Gstadt setzt auf Chiemsee-Ranger

von Redaktion

„Solidargemeinschaft“ für mehr Rücksicht am See – Ehrenamtliche sprechen 5600 Fußgänger, Radler und Hundeführer an

Gstadt – Mit großer Mehrheit beschloss der Gemeinderat von Gstadt in seiner jüngsten Sitzung, sich auch im kommenden Jahr wieder am Projekt Chiemsee-Ranger zu beteiligen. Diese sind seit 2023 in den Sommermonaten rund um den Chiemsee im Einsatz, um ganz nach dem Motto „Gemeinsam mit Rücksicht unterwegs am Chiemsee“ zu informieren und aufzuklären.

Bürgermeister Bernhard Hainz (FGW) erinnerte, dass sich 2023 beim Pilotprojekt durch den AUV (Abwasser- und Umweltverband Chiemsee) von den zehn Chiemseeanrainergemeinden sieben Gemeinden sofort bereit erklärt hätten mitzumachen. Seit 2024 sei auch Prien mit dabei. Anfang dieses Jahres hatte der Gemeinderat Gstadt eine Fortführung des Projekts für 2025 beschlossen. Jetzt gehe es um die Weiterführung im kommenden Jahr.

Hainz zitierte dafür aus dem Bericht der Ranger: Bis Ende August 2025 haben die Ranger mit über 5600 Personen gesprochen. Davon 19 Prozent Fußgänger, 28 Prozent Radler, 32 Prozent E-Biker und acht Prozent Hundehalter. Der Rest verteilt sich auf Badegäste, Wassersportler und so weiter. „Das Hauptthema mit über 60 Prozent ist das Verhalten am Rund- und Radweg.“ Hier trügen die Ranger zur Entspannung an viel besuchten Wochenenden am See bei. Laut dem Bericht seien die Menschen „dankbar für einen Ansprechpartner vor Ort. Auch die gemeinsamen Polizeikontrollen (Ranger und Polizei) trugen zu einem besseren Verhalten der Besucher um den See bei.“

Das Gesamtbudget soll auch 2026 wieder 32000 Euro ausmachen und verteilt sich, unabhängig von deren Einwohnerzahl oder Fläche, gleichmäßig auf die acht teilnehmenden Gemeinden. 2024 lag der Beitrag der Gemeinde Gstadt bei 4000 Euro.

Dominikus Schneider (FWG) hakte nach, ob es auch Rückmeldungen von den Angesprochenen gebe, die Berichte der Ranger gäben nur die Meinung der Ranger wieder. Außerdem störe ihn der Begriff „Ranger“. Diese könnte man auch anders benennen. Christian Summerer (Bürgerliste) wandte ein, dass es „doch nur um die“ gehe, „die sich nicht fair verhalten.“ Michael Rappl (FWG) befand: „Es geht um den Chiemsee, um die gemeinschaftliche Sache.“ Die Gemeinde habe da eine Vorbildfunktion.

Bürgermeister Hainz sah das ähnlich. Die Zusage gebe Planungssicherheit: „Da sind wir eine Solidargemeinschaft.“ Anders sei das beispielsweise bei der Mückenbekämpfung, da werde nach Fläche abgerechnet. Schneider regte an, die Abstimmung nur für das Folgejahr erfolgen zu lassen. „Es wird keinen Blindbeschluss auf drei Jahre geben“, bestätigte Bürgermeister Hainz. Dem Beschlussvorschlag – Weiterführung des Projekts Chiemseeranger in 2026 – folgte das Gremium mit 10:2 Stimmen. elk

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