Eine Vision wird Realität

von Redaktion

Spatenstich für eine Stätte der Begegnung in Bernau

Bernau Vor sechs Jahren hatte Ferdinand Thalhammer die Idee, eine Seniorentagespflege in Bernau einzurichten. Jetzt ist diese Idee sichtbar geworden.

Nachdem im Juni die Baugenehmigung für die Seniorentagespflege im Kurgarten erteilt worden war (wir berichteten) erfolgte nur der offizielle Spatenstich. Bei dieser Gelegenheit richtete Bürgermeisterin Irene Biebl-Daiber im Namen der Gemeinde ihren Dank nochmals an Ferdinand Thalhammer für sein jahrelanges Engagement und „die unzähligen Stunden, die er in der Verwaltung verbracht hat, damit der Bebauungsplan für die Tagespflege erstellt werden konnte“, und an Franz Praßberger, den Vorsitzenden der Ökumenischen Kranken- und Bürgerhilfe. „Sie haben dieses ganz tolle Projekt, das den Senioren im Herzen Bernaus eine Heimat bieten wird, ins Leben gerufen.“ Abschließend wünschte die Bürgermeisterin eine gute Baustellenzeit und dass das Projekt zeitnah starten könne.

Ferd Thalhammers
großes Lebensziel

„Dass wir jetzt endlich zum Spatenstich von Ferd Thalhammers Lebensziel zusammengekommen sind“, freute Franz Praßberger, und ebenso, dass „damit hier neben der guten Betreuung auch eine Stätte der Begegnung geschaffen wird“. Dafür hofft Praßberger weiterhin auf Spenden, denn auch wenn die Grundfinanzierung nun stehe, die die Voraussetzung dafür ist, dass die Gemeinde Bernau dem Verein den Grund in Erbpacht zur Verfügung stellen konnte, sei der Verein natürlich weiter auf Zuwendungen angewiesen.

Mit der „Tagespflege Chiemgau GmbH“ habe man jetzt auch einen kompetenten Betreiber gefunden, der seine Erfahrung schon bei den baulichen Maßnahmen, beim Innenausbau und bei der Ausstattung der Einrichtung einbringen könne, so Praßberger. Die „Tagespflege Chiemgau GmbH“, vertreten durch Manuela Reif, Alois Reif und Stefan Scheck betreibt schon seit zehn Jahren die Tagespflege in der Ludwigshöhe in Rimsting.

Manuela Reif, Geschäftsführerin und Pflegedienstleitung, und ihre Stellvertreterin Annette Winkler freuen sich anlässlich des Spatenstichs auf die Aufgabe und „auf die Gäste aus Bernau und Umgebung, die tageweise die Tagespflege buchen können, mit hauseigenem Fahrdienst von zu Hause abgeholt und in die Tagespflege gebracht werden, um gemeinsam mit dem Team einen schönen Tag zu verbringen“.

Auf den genauen Zeitpunkt, wann es richtig losgehen kann, will sich Betreiber Stefan Scheck noch nicht festlegen. Ferdinand Thalhammer, der glücklich ist, „dass sie nach langem Kampf endlich Wirklichkeit wird“, wünscht sich einen Betriebsbeginn zum nächsten Juli. Wahrscheinlicher ist laut Scheck aber eher Anfang August, oder unter Umständen auch Anfang September. Auch wenn am Ende 20 Gästen ein Platz geboten werden kann, sind zu Beginn kleinere Gruppen geplant, „damit wir uns langsam einarbeiten können“. Das hatte sich auch schon in Rimsting bewährt. Hier wurde mit sechs Gästen in zwei Gruppen gestartet. Geöffnet wird die Tagespflege anfangs Montag bis Freitag sein. Wenn alles läuft, wird erwogen, auch samstags zu öffnen. „Das wird sehr gut angenommen werden, weil die Angehörigen dann auch mal die Möglichkeit haben, auf den Berg zu gehen und ihre Lieben gut versorgt wissen“, glaubt Manuela Reif.

Die Besuchsdauer kann ganz auf die Wünsche der Gäste abgestimmt werden. Ein halber Tag pro Woche ist genauso möglich wie mehrere Tage. Das ist auch abhängig vom Pflegegrad und der Kostenübernahme durch die Kassen.

Für die Gäste der Tagespflege wird es einen strukturierten Tagesablauf geben. Sie kommen um 8 Uhr und bleiben bis 16 Uhr, werden mit Frühstück, Mittagessen sowie nachmittags mit Kaffee und Kuchen versorgt. Dazwischen besteht die Möglichkeit, auf Ruhesesseln auszuruhen. Dazu gibt es eine Zeitungsrunde, Angebote wie Basteln, Kochen, Spazierengehen in betreuten Klein-Gruppen. Jeder kann entscheiden, wo er mitmachen will. Es soll so individuell wie möglich auf die Menschen eingegangen werden. Vorhandene Fähigkeiten der Patienten sollen erhalten und im besten Fall ausgebaut werden.

Kontakt gegen
die Vereinsamung

Häufig ist es so, dass Alleinstehende nur noch Kontakt zum Pflegedienst haben. In der Tagespflege sehen sie oft einander wieder, treffen auf Menschen, die sie lange nicht mehr gesehen haben, die sie vielleicht noch aus der Schule kennen. Kernpunkt ist, durch soziale Kontakte einer sozialen Vereinsamung entgegezuwirken.

Interessenten können sich jetzt schon bei Manuela Reif informieren. Außerdem beginnt die Tagespflege Chiemgau bereits mit der Personalsuche für nächstes Jahr. Angepasst an den Pflegegrad werden Mitarbeiter für die Bereiche Hauswirtschaft, Fahrdienst, Reinigung und natürlich Alten-, Kranken- und Heilerziehungspflege benötigt, um bis zu 20 Besucher an sechs Tagen in der Woche zu versorgen.

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