dachorganisation lassen sich jedoch Kinderkleidermärkte nicht durchführen. Am Freitag, 19. September, wird folglich zum letzten Mal von 16 bis 18 Uhr im Heftersaal Kinderkleidung angenommen und am Samstag, 20. September, wird dieser Markt letztmalig von 10 bis 12 Uhr im Heftersaal durchgeführt. Verkaufslisten, in die die angebotene Ware mit Preisvorstellung eingetragen wird und die Annahme der Kleidung erleichtert, sind ab Montag, 15. September, im Rathaus Grassau, Zimmer 6, erhältlich. Der Kinderkleidermarkt ist ein wichtiges Angebot für junge Familien, auch im Sinne der Nachhaltigkeit.

„Wir brauchen einen Generationswechsel, frischen Wind“, sagte Regina Petermüller, die schon mehr als zwei Jahrzehnte Zweite Vorsitzende ist. „Der Verein und seine Angebote sind uns wichtig und doch können wir nicht mehr weitermachen. Es wird Zeit für neue Ideen, für neuen Schwung, vielleicht auch für neue Angebote. Der Frauen- und Mütterverein bietet dafür eine ideale Plattform“, sagte Vorsitzende Susi Speckbacher, die sich ebenfalls mehr als zwei Jahrzehnte einsetzte. Sie betont, dass eine neue Vorstandschaft völlig neu starten könnte, aber nicht ins kalte Wasser geworfen werde. Selbstverständlich würden die erfahrenen Damen mit Rat zur Seite stehen. Selbst aber noch einmal zu kandidieren, kommt nicht infrage. Man müsse auch die Chance haben, eine Führungsposition wieder abzugeben.

Es wäre schade, wenn die bestehenden Angebote von Nordic Walking über Line Dance bis hin zu Ausflügen und karitativen Angeboten wie die Kosovo-Sammlung wegfallen würden. Fleißig unterwegs sind auch die Wanderfrauen. Diese Abteilungen im Verein organisieren sich selbst, benötigen jedoch die Dachorganisation. Ohne Frauen- und Mütterverein würde sich eine Gemeinschaft auflösen. Gerne erinnert man sich im Verein an die Faschingsveranstaltungen, die Faschingshochzeiten, die Rosenmontagsgaudi-Veranstaltungen, die für und von Frauen organisiert wurden und so viel Spaß machten. Auch an die Ausflüge, die die Gemeinschaft stärkten, denken die Damen gerne zurück. Soll das wirklich nach fast 90 Jahren enden.

Unterstützung
wird garantiert

Ist eine Führung so zeitintensiv und verantwortungsvoll? Dies wird von den Vorsitzenden verneint, denn im Verein unterstützt man sich gegenseitig. Die einzelnen Sparten werden von den Leiterinnen selbstverantwortlich geführt. Es braucht nur eine Vorstandschaft, die die Fäden in der Hand hält, die Angebote zusammenführt, die einmal im Jahr einen Rechenschaftsbericht abgibt, die Mitgliederverwaltung und die Kassenführung übernimmt. Auch hierfür gibt es Unterstützung für das Ehrenamt.

Aufruf

Wer sich vorstellen kann, im Verein eine Führungsposition zu übernehmen, kann sich bei Regina Petermüller unter 08641/5574 oder bei Susi Speckbacher unter Telefon 08641/2567 melden.

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