Traumberuf Schauspielerin

von Redaktion

Von Kindertheater bis Hörspiel – Grassauerin Lorena Steffl ist eine vielseitige Künstlerin

Grassau – „Ich wusste schon immer, dass ich Schauspielerin werden möchte“, erzählt Lorena Steffl. Kein leichter Beruf. Brotlos, mögen manche behaupten. Und doch so wunderbar: „Ich kann in verschiedene Rollen schlüpfen, kann sein, wer ich will, und das ist schön“.

Gefordert und gefördert wurde Lorena Steffl in der Montessori-Schule, zunächst in Grassau und dann in Traunstein. Hier konnte sie ihre künstlerische Ader und ihr Talent weiterentwickeln. Auf die Frage, wann sie sich für den Beruf der Schauspielerin entschied, lacht sie nur und sagt: „Ich wusste schon in der Grundschule, dass ich Schauspielerin werden möchte.“

Wunsch seit
der Grundschule

Erste schauspielerische Erfahrungen sammelte sie im Kindertheater in Grassau. Noch gut kann sie sich da an ihre Rolle erinnern und an die Damen des Agenda-Arbeitskreises, die dieses Angebot offerierten und viele Kinder damit Theaterluft schnuppern ließen. „Ich spielte damals eine Opernsängerin in dem Stück ‚Wenn im Saal das Licht ausgeht‘“.

Auch durfte sie in München in die Kinderschauspielschule gehen und konnte in jungen Jahren Erfahrungen auf der Bühne sammeln. Mit 15 Jahren schloss Lorena Steffl die Schule ab – und dann? Ja, auf der Schauspielschule wurde man frühestens mit 17 Jahren aufgenommen. „Ich entschied mich, eine Kinderpflegeausbildung als Überbrückung zu machen“, erklärt sie. Eine Ausbildung, die ihr bei ihren Projekten mit Kindern nützt.

Mit 17 dann hieß es hinaus in die weite Welt, beziehungsweise nach Passau an die Fachakademie für Darstellende Kunst. „Das ist wie Studium und doch ganz anders“, erklärt Lorena Steffl. Man hat Unterricht in verschiedenen Fächern, lernt die deutschen Klassiker der Literatur kennen, aber auch Biomechanik und Konzentrationstraining gehören zur Ausbildung. Bühnenkampf habe ihr immer besonders viel Spaß gemacht, da ist Körpersprache besonders wichtig, berichtet die sportliche junge Frau.

Eingeteilt ist die Ausbildung in die vier großen Bereiche Körpertraining, Stimmtraining, Schauspiel und Theorie. Sehr gerne spiele sie Komödien, fühlt sich aber auch in traurigen Rollen wohl und würde zu gerne einmal eine böse Charakterrolle haben. „Die böse Hexe, die hinterlistige Intrigantin, vielleicht auch eine psychisch verwirrte Täterin, würde ich gerne spielen“, so Lorena Steffl. Personen, die einen inneren Kampf mit sich selbst erleben, zwiegespalten sind. Rollen, in die man als Schauspielerin auch etwas investieren muss.

Bei ihrem offenen Wesen kann man sich gar nicht vorstellen, dass sie auch böse agieren kann. Doch dann verzieht sie das Gesicht, sieht sehr ernst aus und man würde ihr auch diese Rollen abnehmen. Gleich schwenkt sie wieder zurück, lächelt und alles ist gut. Ja, so stellt man sich eine Schauspielerin vor. Sie kann selbstverständlich die Stimme verändern. Auch das zu lernen, gehört zur Ausbildung.

Lorena Steffl ist auf der Bühne zudem als Musikerin zu sehen. So spielt sie Querflöte in der Staudach-Egerndacher Blaskapelle, kann aber auch Klavier und Gitarre spielen. Die musisch begabte junge Frau singt zudem und hat Gesangsunterricht. Die Opernsängerin aus Kindertagen kam nicht von ungefähr.

Sie engagiert sich in ihrer Heimatgemeinde Grassau und Heimatregion. So führte sie kleine Schauspielkurse im Rahmen des Kinderferienprogramms und bot auch in der Grassauer Grund- und Mittelschule mit einer befreundeten Schauspielerin ein Theater-Projekt an. Die Grundschüler waren begeistert und führten das in nur wenigen Tagen einstudierte Stück stolz auf.

Dass dies auch einen Nachhall hat, ist für Lorena Steffl besonders schön. „Ich werde jetzt beim Einkaufen in meiner Heimatgemeinde immer von den Schulkindern freundschaftlich gegrüßt“, sagt sie. Für die Schulkinder ist sie bereits ein Star, denn sie hat den Traumberuf vieler Kinder und Jugendlicher.

„Die Arbeit mit Kindern ist so besonders, diese sind so intuitiv, so kindlich in ihrem Spiel und saugen die Informationen auf, sind aufgeschlossen. Es macht Spaß, mit den Schülern etwas auf die Beine zu stellen. Manche durchleben eine richtige Wandlung und werden durch das Theaterspiel viel offener. Sie dürfen auch einmal eine andere Person sein, mal ängstlich, mal mutig, mal laut oder leise“, erklärt sie.

Beim Kinderferienprogramm wurde ein wenig Improvisationstheater versucht. Lediglich ein Satz wurde vorgegeben und die Spielenden entwickelten selbstständig eine kleine Geschichte darum. Weitere Aufgabe war es, ihre Rollen in unterschiedlichen Gefühlslagen wiederzugeben. Natürlich war auch Fantasie gefordert. Die Schauspielerin gibt vor, gibt Tipps, erklärt, motiviert. Empathisch arbeitet sie mit den Kindern und Jugendlichen. Dies macht sie ebenfalls im Verein Integer.

In dem Projekt „Kleine Bühne Achental“, übrigens für alle Kinder mit und ohne Migrationshintergrund offen, führt sie Kinder und Jugendliche in die Welt des Theaters ein.

„Ich bin offen für alles. Egal ob Theater oder Spielfilm. Beim Theater hat man das Publikum direkt vor sich und so auch das direkte Feedback. Bei einem Film kann man dafür mehr spielen, da fährt die Kamera dichter heran, nimmt Nuancen auf.“

Wichtig ist Lorena Steffl ihre Heimat, ihre Sprache und ihre Familie, die stets hinter ihr steht und sie immer förderte. Vor der Pandemie sei es ihr egal gewesen, wohin es sie verschlägt, und damals dachte sie, sie zieht dahin, wo es das interessanteste Engagement gibt. Heute würde sie ihrer Heimat, ihrer Gemeinde nur mehr zeitweise den Rücken kehren, aber immer wieder zurückkommen. „Ich brauche nicht die große Bühne, aber das Spiel an sich.“

Kapitänin
eines Raumschiffs

In verschiedenen Produktionen hat die junge Schauspielerin bereits mitgewirkt und hat zudem immer wieder neue Projekte am Start, so wie derzeit ein Hörspiel. Drei wurden bereits aufgenommen und für das vierte und fünfte steht sie mit Freunden derzeit im Aufnahmestudio. Sie spielt die Kapitänin eines Raumschiffs und begibt sich mit ihren Freunden auf ein spannendes Weltraumabenteuer. Zu hören ist sie bereits in den Hörspielen „Tote Freunde sterben nicht“, „Lost in the blind Sea“ und „A Western Horror Story“ auf YouTube und Spotify.

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