Hilfe für alle, die nicht mobil sind

von Redaktion

Vachendorf beschließt Sozialen Fahrdienst und Schulausbau und will mehr für die Verkehrssicherheit tun

Vachendorf – Wer ohne Auto ist, soll künftig leichter zum Arzt, zur Apotheke oder zum Einkauf kommen: Der Gemeinderat Vachendorf hat sich einstimmig für die Beteiligung am neuen Sozialen Fahrdienst des Vereins Soziale Bürgerhilfe Bergen-Vachendorf ausgesprochen. Der Verein hat das Konzept eigenständig entwickelt und wird auch die Organisation übernehmen. Das Angebot richtet sich an Menschen mit Behinderung, Seniorinnen und Senioren, mobilitätseingeschränkte Bürgerinnen und Bürger sowie Geringverdiener, die auf Unterstützung angewiesen sind. Ehrenamtliche Fahrer sollen künftig einspringen, wenn der öffentliche Nahverkehr keine Möglichkeit bietet. Eine Vertreterin der Sozialen Bürgerhilfe verfolgte die Beratung im Publikum. Die Anschaffung eines Elektrofahrzeugs erfolgt über die Gemeinde Bergen und wird durch die Stiftung „Pflege der Infrastruktur der Gemeinde Bergen“ finanziert. Vachendorf beteiligt sich mit einer jährlichen Spende von 2500 Euro für vier Jahre, die Versicherung des Fahrzeugs übernimmt die Verwaltungsgemeinschaft. Bürgermeister Rainer Schroll bezeichnete das Projekt als ein „wertvolles Angebot, das vielen Menschen im Alltag helfen kann“.

Auf Nachfrage der Chiemgau-Zeitung zeigte sich der Vorsitzende der Sozialen Bürgerhilfe, Andreas Hess, erfreut über die Entscheidung des Gemeinderats: „Wir freuen uns sehr, dass Vachendorf das Projekt mitträgt. Damit können wir unser Angebot künftig noch mehr Menschen zugänglich machen.“

Einen weiteren Schwerpunkt der Sitzung bildete der geplante Ausbau der Grundschule Vachendorf. Das Vorhaben umfasst einen dreigeschossigen Anbau mit rund 100 Quadratmetern Grundfläche. Dort sollen künftig Räume für Mittagsbetreuung, Aula und Mehrzwecknutzung entstehen. Wegen der geringen Dachneigung war eine Befreiung vom Bebauungsplan erforderlich. Der Gemeinderat stimmte dem Antrag geschlossen zu und sprach sich dafür aus, bei der Planung auf Barrierefreiheit zu achten, etwa durch einen ausreichend großen Aufzug und ein behindertengerechtes WC. Auch die Möglichkeit einer Photovoltaikanlage soll geprüft werden.

Zwei private Bauanträge – ein Hausanbau in Hiensdorf und die Umnutzung einer früheren Schreinerwerkstatt in Geiselprechting – erhielten Zustimmung, teils unter geringfügigen Befreiungen. Außerdem berief der Gemeinderat Ordnungsamtsleiterin Elfriede Schroll zur Wahlleiterin und Andreas Schultes zu ihrem Stellvertreter für die Kommunalwahl 2026.

Im weiteren Verlauf berichtete Bürgermeister Schroll über die Polizeistatistik 2024. Die Zahl der Straftaten ist mit 24 Fällen auf einen der niedrigsten Werte der vergangenen Jahre gesunken, die Aufklärungsquote lag bei 79,2 Prozent.

Dagegen stieg die Zahl der Verkehrsunfälle leicht auf 39, sieben Rohheitsdelikte – überwiegend Fälle häuslicher Gewalt – wurden registriert. Insgesamt, so der Bürgermeister, sei die Sicherheitslage im Ort stabil.

Mehrere Ratsmitglieder sprachen Verkehrsthemen an, insbesondere den Kreuzungsbereich Spielwanger Straße/Schulstraße, an dem es immer wieder zu gefährlichen Situationen kommt. Schilder und Markierungen sollen nun überprüft werden. Auch am Kapellenweg soll die Beschilderung verbessert werden, da dort ein Hinweis auf das Ende des Geh- und Radwegs fehlt. Als mögliche Lösung wurde ein Stoppschild für Radfahrer ins Gespräch gebracht.

Zum Abschluss gab Bürgermeister Schroll bekannt, dass die Bürgerversammlung am 7. November stattfinden wird. Mit den Beschlüssen zum Sozialen Fahrdienst, zum Schulhausanbau und zu mehr Verkehrssicherheit setzte der Rat Akzente für ein sicheres, hilfsbereites und gut funktionierendes Miteinander in der Gemeinde. jni

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