Löschen wird weiblicher

von Redaktion

Frauen-Aktionstag bei der Feuerwehr Staudach-Egerndach

Staudach-Egerndach – Um Frauen für den aktiven Dienst in der Feuerwehr zu gewinnen, haben Feuerwehr und Gemeinde Staudach-Egerndach einen speziellen „Frauen-Aktionstag“ ins Leben gerufen. Interessierte Frauen erhielten an diesem Abend die Möglichkeit, hinter die Kulissen der Feuerwehr zu blicken und Einblicke in die vielfältigen Aufgaben der Brandschützer zu gewinnen. Ziel der Aktion war es, die Einsatzbereitschaft der Wehr durch ausreichend Freiwillige auch in Zukunft sicherzustellen.

Helfende
Hände gesucht

Bürgermeisterin Martina Gaukler betonte die Bedeutung einer gut ausgestatteten Feuerwehr mit genügend ehrenamtlichen Helfern. „Es ist mir eine Herzensangelegenheit, dass unsere Feuerwehr vernünftig ausgestattet ist und wir genügend ehrenamtliche Helferinnen und Helfer in unserer Gemeinde haben“, so Gaukler. Gemeinsam mit der Feuerwehrführung wurde die Idee zur Mitgliedergewinnung entwickelt.

Kommandant Michael Sturm ergänzte, dass helfende Hände besonders tagsüber benötigt werden, wenn viele auswärts arbeiten. Da die Wehr derzeit nur eine aktive Feuerwehrfrau zählt, sollte mit der Werbeaktion gezeigt werden, dass Frauen in der Feuerwehr willkommen sind und einen wertvollen Beitrag leisten.

Franziska Leitenbacher vom Fachbereich „Gleichstellung und Diversität“ des Kreisfeuerwehrverbandes Traunstein unterstützte die Planung und Durchführung des Abends. Sie hob hervor, dass Frauen in den Feuerwehren längst angekommen sind und einen festen Bestandteil des Einsatzdienstes bilden. Deutschlandweit engagieren sich rund 115000 Frauen in freiwilligen Feuerwehren, was einem Anteil von etwa zwölf Prozent entspricht. Im Landkreis Traunstein liegt der Frauenanteil bei etwa 13 Prozent.

Leitenbacher wies darauf hin, dass es Wehren mit noch höheren Frauenanteilen gibt. Besonders erfreulich ist die Entwicklung im Nachwuchsbereich: In den Jugendfeuerwehren im Landkreis Traunstein liegt der Mädchenanteil bei fast 48 Prozent, in den Kinderfeuerwehren sind Mädchen mit 64 Prozent sogar in der Mehrzahl. „Dies zeigt deutlich, dass Frauen in der Feuerwehr ihren Mann stehen. Deshalb ist dieser Aktionstag richtig und wichtig“, so Leitenbacher.

Zu Beginn der Veranstaltung begrüßten Martina Gaukler und Michael Sturm die Teilnehmerinnen und stellten den Ablauf des Abends vor. Anschließend besuchten die Frauen die Kleiderkammer, wo sie mit Einsatzkleidung ausgestattet wurden. Auch die Bürgermeisterin schlüpfte in eine Uniform. Danach wurden das Feuerwehrhaus und die Fahrzeuge besichtigt, wobei die Frauen die Möglichkeit hatten, sich im Schlauchausrollen und Saugschlauchkuppeln zu üben.

Unterstützung erhielten die Gastgeber von einer Frauenrunde des Kreisfeuerwehrverbandes. Vertreterinnen aus den Feuerwehren Hart, Kay, Petting und Törring berichteten von ihren Erfahrungen und Anekdoten aus teils 25-jähriger Feuerwehrkarriere, von besonderen Einsätzen bis hin zum Übungsbetrieb.

Der Abend klang in geselliger Runde am Feuerwehrhaus aus. Martina Gaukler und Gemeinderat Bastian Starflinger bedankten sich bei den Unterstützern mit kleinen Aufmerksamkeiten. Von den rund 150 eingeladenen Frauen und Mädchen konnten vier potenzielle Kandidatinnen für die aktive Wehr gewonnen werden.

Vier Teilnehmerinnen

wollen bleiben

Die Organisatoren zeigten sich zufrieden mit dem Ergebnis. „Wir freuen uns über jeden und jede Einzelne, die sich bereit erklärt, bei Notfällen für andere da zu sein und mit uns anzupacken“, resümierte Michael Sturm.

Bürgermeisterin Gaukler ergänzte: „Auch im Nachgang zu unserem Frauen-Aktionstag dürfen sich Männer und Frauen im Alter zwischen zwölf und 67 Jahren gerne unter Telefon 0176/ 84307421 oder per E-Mail an ffw-staudach-egerndach@ gmx.de bei uns melden. Ich bin davon überzeugt, dass wir für alle einen passenden Platz und die richtige Aufgabe finden“.

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