Streit um Funkturm am Weitsee

von Redaktion

Gemeinde Reit im Winkl kritisiert den Standort im Naturschutzgebiet

Reit im Winkl – Die Gemeinde Reit im Winkl ist mit der kürzlich erfolgten Errichtung einer Mobilfunkanlage am Weitsee nicht einverstanden. Bürgermeister Matthias Schlechter informierte den Gemeinderat in der jüngsten Sitzung über diese Problematik. Zudem gab er eine bevorstehende Informationsveranstaltung zum Thema „Gemeinschaftliches Bauen“ in Unterwössen bekannt.

Funkloch
kurzfristig gestopft

Wie Bürgermeister Schlechter (CSU) erläuterte, wurde auf einem Grundstück am Weitsee, nahe der Abzweigung des Wanderwegs zur Gräbenalm und direkt an der B305, ein „semitemporärer Funkturm“ errichtet. Dieser soll kurzfristig das Funkloch am Weitsee, einem sogenannten „weißen Fleck“, schließen.

Laut Bayerischer Bauordnung sind Antennen und antennentragende Masten für den Mobilfunk mit einem Brutto-Rauminhalt bis zu 30 Kubikmeter, die zur Schließung von Versorgungslücken für maximal 24 Monate aufgestellt werden, seit Kurzem verfahrensfrei.

Schlechter versicherte, dass die Gemeinde es grundsätzlich begrüße, dass die Bundesnetzagentur mit Nachdruck an der Schließung von Funklöchern arbeite, insbesondere auch aus rettungsdienstlicher Sicht. Er fügte jedoch hinzu: „Aus unserer Sicht sind sowohl die Optik als auch der Standort direkt an der Bundesstraße in einem Naturschutzgebiet schwer akzeptierbar.“ Aus diesem Grund habe er Kontakt mit der „Deutschen Funkturm GmbH“ aufgenommen, die den Mast errichtet hat. Ein Ortstermin ist für die kommende Woche geplant. Ein zuvor von der Gemeinden benannter Standort weiter nördlich im Wald wurde von den Naturschutzbehörden abgelehnt. Bezüglich der Auffassung der Gemeinde betonte der Bürgermeister: „Sollte in naher Zukunft ein Bauantrag für eine dauerhafte Sendeanlage am Weitsee eingereicht werden, muss aus unserer Sicht vom Bauherrn deutlich nachgearbeitet werden.“

Des Weiteren kündigte Bürgermeister Schlechter eine Informationsveranstaltung zum Thema „Gemeinschaftliches Bauen“ an, die am Montag, den 13. Oktober, um 19 Uhr im Alten Bad in Unterwössen stattfinden wird. Die Veranstaltung wird von der „stattbau münchen GmbH“ durchgeführt und von den Gemeinden Marquartstein, Unterwössen und Reit im Winkl gemeinsam angeboten. Ziel ist es, die Bürger über die Grundlagen und Besonderheiten des gemeinschaftlichen Bauens zu informieren.

Info-Veranstaltung
zu neuen Bauformen

Im Rahmen der Veranstaltung werden insbesondere die Vorteile, Möglichkeiten und Rechtsformen des gemeinschaftlichen Wohnens erläutert. Nach einem Impulsvortrag stehen Fachleute für Fragen zur Verfügung.

Die „stattbau münchen GmbH berät“ und begleitet seit vielen Jahren Kommunen bei der Umsetzung gemeinschaftsorientierter Wohnprojekte wie Baugemeinschaften oder genossenschaftliches Wohnen. Eine Einladung zu der Veranstaltung werde noch erfolgen, so Schlechter.

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