Breites Angebot, hoher Personalaufwand

von Redaktion

Mehr Schüler und neue Klassen im Landkreis Traunstein – Lehrermangel bleibt Thema

Traunstein – Seit dem 16. September hat für tausende Familien im Landkreis Traunstein der schulische Alltag wieder begonnen. Insgesamt 10103 Schülerinnen und Schüler besuchen seither die 51 öffentlichen und drei privaten Grund- und Mittelschulen der Region. Das Staatliche Schulamt Traunstein, genauer der fachliche Leiter, Schulamtsdirektor Clemens Gruber, geben einen Einblick, wie sich die Zahlen im Vergleich zu den vergangenen Jahren entwickelt haben. Er zeichnet weiter das Bild eines stabilen Systems, das jedoch vor allem im personellen Bereich weiterhin vor großen Aufgaben steht.

Etwas mehr
Schulanfänger

Besonders aufregend war der Schulstart für die Jüngsten: 1737 Erstklässler haben ihre Schullaufbahn begonnen. Dies stellt laut Schulamt eine minimale Steigerung von 13 Schulanfängern im Vergleich zum Vorjahr dar. Dieser leichte Aufwärtstrend spiegelt sich im gesamten Grundschulbereich wider. Mit insgesamt 6856 Schülern werden hier nun 311 Klassen gebildet, was einer Zunahme von rund fünf Klassen entspricht. Um vor Ort flexibel auf die Gegebenheiten reagieren zu können, wurden an den Grundschulen zudem 16 jahrgangskombinierte Klassen eingerichtet.

Auch im Bereich der Mittelschulen wurde ein leichter Zuwachs verzeichnet. Die Schülerzahl stieg hier um 34 auf aktuell 3247, was zur Bildung von drei zusätzlichen Klassen führte. Die durchschnittliche Klassengröße bewegt sich dabei auf einem ähnlichen Niveau wie im Vorjahr: In den Grundschulklassen sitzen im Schnitt 22 Kinder, in den Mittelschulklassen sind es 19.

Um den unterschiedlichen Bedürfnissen der Schülerschaft gerecht zu werden, setzt der Landkreis auf ein breites Spektrum an pädagogischen Konzepten und Unterstützungsangeboten. So gehört die Jugendsozialarbeit mittlerweile zum Standardangebot an allen Mittelschulen und wird bei Bedarf mithilfe des Jugendamtes auch an Grundschulen punktuell eingesetzt.

Eine feste Säule im Schulprofil des Landkreises ist das Thema „Inklusion“. Hier sind die Grund- und Mittelschule Trostberg sowie die Grund- und Mittelschule Grassau seit Jahren für den Landkreis tätig. Ergänzt wird das Angebot durch Praxisklassen an den Mittelschulen in Traunstein und Traunreut sowie durch Flex-Klassen an den Grundschulen in Tacherting, Tittmoning und Niedernfels. Ein etabliertes Kooperationsprojekt ist zudem das „Traunsteiner Modell“, eine Zusammenarbeit der Franz-von-Kohlbrenner-Mittelschule mit einer Berufsorientierungsklasse der Berufsschule I in Traunstein.

Ein besonderes Augenmerk liegt auf der sprachlichen Integration von Kindern und Jugendlichen. Für Schüler mit geringen bis gar keinen Deutschkenntnissen wurden im Schulamtsbezirk wieder elf Deutschklassen eingerichtet. Der Großteil davon, nämlich sieben, befindet sich an den Mittelschulen. Zwei weitere sind an Grundschulen angesiedelt, und jeweils eine Klasse wurde an einem Gymnasium sowie einer Realschule im Landkreis eingerichtet.

Die größte und nach wie vor drängendste Herausforderung bleibt die personelle Ausstattung der Schulen. Um den Unterricht in allen Fächern abzudecken, stehen dem Landkreis knapp 15000 Lehrerwochenstunden zur Verfügung, die von über 980 Lehrkräften erteilt werden. Zwar traten mit dem neuen Schuljahr auch 36 Lehramtsanwärter ihren Dienst an, doch der grundlegende Mangel, vor allem an den Grund- und Mittelschulen, besteht fort.

Wie das Schulamt ausführt, musste diese Lücke auch in diesem Jahr durch den Einsatz von externem Personal gemildert werden. Es sei gelungen, Kräfte für rund 540 Wochenstunden für den Landkreis zu gewinnen, um den Unterricht flächendeckend sicherzustellen.

Das schulische Angebot wird durch Schulpsychologen, qualifizierte Beratungslehrer sowie rund 90 Lehrkräfte der sogenannter „Mobilen Reserve“ komplettiert, die bei kurzfristigen Ausfällen durch Krankheit oder Schwangerschaftsvertretungen einspringen.

Viele externe
Mitarbeiter

Nach der vierten Klasse ist die Verteilung der Schüler auf die weiterführenden Schularten stabil geblieben. Wie in den vergangenen Jahren teilt sich der Strom der circa 1600 Kinder auf die drei Säulen Mittelschule, Realschule und Gymnasium auf.

Im Mittelschulbereich verfolgen dabei konstant rund 812 Schülerinnen und Schüler in 44 M-Klassen das Ziel, die Mittlere Reife zu erlangen.

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