Waldkindergarten abgelehnt

von Redaktion

Auch Eichenprozessionsspinner sorgt in Vachendorf für Aufsehen

Vachendorf – Einen Waldkindergarten für Vachendorf wird es nicht geben. Das stellte der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung im Haus der Dorfgemeinschaft klar. Bürgermeister Rainer Schroll berichtete, dass eine entsprechende Anfrage bei ihm eingegangen sei. Vorgesehen war, dass die Gemeinde selbst die Trägerschaft übernimmt. Das Gremium zeigte sich zwar aufgeschlossen gegenüber dem pädagogischen Konzept, verwies aber auf die praktischen Rahmenbedingungen. In den vergangenen Jahren seien aus Vachendorf lediglich ein bis zwei Kinder im Waldkindergarten Grabenstätt angemeldet worden. Angesichts sinkender Geburtenzahlen und rückläufiger Belegungszahlen im bestehenden Kindergarten sei eine zweite Einrichtung nicht sinnvoll.

„Das Konzept ist in Ordnung, würde bei uns aber in direkter Konkurrenz zur bestehenden Einrichtung stehen“, fasste der Bürgermeister die Diskussion zusammen. Der Rat sprach sich schließlich einstimmig dagegen aus, das Projekt weiterzuverfolgen.

Für Aufsehen sorgte auch ein Bericht des Bürgermeisters zum Befall mit Eichenprozessionsspinnern. Eine Eiche zwischen Hiensdorf und Marwang war in diesem Sommer massiv betroffen – insgesamt 178 Nester wurden entdeckt. „Bereits ab zwei Nestern spricht man von starkem Befall“, so Schroll. Zunächst hatte die Gemeinde versucht, die Raupen mit einem angeschafften Industriesauger selbst zu bekämpfen, doch bei dieser Dimension war das nicht mehr möglich. Eine Fachfirma musste beauftragt werden, die Entfernung kostete rund 4600 Euro. Der Eichenprozessionsspinner gilt nicht nur als Gefahr für Bäume, die durch Kahlfraß erheblich geschwächt werden können, sondern auch für Menschen. Die feinen Brennhaare der Raupen lösen beim Kontakt Hautreizungen, Atembeschwerden und allergische Reaktionen aus. Ein Gemeindearbeiter erlitt bei den ersten Beseitigungsversuchen tatsächlich gesundheitliche Beschwerden durch die Härchen. Besonders kritisch ist die Phase, in der die Raupen ausschwärmen und sich weiterverbreiten. Hätte man nicht gehandelt, wäre zu befürchten gewesen, dass sich der Schädling rasch ausbreitet. Da es sich bislang um einen Einzelfall im Gemeindegebiet handelt und weit und breit kein anderer Baum befallen war, war der sofortige Eingriff aus Sicht der Gemeinde zwingend notwendig. Nur so konnte verhindert werden, dass der Eichenprozessionsspinner Fuß fasst und dauerhaft im Bereich Vachendorf und weit darüber hinaus in der ganzen Umgebung zur Plage wird.jni

Artikel 10 von 11