Traunstein – Der Kaltblut-Fohlenmarkt des Pferdezuchtverbandes Oberbayern lockte am vergangenen Samstag bei idealem Spätsommerwetter tausende Besucher in den Weiler Alterfing bei Traunstein. Rund 40 Fohlen mit ihren Mutterstuten wurden bei der Veranstaltung, die von den Zuchtgenossenschaften Prien und Traunstein organisiert wurde, präsentiert, bewertet und schließlich versteigert.
Den höchsten Preis von 3950 Euro erzielte ein Stutfohlen aus der Zucht von Valentin Nowak in Traunreut, das von Lisa Hartl und Marlene Mayer aus Palling ersteigert wurde. Das teuerste Hengstfohlen von Josef Weidenspointner aus Ainring im Berchtesgadener Land wechselte für 3800 Euro den Besitzer.
40 Tiere
versteigert
Neben der Versteigerung bot ein buntes Rahmenprogramm den Gästen in Alterfing Abwechslung. An einigen Dutzend Ständen auf dem weitläufigen Veranstaltungsgelände, das die Familie Ober/Hollinger zur Verfügung stellte, präsentierten Handwerker, Kunsthandwerker sowie Hersteller von regionalen Produkten ihre Erzeugnisse.
Die meisten Aussteller zeigten sich zufrieden mit dem regen Besucherandrang an ihren Ständen. Bayerns Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber, die den Fohlenmarkt in Alterfing erstmals besuchte, betonte die Bedeutung des heimischen Handwerks und der Pferdewirtschaft als Teil der regionalen Landwirtschaft. „Bayern ohne Bauern geht nicht“, fasste sie den Stellenwert dieses Berufsstandes zusammen.
Oberbürgermeister Dr. Christian Hümmer würdigte ebenso wie Ministerin Kaniber das Engagement der Pferdezuchtgenossenschaften Traunstein und Prien bei der Organisation des Auktionstages unter dem Dach des Pferdezuchtverbandes Oberbayern. Florian Schelle, der Vorsitzende des Verbandes, moderierte die Veranstaltung, während Richard Siglreitmaier aus Wonneberg als Auktionator die Versteigerung reibungslos abwickelte. Christian Hümmer erinnerte auch daran, dass die Stadt Traunstein selbst Kaltblüter als Kutschpferde besitzt, die in Alterfing untergebracht und betreut werden.
Simon Schreiber, der Vorsitzende des St.-Georg-Vereins Traunstein, lobte die ausrichtenden Genossenschaften Prien und Traunstein für die Etablierung des Versteigerungstages in Alterfing als beliebte Veranstaltung in den vergangenen drei Jahren. Er merkte an, dass die Rosserer schneller seien als sein Georgiverein, da bereits im vierten Jahr eine Ministerin den Fohlenmarkt besuchte, während es beim Georgiritt fast 300 Jahre dauerte, bis ein so hoher politischer Besuch erfolgte.
Vor den Grußworten wurden die Fohlen bewertet und die besten mit Rosetten ausgezeichnet, wobei sich auch Ministerin Kaniber beteiligte. Nach einer Darbietung der Wolfsberger Goaßlschnalzer begann Auktionator Richard Siglreitmaier mit der Versteigerung. Der Durchschnittserlös lag am Ende bei 1667 Euro, im Vergleich zu 1585 Euro im Vorjahr. Für Stutfohlen wurden durchschnittlich 1730 Euro und für Hengstfohlen 1605 Euro geboten. Um die teuersten Tiere des Marktes entbrannten heftige Bieterduelle. Siglreitmaier äußerte sich gegenüber der Chiemgau-Zeitung zufrieden mit dem Verlauf der Auktion, merkte aber an, dass einige Fohlen etwas mehr hätten einbringen können.
Einige Besucher des Pferdetages in Alterfing hatten besonderes Glück, als bei einer Verlosung zwei Kaltblutfohlen vergeben wurden. Ferdinand Marchl und Ramona Köberl aus Rinchnach im Bayerischen Wald gewannen das eine Fohlen, während der Kammerer Feuerwehrkommandant Alois Wimmer das zweite erhielt. Wimmer hatte mit seiner Feuerwehr für eine reibungslose An- und Abfahrt zum Veranstaltungsgelände gesorgt.
Interesse
steigt stetig
Hermann Ober, der Vorsitzende der Zuchtgenossenschaft Traunstein, zeigte sich am Ende der Veranstaltung sehr zufrieden. Er betonte, dass die Attraktivität des Marktes im vierten Jahr in Folge gesteigert werden konnte und der Zuspruch von Beschickern, Interessenten und Zuschauern erneut zugenommen habe. Das Team von rund 80 Helfern, bestehend aus Nachbarn, Freunden und Aktiven der beiden Genossenschaften, habe hervorragend zusammengearbeitet und den Massenansturm an Besuchern souverän bewältigt.