„Wir sparen an der falschen Stelle“

von Redaktion

Traunsteiner Bezirksräte kritisieren eingefrorenen Etat für Caritas-Angebote

Traunstein/Oberbayern – „Hier wird an der falschen Stelle gespart“, lautete das gemeinsame Fazit der Bezirksräte Andreas Huber, Max Keil, Hubert Dorn und Peggy Gali von der Ausschussgemeinschaft ÖDP, Bayernpartei und Die Basis im Bezirkstag von Oberbayern nach einem Besuch im Caritas-Zentrum Traunstein.

Im Mittelpunkt standen die Folgen des im Haushaltsplan des Bezirks 2025 eingefrorenen Etats der „pauschal finanzierten Leistungen“, der beispielsweise auch für die Beratungszentren bei der Caritas gilt.

Im Austausch mit Dr. Franziska Fritz als zuständiger Geschäftsführerin aus dem vierköpfigen Führungsteam des Caritaszentrums in Traunstein wurde deutlich: Stationäre Maßnahmen, für die der Bezirk gesetzlich zuständig ist, verursachen wesentlich höhere Kosten als ambulante und beratende Angebote. Diese, meist von Wohlfahrtsverbänden wie beispielsweise der Caritas angebotenen Leistungen, werden vom Bezirk aber nur pauschal und geringer entlohnt, da er dies mehr oder weniger freiwillig fördert.

Statt die kosteneffizienten ambulanten und präventiven Beratungs- und Therapieangebote zu schwächen, müsse der Bezirk seine Schwerpunkte neu setzen, forderten die Bezirksräte übereinstimmend. Ihr Vorschlag: „Eine starke und frühzeitige Beratung und ambulante Therapien“ entlasten nicht nur die Betroffenen, sondern auch langfristig den Haushalt.

Einsparpotenzial sehen die Gesprächspartner vor allem bei den Verwaltungskosten. Diese könnten reduziert werden, wenn sie dezentral vor Ort in die Hände derjenigen gelegt werden, die tagtäglich in diesem Bereich arbeiten.

Als Beispiel wurde der Sozialbericht des „Sozialpsychiatrischen Dienstes“ (SPD) genannt, welcher nach Erstellung der örtlichen SPDs in der Verwaltung des Bezirks Oberbayern wiederholt „durchgekaut“ wird, wie es hieß. Im Idealfall sollte eine Reform der Struktur zu „landkreisorientierten Sozialräumen“ angestrebt werden, wie es in der Kinder- und Jugendhilfe schon erfolgreich praktiziert wird, so das Resümee der Gäste vom Bezirk.kd

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