Grünes Licht für Bernauer Grundschule

von Redaktion

Sanierung und Erweiterung kosten 24,85 Millionen Euro – Baubeginn Mitte 2026

Bernau – Eine Stunde Zeit bekamen die Planer, um ihre Pläne für die Sanierung und Erweiterung der Grundschule Bernau im Gemeinderat vorzustellen. Die Zeitspanne reichte aus, denn nach nur wenigen Detail-Nachfragen gab das Gremium der Weiterplanung grünes Licht.

Sebastian Oefele vom „Architekturbüro Sommersberger“ stellte zuerst den Bauplan vor. Drei Bauabschnitte soll es geben: Erst Abriss und Neubau des derzeitigen Verwaltungstraktes, dann Sanierung des Restbestandes und schließlich Neubau der Turnhalle.

Moderne
Räume

Im neuen Schulgebäude sollen im Erdgeschoss Aula, Speisebereich und Küche sowie die Verwaltung unterkommen, im ersten und zweiten Stock Klassenzimmer mit Lernwohnungen. Dieses moderne Schulkonzept sei nach Absprache mit der Schulleitung geplant worden, sagte Oefele. Je Lernwohnung eine Jahrgangsstufe und pro Geschoss zwei Lernwohnungen mit Holzeinbauten.

Zusätzlich sollen sogenannte Lerninseln klassenübergreifenden Platz bieten, um sich zu treffen und gemeinsam zu lernen. Auch neue Garderobenflächen sind vorgesehen. Im Untergeschoss werden Fachbereiche, EDV und Werkräume ihren Platz finden und unter der Aula die Technik. In der Kleinsporthalle sind neben der Turnhalle auch zwei Umkleiden integriert. Ausreichend WCs auf allen Etagen seien auch mit eingeplant, so Oefele.

Das Erdgeschoss ist 4,3 Meter hoch, die beiden anderen Stockwerke machen im Bestand jeweils drei Meter lichte Höhe aus: „Diese Höhe werden wir auch im Neubau übernehmen.“ Der Neubau werde in Holzhybrid-Bauweise erfolgen, um die Kosten für die Gründung zu minimieren. Ein zusätzliches Plus: Die sichtbaren Holzbalken der Holz-Beton-Verbunddecke mit Balkenlage seien gut für die Akustik. Und da die Bauteile vorgefertigt angeliefert und nachträglich vergossen werden, ergeben sich keine Verzögerungen bei der Bauzeit. Die Turnhalle werde in Beton gebaut. Allein die Fassadengestaltung – Holz oder WDVS (Wärmedämm-Verbundsystem aus mehreren, aufeinander abgestimmten Baustoffen zur Außendämmung von Gebäudefassaden, Anmerkung der Redaktion) – stehe noch aus.

Andreas Lackenbauer vom gleichnamigen Ingenieurbüro stellte dann die Gewerke Heizung, Lüftung und Sanitär vor. Der Gemeinderat habe sich in einer früheren Sitzung auf eine Nahwärmezentrale mit Luft-Wasser-Wärme-Pumpe und Biomassekessel verständigt, erinnerte der Fachmann. Entsprechend habe er für Schule, Netz für Kinder und Hausmeister-Wohnung die Pläne angelegt. Die Turnhalle werde später angeschlossen, ebenso das Haus für Musik. Alles sei auf das „kurze-Wege-Prinzip“ ausgelegt. Auch die Kosten würden sich im Rahmen halten, betonte Lackenbauer. Allein die Ergebnisse der Kanalbefahrung werden „eine ganz schöne, aber nötige Maßnahme“ nach sich ziehen: Man brauche eine neue Entwässerung nach Norden und nach Süden, eventuell sei eine Speicherrigole nötig. Jan Marczinek von „Elo-Plan“ ging auf die Elektroplanung ein. Knapp und bündig legte er das Beleuchtungskonzept samt präsenzabhängiger Lichtabschaltung, die Einhaltung der Anforderung des zukünftigen Brandschutzkonzeptes, die Medientechnik und die PV-Anlage in Ost-West-Ausrichtung dar.

Harald Niederlöhner vom gleichnamigen Landschaftsarchitekturbüro stellte die Außenanlagen vor: An der Nord-Seite soll die Zufahrt für alle – ob Schulbus, Autos oder Radfahrer – sein. Der Schulplatz selbst soll möglichst autofrei sein. Mit einer kleinen Hecke abgetrennt werden die Stellplätze dort östlich angesiedelt. Der Park soll größtenteils als solcher belassen werden. Der Allwetterplatz werde ertüchtigt. Gleichzeitig werde die 75 Meter lange Bahn von der Nord- auf die Westseite verlegt und mit dem Allwetterplatz verbunden.

Andrea Sommersberger kam auf die Kosten und den Zeitplan zu sprechen. Es sei eine qualifizierte Kostenschätzung. Alles zusammengerechnet komme man auf 24,85 Millionen Euro brutto. Ohne Unvorhergesehenes sind 23,5 Millionen Euro angesetzt. Rund 10,6 Millionen Euro brutto werden bei der Baumaßnahme gefördert. Dazu müsste beispielsweise der erste Bauabschnitt bis Ende 2027 fertiggestellt und abgerechnet sein. Auch der Holzbau werde mit maximal bis zu 200000 Euro beziehungsweise bis zu 500 Euro je Tonne gespeichertem CO2 gefördert. Vorausgesetzt, der Gemeinderat stimme zu, könnten bis Ende 2025 der Bauantrag und auf Grundlage der qualifizierten Kostenschätzung alle Förderanträge gestellt werden. Pfingsten 2026 könnte der Abbruch erfolgen, ab Juli 2026 dann der Neubau. Dafür müsse man mit der Schulleitung Interimslösungen absprechen, erklärte Sommersberger. Ende 2029 sollte das Bauvorhaben fertiggestellt sein.

Räte stimmen
einhellig zu

Die Nachfragen aus den Reihen des Gremiums betrafen die Fassadengestaltung. „Da gibt es heute keine Vergabeentscheidung“, erklärte Bürgermeisterin Irene Biebl-Daiber (CSU). Auch beim Bring-Verkehr wurde nachgefragt. Niederlöhner verwies auf eine Schulkinder-Zählung vor Ort und betonte, dass man „die Verkehre richtig gut getrennt“ habe. Die Bürgermeisterin erklärte, dass man bis Ende 2025 den Bauantrag und die Förderanträge stellen wolle. Des Weiteren müssten noch vor der Kostenberechnung mit der Schule das Farb- und Materialkonzept sowie die Ausstattung/Möblierung inklusive Bestandserhebung abgestimmt werden.

Einstimmig nahm der Gemeinderat die vorgestellten Planungen zur Kenntnis und stimmte der Fortführung des Projekts zu.

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