„Stürmische See“ für Prien

von Redaktion

Stiftung ermöglicht Ankauf eines „neuen Karl Raupp“ für die Kunstsammlung

Prien – Mitte September freute sich der Museumsleiter der Priener Kunstsammlung und Kulturbeauftragte der Gemeinde, Karl J. Aß, im Beisein von Bürgermeister Andreas Friedrich über eine weitere Zuwendung aus der Stiftung von Herta und Prof. Dr. Wilhelm Simson, mit der die „Stürmische See“ des Chiemgau-Malers Karl Raupp (1837-1918) angeschafft werden konnte.

Gefährlichkeit
des Chiemsees

Wie Kulturbeauftragter Aß erläuterte, sei es bereits das sechste Gemälde und der vierte Raupp, die mit Mitteln der Stiftung gekauft werden konnten. 2015 habe man die „Alte Bruckenschmiede“ von Heinrich Höfer (1825-1878) erworben, 2019 das „Plauderstündchen“ von Karl Raupp, das zum Besten gehöre, was der Chiemgau-Maler künstlerisch geschaffen habe. 2022 gelangte so „Auf Frauenchiemsee“ von Constantin Gerhardinger (1888-1970) zur Sammlung und schließlich 2023 Karl Raupps Werk „Auf Frauenchiemsee“, 2024 „Im sicheren Hafen“ und nun die „Stürmische See“.

Karl J. Aß sagte, dass dieses Exponat kein typischer Raupp sei, der sonst viel idyllischer, harmonischer und ruhiger gemalt habe. Eigentlich entspreche das Motiv eher dem Genre von Joseph Wopfner, dem „König der Fraueninsel“, der in seinen Werken die Gefährlichkeit des Chiemsees und das harte Leben der Insulaner und Fischer aufgezeigt habe. Die „Stürmische See“ greife diese Anschauung auf und sei daher etwas Besonderes. Er dankte den anwesenden Simsons sehr, die seit Jahren den Bestand der Priener Kunstsammlung vermehrten und sich damit verdient gemacht hätten.

Prof. Dr. Wilhelm Simson versicherte, dass auch für die kommenden Jahre Zuwendungen zur Verfügung stünden, der sein Herz an den Chiemgau und seine Künstler verloren habe. Auch das Gemeindeoberhaupt sprach seinen großen Dank an die edlen Spender aus, bevor es zu einer kleinen Brotzeit im guten Stüberl des Heimatmuseums ging. Zu bewundern ist das stimmungsvolle Gemälde sowie alle anderen „Angesammelten“ Werke der Historischen Galerie der Chiemsee-Maler derzeit im Museum Prien. Die Galerie zählt zu den wichtigsten öffentlichen Sammlungen mit Arbeiten der Künstlerlandschaft Chiemsee.

Begonnen 1913, wurde in den vergangenen Jahren durch Schenkungen und Neuerwerbungen der Bestand stark erweitert. Er zeigt das künstlerische Schaffen in der Region auf – vom 19. Jahrhundert bis zur Gegenwart. Mit Schwerpunkten auf die Künstlergruppen der Welle und der Frauenwörther sind Werke zahlreicher regional und überregional bekannter Maler und Bildhauer vertreten. Die Sonderausstellung „Angesammelt“ stellt nur noch am heutigen Montag einige der wichtigsten Neuerwerbungen vor.

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