Bergen – „Retten, bergen, löschen, schützen“, so lautet der Wahlspruch der Feuerwehren, die ihren Einsatz in den Dienst des Nächsten stellen. Doch Nachwuchs für die freiwilligen Feuerwehren zu rekrutieren, wird immer schwieriger, so Kommandant Korbinian Mader, der die vielen Interessierten im Kurpark begrüßte. Grund des Treffens war die offizielle Gründung der Kinderfeuerwehr und der Berufsfeuerwehrtag der Jugendfeuerwehr.
Neben den 22 Kindern, die seit einigen Wochen Mitglieder der Feuerwehr Bergen sind, begrüßte Kommandant Korbinian Mader Kreisbrandrat Christof Grundner sowie Bürgermeister Stefan Schneider und etliche Gemeinderäte. Die Bergener Kinderfeuerwehr sei nun die 16. ihrer Art im Landkreis, so Mader, und es freue ihn, dass die Gruppe gleich 22 Kinder stark ist. Es werde immer schwieriger, Aktive für die Feuerwehr zu gewinnen. Das Interesse müsse schon früh geweckt werden. In der Kinderfeuerwehr werden die Kinder ab sechs Jahren an die Thematik mit Experimenten und Spielen herangeführt, erklärte Mader. Ihn freue besonders, dass vier kompetente Betreuer, Vroni Bresina, Lydia Schützinger, Markus Lindner und Seppi Gruber, für die Kindergruppe gefunden wurden.
Begeistert zeigte sich Bürgermeister Stefan Schneider, der in der Gründung einer Kindergruppe auch etwas Besonderes sieht. In „Sonntagsreden“ das Ehrenamt zu loben, sei etwas anderes, als anzupacken und Kinder in das Ehrenamt einzuführen. Schneider erinnerte sich, dass früher Kinder mitliefen und so dabei sein durften, was heutzutage nicht mehr gehe und eine Betreuung gegeben sein müsse. Es freute ihn, dass sich vier aus den Reihen der Feuerwehr bereit erklärten, die Kinder an die Aufgaben der Feuerwehr heranzuführen. Voll des Lobes war auch Kreisbrandrat Grundner, der an die Anfänge der Jugendfeuerwehren erinnerte, die heute unverzichtbar sind und eine wichtige Jugendarbeit und Zukunftsarbeit für die Wehren darstellen. Wenn heute ein Kind mit sechs Jahren der Kinderfeuerwehr beitritt, sitzt dieses bestens ausgebildet nach zwölf Jahren im Einsatzfahrzeug, sagte Grundner mit der Hoffnung, dass die Kinder auch in der Feuerwehr bleiben. Als Geschenk und künftiges Maskottchen überreichte Grundner den Plüschdrachen Grisu mit Feuerwehrschlauch.
Was möglicherweise auf die Kinder in einigen Jahren zukommt, wenn sie als Helfer benötigt werden, demonstrierte die Jugendfeuerwehr. Simuliert wurde ein Verkehrsunfall mit eingeklemmten Personen. Hierzu wurden zwei Pkw vor dem Musikpavillon im Kurpark drapiert und ineinander verkeilt. Kommandant Mader setzte den Notruf ab und informierte die Zuschauer über die Ausrückzeiten. In einer Hilfsfrist von zehn Minuten sollten die Helfer von der Alarmierung ab am Einsatzort eintreffen. Drei bis vier Minuten dauert es, bis die Floriansjünger vom Alarm ab ausrücken können. Schon ertönte das Martinshorn und die drei Feuerwehreinsatzfahrzeuge erreichten den Kurpark. Sogleich sprang die Einsatzleitung aus dem ersten Fahrzeug, sondierte die Lage und der Truppführer gab Anweisungen an die Mannschaft. Hand in Hand liefen die Arbeiten. Jeder wusste, wo was im Einsatzfahrzeug zu finden ist und so war notwendiges Hilfsgerät schnell zur Hand. Mit einem großen Spreizer waren zwei Buben der achtköpfigen Jugendfeuerwehr zu Gange, um die eingeklemmte Person zu befreien. Gaffen war hier einmal ausdrücklich erwünscht und die ehrenamtlichen Helfer konnten ihr Wissen und ihre Fähigkeiten demonstrieren.
Eine weitere simulierte Aktion folgte am Wertstoffhof. Hier galt es, einen Wohnungsbrand zu löschen. Anschließend ging es für die Jugendfeuerwehr wieder zurück ins Feuerwehrhaus zur Langen Nacht der Feuerwehr mit unterschiedlichen Einsatz- und Übungsszenarien und wer wollte, durfte auch dort zusehen. tb