Neuer Saal für Siegsdorfer Räte

von Redaktion

Optik und Technik den modernen Anforderungen angepasst

Siegsdorf – Im Siegsdorfer Rathaus wurde der neu renovierte Sitzungssaal im Rahmen einer kleinen Feierlichkeit vor der ersten Gemeinderatssitzung nach der Sommerpause eröffnet. Bürgermeister Thomas Kamm begrüßte neben den Ratsmitgliedern, Referatsleitern und Architektin Ulrike Oel auch zahlreiche Stammbesucher der Gemeinderatssitzungen. Besonders erfreut zeigte er sich über die Anwesenheit von Altbürgermeister und Ehrenbürger Franz Maier sowie dem ehemaligen Bauamtsleiter Jakob Wölkhammer, die er als „die Bauherren des Siegsdorfer Rathauses“ würdigte.

Raum fast
40 Jahre alt

Bürgermeister Kamm betonte, dass der Raum zwar derselbe geblieben sei, Optik und Technik jedoch den modernen Anforderungen angepasst wurden. Er wies darauf hin, dass der Großteil der Modernisierungsarbeiten nun hinter Wand und Decke verborgen liege. Zudem erinnerte er daran, dass die Einweihung des damals neu gebauten Rathauses fast auf den Tag genau 38 Jahre zuvor, am 19. September 1987, stattgefunden hatte.

In einem kurzen Abriss der Historie des Platzes am Pfarrerberg, der einst von drei ortsprägenden Häusern (Heidingsfelder-, Eichner- und Doldi-Haus) geprägt war, zog Kamm Parallelen zur aktuellen Situation mit dem Bürgerhaus am Kardinal-Faulhaber-Platz. „Manchmal braucht es eben Zeit und Entwicklung“, resümierte Kamm und ging auf die nach fast 40 Jahren notwendig gewordenen Umbauarbeiten im Rathaus ein.

Die Sanierung begann mit dem Umzug der Bücherei in die neuen Räume am Höflinger Weg, wodurch Platz für die Finanzabteilung und die Kämmerei im zweiten Obergeschoss geschaffen wurde. Nach dem Umzug des Archivs in den Keller unter der Galerie folgte die Sanierung des ehemaligen Postgebäudes und die Verlagerung der Touristinformation dorthin. Dies ermöglichte die Umgestaltung des Bauamtes, woraufhin der Umbau im Erdgeschoss (ehemals Touristinformation und Archiv) folgte. Dort befindet sich nun das „Büro für Bürger und Soziales“ mit Einwohnermeldeamt, Standesamt, Rentenangelegenheiten und der Seniorenberatung.

Die Sanierung im zweiten Obergeschoss für die IT-Abteilung und das Büro des Archivs hat bereits begonnen und soll bis Ende des Jahres abgeschlossen sein. „Dann fehlt nur noch der Bereich der Hauptverwaltung mit dem Bürgermeisterbüro und dem Vorzimmer“, stellte Kamm fest und verwies darauf, dass sich dieser Aufgabe der neue Bürgermeister und sein Gemeinderat annehmen sollten. Er freute sich, ein modern und funktional ausgestattetes Rathaus an die nächste Generation zu übergeben, in dem seit 1987 wichtige Entscheidungen für die Zukunft von Siegsdorf getroffen werden, und hoffte auch weiterhin auf den „Geist der Gemeinsamkeit“.

Der schlicht gehaltene, helle Sitzungssaal mit moderner Technik und Möbeln wird durch ein vierteiliges Kunstwerk des Siegsdorfer Künstlers Robert Dufter farblich akzentuiert. Das Werk mit dem Titel „Ansichten“ spielt auf die vielfältigen Meinungen in der Gemeinschaft und im Gemeinderat an sowie auf die Balance zwischen Architektur, Funktion des Raumes und den Emotionen des Künstlers, die sich in den von Hand aufgetragenen Farben widerspiegeln. Dufter betonte, dass es sich um ein individuell für den Raum entworfenes Unikat handele, das als Synonym für den „Geist der Arbeit im Raum“ diene, in dem sich verschiedenste Ansichten zu einem „guten Ganzen“ vereinen sollen.

Die Segnung des Sitzungssaales wurde von Siegsdorfs katholischem Pfarrer Thomas von Rechberg und dem evangelischen Pfarrer Andreas Buchner gemeinsam vorgenommen. Pfarrer Buchner verwies anhand des Evangeliums „Gebt dem Kaiser was des Kaisers ist – und Gott was Gottes ist“ auf die Bedeutung des richtigen Umgangs miteinander. Er betonte, dass eine lebendige Demokratie vom Austausch unterschiedlicher Argumente und Meinungen lebe, entscheidend sei jedoch der Geist, in dem dies geschehe. Achtung voreinander, die Bereitschaft zum Zuhören, die Fähigkeit, auch die Sicht des Anderen gelten zu lassen, und trotz aller Differenzen den gemeinsamen Weg zum Wohle der Menschen in der Gemeinde zu suchen, seien Inhalte des versöhnenden Geistes, den Jesus vorgelebt habe.

„Versöhnung
und Frieden“

„Möge Gottes Geist der Weisheit, der Versöhnung und des Friedens diesen Rathaussaal erfüllen und alle, die hier tagen und entscheiden, begleiten und leiten!“, schloss Pfarrer Andreas Buchner, bevor er sich mit Pfarrer Thomas von Rechberg zur Segnung auf den Weg durch den Sitzungssaal machte.

Nach einem gemeinsamen Gebet und einem Lied rief Bürgermeister Thomas Kamm zur ersten Gemeinderatssitzung im neuen Sitzungssaal auf.

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