„Grüß Gott, ich bin die Neue“

von Redaktion

Michaela Kaltner übernimmt die Priener Mittelschule

Prien – Seit drei Wochen ist Michaela Kaltner durchgehend in der Franziska-Hager-Mittelschule unterwegs. „Ich werde trotzdem erst einmal alles nicht finden“, lacht die neue Rektorin. Was die 53-Jährige freut und im Moment auch trägt: „Die Unterstützung des Kollegiums ist einfach toll. Man merkt, dass die alle gerne hier sind, dass sie zusammenhalten. Das läuft!“

Mehr Landkinder
als gewohnt

Offiziell im Amt ist Michaela Kaltner seit 1. August. Da war die einjährige Leere auf dem Schulleiterposten wieder gefüllt. Denn im vergangenen Schuljahr war die frisch zur Konrektorin beförderte Daniela Heß in Personalunion auch Rektorin. Eine von der bayerischen Staatsregierung bei Wechseln in der Schulleitung immer wieder gerne genommene Sparmaßnahme.

Kaltner war zuvor an der Schule Rosenheim-Fürstätt, gelegen zwischen „Call a Pizza“, Tätowierstudio und Gewerbegebiet. Der Unterschied, das hat sie in ihren ersten Tagen in Prien festgestellt, sei gravierend. Nicht nur, weil sie direkten Zugang zum grünen Atrium der Schule hat. Nein: „Die Elterntypen unterscheiden sich nicht groß, die Kinder schon – wir haben hier an der Schule eindeutig weniger Migranten, mehr Landkinder.“ Das, so ihr Eindruck, führe zu weniger Reibungsverlusten. Beim Schulanfangsgottesdienst beispielsweise, sagt Kaltner, hatte sie kaum Jugendliche in der Auffanggruppe, weil „auch die Ethik-Kids ganz selbstverständlich mit in die Kirche gingen“. Obwohl sie keiner christlichen Kirche angehören. Nach ihrem Werdegang gefragt, gibt Michaela Kaltner bereitwillig Auskunft: „Im Landkreis geboren und zur Schule gegangen, zum Studium nach München gependelt, als Lehramtsanwärterin und den ganzen Berufsweg wieder im Landkreis – ich komme aus dem Landkreis Rosenheim einfach nicht raus!“ Vielleicht verschwindet sie deswegen bei jeder Gelegenheit in die österreichische Hauptstadt. „Ich bin ein großer Wien-Fan“, erkärt sie.

„Natürlich habe ich eigene Ansichten und Vorstellungen“, sagt Michaela Kaltner über ihr Schulverständnis, die will sie aber niemandem überstülpen. Das soll sich entwickeln. Denn in ein funktionierendes System einzugreifen, das kann sich Michaela Kaltner verkneifen. Da lernt sie lieber die Details der verschiedensten Abläufe an der Franziska-Hager-Mittelschule, „die sind zwar an allen Schulen ähnlich, aber selten gleich“, sagt sie lachend. Und das geht bei Kleinigkeiten los: Wo ist das Coolpack für die in der Pause erlittenen Blessuren? „Abends raucht der Kopf“, gesteht Michaela Kaltner amüsiert. Da hat die bekennende Leseratte dann auch mal keine Lust mehr, zum Buch zu greifen. „Zu viel zu verarbeiten, zu müde.“

Ähnliche, aber
nicht gleiche Abläufe

Auf ihren einsamen Wanderungen durch das in den Ferien leere Schulhaus hat Michaela Kaltner eines erfreut festgestellt: Die Ausstattung der Schule ist gut. Dass im Atrium nun auch noch Hochbeete entstehen sollen, findet die begeisterte Köchin „super“, hat schon Küchenkräuter als Bepflanzung im Visier. Dass der Mittelschulverband bei der Ausstattung nicht spart, findet Michaela Kaltner sinnvoll, denn „wer an der Schule spart, spart an der Zukunft.“

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