Inzell – Endlich hat das Inzeller Hallenbad seine Pforten wieder geöffnet. „Es hat zwar lange gedauert, doch das Warten hat sich gelohnt“, freute sich Bürgermeister Michael Lorenz bei der feierlichen Einweihung vor zahlreichen Gästen. Er erinnerte in seiner Ansprache an die mühsame Planungs- und Bauphase.
2015 gründet sich
Arbeitsgruppe
Das alte Hallenbad, 1977 erbaut, war nach fast 50 Jahren sanierungsbedürftig. Bereits frühzeitig wurden Überlegungen angestellt, wie es mit dem Bad weitergehen sollte, auch unter dem Gesichtspunkt der Kosten. Im Jahr 2015 wurde die „Arbeitsgruppe Badepark“ ins Leben gerufen, die sich gemeinsam mit dem damaligen Bürgermeister Hans Egger mit der Frage Abriss oder Sanierung auseinandersetzte. Nach intensiven Diskussionen im Gemeinderat überwogen schließlich die Argumente für den Erhalt des Bades als touristisches Angebot, als Möglichkeit für Einheimische und für den Schulsport. Auch ein Abriss wäre kostspielig gewesen.
Die Gemeinde entschied sich für eine Sanierung, verbunden mit der Option auf Fördermittel des Landes Bayern. Ein erster Förderantrag über 55 Prozent wurde im November 2018 eingereicht. Bereits im April 2018 hatte es ein erstes Projektgespräch mit allen Planern und einem anschließenden Vorentwurf gegeben. Die Kostenschätzung belief sich damals auf 7,9 Millionen Euro. Nach den Gemeinderatswahlen 2020 wurde erneut eine „Arbeitsgruppe Badepark“ gegründet, da das Thema von großer Bedeutung war. Die Corona-Pandemie erschwerte die Planungen erheblich und warf den Zeitplan durcheinander.
Nach einem Ergänzungsantrag zur Förderung im Oktober 2020 aufgrund gestiegener Kosten und dem Antrag auf vorzeitigen Maßnahmenbeginn erfolgte im Dezember 2021 die Baugenehmigung. Die Kosten waren inzwischen auf 9,4 Millionen Euro gestiegen, der Förderantrag wurde mit 65 Prozent genehmigt. Der Abbruch des alten Gebäudes begann im Juni 2022, der Wiederaufbau im September 2022. Die Fertigstellung verzögerte sich jedoch aufgrund unvorhersehbarer Umstände.
„Die Frage nach der Fertigstellung wird mich ein Leben lang begleiten, daher bin ich jetzt sehr froh, dass das neue Hallenbad eröffnet wird“, sagte Bürgermeister Lorenz erleichtert. Er dankte allen beteiligten Firmen, dem ehemaligen Landrat Siegfried Walch, Bürgermeister Hans Egger, der Regierung von Oberbayern, den Mitarbeitern der Gemeinde, dem Badeparkteam und der Firma Krautloher für die Planung und Umsetzung.
Auch Badeparkleiter Manfred Plereiter zeigte sich erfreut über die Eröffnung. Er blickt zuversichtlich auf die kommenden Wochen und hofft auf viele Besucher. Sein Team sei gut aufgestellt: „Es ist klar, dass nicht alles gleich zu hundert Prozent perfekt ist, doch wir sind offen für Hinweise und werden uns der Sache annehmen. Wir wollen, dass es den Badegästen bei uns in Inzell gefällt.“
Die Bauleiter Josef und Andreas Krautloher vom Planungsbüro Krautloher berichteten von der Umsetzung des Projekts und den Herausforderungen. „Eigentlich wollten wir schon früher fertig sein, doch Unvorhergesehenes machte diesen Plan zunichte“, so Josef Krautloher.
Pfarrer Thomas Weinzierl und Pfarrerin Claudia Buchner segneten das neue Hallenbad und wünschten einen unfallfreien Betrieb. Im Anschluss an die Segnung gab es für die Gäste eine Führung durch das Gebäude. Pfarrer Weinzierl und Bürgermeister Lorenz drehten die ersten Runden im Becken.
Am Tag darauf hatten alle Interessierten die Möglichkeit, sich beim Tag der offenen Tür einen Einblick in das neue Hallenbad zu verschaffen. Die Mitarbeiter des Badeparks informierten über die Becken und technischen Anlagen.
Kosten von mehr als
13 Millionen Euro
Die Gesamtkosten belaufen sich auf 13,2 Millionen Euro. Die Förderung beträgt derzeit sechs Millionen Euro. Hinzu kommen 450000 Euro für den Umbau der Sauna, die durch einen Wasserschaden beschädigt wurde. Die Vorfreude auf die ersten Besuche im neuen Inzeller Hallenbad ist groß.