Anbau oder Waldkindergarten?

von Redaktion

Gemeinderat Staudach-Egerndach sucht Lösung für 50 Betreuungsplätze

Staudach-Egerndach – Die Gemeinde Staudach-Egerndach steht vor der Herausforderung, bis zum Jahr 2027 insgesamt 50 Betreuungsplätze für Kinder bereitzustellen. Hintergrund ist der Wegfall von zehn Kindergartenplätzen in der Nachbargemeinde Grassau zum Schuljahr 2027, da diese dort selbst benötigt werden. Ursprünglich hatte sich Staudach-Egerndach am Neubau des Kindergartens Sankt Irmingard in Grassau beteiligt und sich dadurch ein 25-jähriges Belegungsrecht für zehn Kinder gesichert, welches nun ausläuft.

Beteiligung
ist ausgelaufen

In der jüngsten Gemeinderatssitzung wurde intensiv über mögliche Lösungen diskutiert. Bürgermeisterin Martina Gaukler informierte, dass eine Vorplanung für einen Anbau an den bestehenden Kindergarten erstellt wurde, die in der nächsten Sitzung vorgestellt werden soll. Zudem wurde eine erste Einschätzung zum Aufbau eines Waldkindergartens abgegeben.

Ein Waldkindergarten wäre zwar von den Baukosten her die günstigere Variante, jedoch würden höhere Betriebskosten entstehen, da neben dem bestehenden Kindergarten eine zweite Betreuungseinrichtung mit eigener Verwaltung und Personal finanziert werden müsste. Zudem sei bei einem Waldkindergarten mehr Personal erforderlich. Ein Anbau an den bestehenden Kindergarten würde diesen von einer ein- zu einer zweigruppigen Einrichtung erweitern, die von einem Träger geführt würde.

Dr. Andreas Mader wies darauf hin, dass bei unterschiedlichen Betreuungsarten zwei Betriebserlaubnisse notwendig wären, was einen Personalaustausch zwischen den Einrichtungen ausschließen würde. Bürgermeisterin Gaukler betonte, dass ein eingruppiger Kindergarten die teuerste Option sei und ein Waldkindergarten im Grunde zwei eingruppige Kindergärten bedeuten würde. Franz Just erkundigte sich nach der Akzeptanz eines Waldkindergartens. Mader entgegnete, dass die Gemeinde die Plätze zur Verfügung stelle und die Eltern dann entscheiden könnten. Die altersgemischte Gruppe werde auf jeden Fall im Haus bleiben, so die Bürgermeisterin.

„Es bleibt
spannend“

Aktuell liegt der Bedarf bei 40 Plätzen, weshalb man plane, 48 bis 50 Plätze zu schaffen, wobei ein Kind unter drei Jahren doppelt zähle. Bis zur nächsten Sitzung sollen weitere Informationen über den Betrieb und die Kosten eines Waldkindergartens eingeholt werden. Dann liegen auch die ersten Planungen für den Umbau des bestehenden Kindergartens und den Anbau eines Gruppenraums vor. Danach soll abgewogen werden, welche Lösung für die Gemeinde die beste ist. „Es bleibt spannend“, resümierte Martina Gaukler.

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