Bernau – Bernau investiert in die Zukunft seiner Feuerwehr: Bürgermeisterin Irene Biebl-Daiber konnte dieser Tage den Förderbescheid der Regierung von Oberbayern in Höhe von 270800 Euro entgegennehmen. Im Rahmen einer gemeinsamen Besprechung übergab sie den Bescheid an den Vorsitzenden Felix Reim und seinen Stellvertreter Thomas Riedel sowie den beiden Kommandanten der Feuerwehr Bernau, Stefan Huber und Matthias Stephan – ein wichtiger Schritt auf dem Weg zum geplanten Anbau.
Nachrüstbedarf
ist augenscheinlich
Das bestehende Feuerwehrhaus wurde im Jahr 2002 eingeweiht. Bei den regelmäßigen Begehungen zeigte sich zuletzt aber ein deutlicher Nachrüstbedarf, sowohl in technischer Hinsicht als auch bezüglich der räumlichen Ausstattung. Es fehlen Lagerflächen und zusätzliche Umkleiden, zudem muss die sogenannte „Schwarz-Weiß-Trennung“ von Einsatzkleidung und Alltagskleidung umgesetzt werden. Aktuell liegen die Umkleideräume direkt im Fahrzeugbereich – eine Lösung, die im Einsatzfall mit ausrückenden Einsatzfahrzeugen zu gefährlichen Situationen führen kann. Dazu kommt, dass die Zahl der Einsätze stetig ansteigt: Für 2025 verzeichnete die Wehr bereits über 140 Einsätze. Parallel wächst die Zahl der aktiven Mitglieder, sodass die bestehenden Umkleidekapazitäten längst nicht mehr ausreichen.
Eine weitere Herausforderung: Bernau wird Standort für einen Wechsellader mit vier Abrollcontainern. Dafür sind frostsichere Stellplätze notwendig, da sich in den Containern unter anderem Löschwasser und technische Ausrüstung befinden. Der Landkreis übernimmt die Finanzierung des Fahrzeugs und Container, sodass die Gemeinde hier keine Ersatzbeschaffung stemmen muss. Mit einem zusätzlichen Löschwasser-Container kann künftig auch die Löschfähigkeit in bislang unterversorgten Außenbereichen gesichert werden – ein erheblicher Vorteil gegenüber teuren Leitungsverlegungen.
Das Büro Romstätter hatte mehrere Varianten für einen möglichen Anbau untersucht. Eine Verlängerung der bestehenden Halle (Variante 1) wurde schnell verworfen, da sie nur den aktuellen Bedarf abdecken würde und keine Reserven für die Zukunft böte. Auch eine alleinstehende Halle oder eine Kalthalle erwiesen sich als unwirtschaftlich oder technisch ungeeignet.
Am meisten überzeugte Variante 2, ein L-Bau. Hier finden nicht nur die Container des Wechselladers Platz, sondern auch neue Umkleiden, getrennte Duschbereiche sowie zusätzliche Lagerflächen. Mit dieser Lösung wird das Feuerwehrhaus den wachsenden Anforderungen gerecht und bleibt langfristig ausbaufähig. Die geschätzten Baukosten liegen bei 2,23 Millionen Euro. Die Förderung beläuft sich auf 270800 Euro. Damit ist Variante 2 zugleich die wirtschaftlichste Option. Der Gemeinderat entschied sich daher mit nur einer Gegenstimme dafür, diesen Weg weiterzuverfolgen.
Baustart auf
2026 terminiert
Obwohl die Planungen bereits beginnen, ist der Baubeginn erst für 2026 vorgesehen. Grund dafür sind die aktuell priorisierten Großprojekte „Haus des Gastes“ und „Strandbad“, die zuvor abgeschlossen und abgerechnet werden müssen. Zudem muss ein langer Vorlauf aufgrund der Ausschreibungen und Genehmigungen, die noch einzuholen sind, eingeplant werden. Ab 2026 stehen in Bauamt und Kämmerei wieder die notwendigen Kapazitäten zur Verfügung, um das Vorhaben effizient umzusetzen.