Traunstein – „Leute fanden es schade, dass das Schwimmbad schon am Donnerstag geschlossen hatte“, sagte Stadtrat Rolf Wassermann (CSU) und sprach damit vielen Bürgern aus der Seele. Während in Siegsdorf das Freibad noch geöffnet hatte, blieb in Traunstein der Sprung ins kühle Nass trotz sommerlicher Temperaturen verwehrt. In der Stadtratssitzung ging es jüngst um den Ausbau der Weinleite, den Rückblick auf die Jubiläumsfeier, aber auch um den Grundschulstandort Wolkersdorf und verlängerte Schwimmbad-Öffnungszeiten bei Bedarf.
Besser schließen
als verlängern
„Wir sind bei den Öffnungszeiten des Schwimmbads eigentlich flexibel.“ Dass am letzten Wochenende, 20. und 21. September, Besucher trotz Temperaturen von knapp 30 Grad vor verschlossenen Türen standen, lag an einem anderen Problem, erklärt Oberbürgermeister Christian Hümmer: „Leider hat der Wetterbericht, den wir verfolgt haben, uns da einen Strich durch die Rechnung gemacht.“ Eine Woche Vorlauf bräuchte man, um die Verlängerung zu organisieren, zu diesem Zeitpunkt sei noch schlechteres Wetter angesagt gewesen. „Ich würde gern dazu übergehen, dass wir ab jetzt grundsätzlich zwischen erstem Mai und erstem Oktober so aufgestellt sind, dass wir den Betrieb öffnen können.“ Wenn das Wetter dann zu schlecht sei, so Hümmer, könne man eher schließen, das sei einfacher als zu verlängern. Auch bei den von Wassermann angesprochenen Kneipp-Anlagen würde man prüfen, ob eine flexible Verlängerung möglich sei.
Ein wohl weniger schnell lösbares und schon oft diskutiertes Thema brachte Stadtrat Simon Steiner (Traunsteiner Liste) an. Bei der Planung einer weiteren Grundschule im Stadtgebiet kam es in der Vergangenheit immer wieder zu Unstimmigkeiten. Eine Bürgerinitiative spricht sich gegen einen Standort in Wolkersdorf aus, hat dazu auch Unterschriften einer Petition an den Bürgermeister überreicht. Immer wieder steht die Frage im Raum: Warum nicht das bereits gekaufte Waldgrundstück in Haslach zur Erweiterung der dort bereits bestehenden Grundschule nutzen? Oberbürgermeister Hümmer hatte bei einer Veranstaltung darüber informiert, dass dort die streng geschützte Haselmaus zu Hause und ein Bauvorhaben auch deshalb schwierig sei. „Wer hat wann diese Haselmaus entdeckt? War das ein Gutachten?“, fragte Simon Steiner skeptisch in der Stadtratssitzung nach und stellte in den Raum, man hätte das Waldgrundstück womöglich nie gekauft, wenn diese Information früher bekannt gewesen wäre. Oberbürgermeister Hümmer widersprach entschieden: „Ich möchte mal mit dem Märchen aufräumen, dass wir an dieser Stelle Bauerwartungsland gekauft haben und es damals einen Beschluss gegeben hätte, die Schule an der Stelle auszubauen. Wir haben ein Waldgrundstück gekauft – als Wald, mit entsprechendem Preis. Nicht als Bauland.“
Das Gutachten sei „im Rahmen eines üblichen Verfahrens“ erstellt worden, etwa ein bis zwei Jahre alt und transparent nachvollziehbar. „Man könnte versuchen, die Haselmaus umzusiedeln, da muss man schauen, ob sie das neue Habitat annimmt. Das ist sehr kompliziert und kostspielig.“
Bürgermeister Hümmer betont noch einmal, dass ja schon bei vorigen Terminen diesbezüglich eine Infoveranstaltung angekündigt wurde, bei der die beiden möglichen Standorte Haslach und Wolkersdorf gegenübergestellt werden. „Damit wir alle den gleichen Diskussionsstand haben“, so Hümmer, und „letztlich zu einer guten Entscheidung kommen.“
Zuvor hatte die Sitzung eher ruhige Bahnen genommen. Im Mittelpunkt stand ein Rückblick auf das große Stadtjubiläum „650 Jahre Stadtrecht“. Josef Späth aus dem Sachgebiet Veranstaltungen zeigte Bilder vom Aufbau und den Festtagen, hob das Engagement der vielen Ehrenamtlichen hervor. Oberbürgermeister Hümmer bedankte sich bei Späth und seinem Team: „Es hat alles geklappt, super funktioniert.“
Straßensanierung
kostet 476000 Euro
Im Anschluss stand der Ausbau der Weinleite auf der Tagesordnung. Die Straße verläuft sowohl auf Stadtgebiet als auch im Bereich der Gemeinde Surberg, die Sanierung erfolgt in Kooperation. Die Gesamtkosten für den Straßenbau belaufen sich auf 476000 Euro. Für die Kanalsanierung sind weitere 70000 Euro veranschlagt.
Das Geld muss zunächst komplett vom Traunsteiner Haushalt finanziert werden. Surberg zahlt abschließend seinen Anteil. Für Traunstein fallen letztlich 245000 Euro für den Straßenbau und 35000 Euro für die Kanalsanierung an.