Mega-Verlust und Entlassungen

von Redaktion

Gastro-Pächter frustriert über Schleichsanierung des Hafenwirts in Seeon-Seebruck

Seeon-Seebruck – Als eine Verkettung unglücklicher Umstände bezeichnete der Bürgermeister der Gemeinde Seeon-Seebruck, Martin Bartlweber (FW), die Verzögerung der Dachsanierung des Hafenwirts Seebruck. Auftretende Schäden, mit denen trotz Untersuchung nicht zu rechnen war, aber auch die Wetterkapriolen verzögerten die Baumaßnahme. Die Verzögerungen hatten auch negative Auswirkungen auf den gastronomischen Betrieb.

„Schlecht
organisiert“

Der Pächter des Hafenrestaurants beklagt enorme finanzielle Einbußen. In einem Schreiben an die Gemeinde ließ der Pächter seinem Unmut freien Lauf. In der jüngsten Gemeinderatssitzung wurde das umfangreiche Schriftstück vom Bürgermeister vollinhaltlich vorgelesen. Darin beklagt der Pächter eine „schlecht organisierte Baustelle“. Ursprünglich sollte die Baustelle Ende Juni beendet sein. Gedauert hat sie aber bis Ende August/Anfang September. Er sei Woche für Woche von der Gemeinde vertröstet worden, erklärte der Pächter in dem Schreiben. Wegen des Gerüsts habe er die Terrasse nicht nutzen können.

„Welcher Gast setzt sich auch schon gerne auf eine Terrasse mit Gerüst?“, beklagte er im Gespräch mit der Chiemgau-Zeitung am Rande der Sitzung. Er und sein Team, das er wegen der Gästeeinbußen teilweise entlassen musste, hätten sich eigentlich mehr Unterstützung vom Gemeinderat erwartet, sagte er enttäuscht. Seinen Angaben zufolge fehle ihm im wichtigsten gastronomischen Monat August eine sechsstellige Summe.

Die Gemeinde könne und dürfe diese Einbußen nicht eins zu eins aufbringen, sagte Bartlweber. Er drückte sein Bedauern darüber aus, dass sich die Baumaßnahme in die Länge gezogen hat. Dies habe aber seine Gründe, betonte er. Zunächst habe sich der ursprüngliche Baubeginn verschoben, weil das System für die PV-Module nicht rechtzeitig geliefert werden konnte. Während der Arbeiten seien dann unverhofft Schäden aufgetreten, die trotz vorheriger Untersuchung nicht vorherzusehen gewesen waren.

„Trotz Untersuchungen sind deutlich mehr Arbeitsleistungen notwendig geworden. So hat sich das Ganze verschoben.“ Erschwerend sei hinzugekommen, dass die heißen Temperaturen oder auch der Regen die Blechdacharbeiten erschwerten. Es sei ein Zusammentreffen vieler unglücklicher Umstände gewesen, die zur Verzögerung geführt hätten. Er verstehe den Unmut des Pächters, aber eine Sanierung sei immer schwierig zu planen.

Die Gemeinde habe, so gut es ging, dem Pächter unter die Arme gegriffen. Etwa bei der Finanzierung eines Zeltes, in das bei Hochzeiten ausgewichen werden konnte. Man habe ihm auch angeboten, die Terrasse durch eine bauliche Vorrichtung zu erweitern, so Bartlweber. „Es war schon eine lange Zeit“, bedauerte Stefan Berger (CSU). Er regte an, künftig die Zeiten besser abzustimmen. Hier habe jedoch die Ursache am zusätzlichen Arbeitsaufwand und nicht an den Firmen gelegen, verteidigte der Bürgermeister die Verzögerung.

Dach war „eine
Vollkatastrophe“

Zweiter Bürgermeister Norbert Maier (FW) stellte heraus: „Wir sollten dankbar sein, dass die Zimmerer so viel mehr gemacht haben.“ Drei Viertel des Dachs seien eine Vollkatastrophe gewesen, so Maier. Er gab auch zu bedenken, dass durch das neue Dach mit PV-Anlage ein großer Schritt gelungen sei, energetisch weiterzukommen. Zudem, so Maier, bedeuten die nicht vorhersehbaren Arbeiten einen immensen Mehraufwand für die Gemeinde. Die Kosten des neuen Dachs bewegen sich laut Bartlweber bei 700000 Euro.

Auch der Bauamtsleiter der Gemeinde, Josef Heiß, verteidigte die Arbeit der Firmen. Diese hätten nebenher noch andere Baustellen bedienen müssen. Die Wetterkapriolen, Hitze und Regen, hätten zudem das Ganze nicht vereinfacht.

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