„Den Chiemgau zu einer der beliebtesten Regionen Europas machen“

von Redaktion

„Als einzelne Orte haben wir keine Chance“: Zusammen mit Unternehmen, Touristikern und den Kommunen will der Chiemgau jetzt einheitlicher auftreten und „begehrter“ werden – die Ziele sind ambitioniert.

Traunstein – Franz Bauer war bewusst, dass das Vorhaben sehr ambitioniert formuliert ist. Doch der Geschäftsführer des Chiemgau Tourismus scheute die Formulierung trotzdem nicht: „Wir wollen die Begehrtheit des Chiemgaus steigern und den Chiemgau zu einer der beliebtesten Regionen in Europa machen.“

Die Präsentation des neuen Außenauftritts in der Traunsteiner Klosterkirche war für den Tourismusverband, der zur Landkreis-Tochter Chiemgau GmbH gehört, so etwas wie ein Startschuss.

Das Chiemgau-Logo wurde noch einmal überarbeitet und soll als „Marken-Branding“ von Kommunen und Unternehmen im Landkreis verwendet werden. Ruhpolding, Siegsdorf und Inzell werden es als Erste umsetzen, die Logos sind ausgearbeitet. Bauer geht es um eine gestärkte, einheitliche Außenwahrnehmung der Region – unter einem Namen: Chiemgau. Die Wiedererkennung würde dadurch erhöht. Und: Die Marke soll nicht mehr nur noch touristisch definiert werden, sondern auch über die starke, mittelständisch geprägte Wirtschaft.

„Der Chiemgau soll selbstbewusst auftreten“, bekräftigte auch Landrat Andreas Danzer (Freie Wähler). Inzells Touristik-Chef Markus Stuckmann drückte es in der Klosterkirche so aus: „Die Konkurrenz schließt sich zu größeren Einheiten zusammen, also müssen wir die Kräfte bündeln. Als einzelne Orte haben wir keine Chance.“

Das „nostalgisch-bürgerliche Milieu“ ist nach wie vor die Hauptgästegruppe. Einfach gesagt: ein Ehepaar im Rentenalter, das Gemütlichkeit, Tradition und Gastfreundschaft sucht. Im Blick hat man jetzt aber vor allem auch junge Familien und gut verdienende, individualistische „Performer“.

Und die Zahlen, die Tourismus-Geschäftsführer Franz Bauer präsentierte, zeigen, dass man ohnehin schon auf einem guten Weg ist. 2009 lag die Bekanntheit der Region Chiemgau bundesweit noch bei 59 Prozent, 2020 war sie schon 74 Prozent ein Begriff. Und während 2010 nur jedes dritte Gästebett ausgelastet war, lag man voriges Jahr schon bei 46 Prozent. Der touristische Bruttoumsatz im Landkreis ist 685 Millionen Euro schwer.

„Ich bin stolz, dass unsere Anstrengungen sich gelohnt haben und wir nun im regionalen, nationalen und internationalen Markt gemeinsam Flagge zeigen“, so Franz Bauer. Seit Dezember 2023 ist er Geschäftsführer der Tourismus-Sparte bei der Chiemgau GmbH. Er übernahm das Amt von Stephan Semmelmayr. Franz Bauer stammt aus der Wachau in Niederösterreich und leitete zuvor den Tourismus in der Region Hochkönig-Maria Alm. xe

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