Unterwössen – Rund 60 Bürger folgten der Einladung der Oberwössner Wählergruppe (OWG) zur Wahlversammlung in den Veranstaltungssaal des Schulhauses in Oberwössen. Barthl Irlinger, OWG-Gemeinderat und Versammlungsleiter, freute sich über den „sehr guten Besuch“ der Veranstaltung. Unter den Gästen waren der Zweite Bürgermeister Johannes Weber, mehrere Gemeinderäte, Altbürgermeister Hans Haslreiter sowie Vertreter anderer politischer Verbände aus dem Ort und örtlicher Vereine.
Irlinger eröffnete den Abend mit einem Rückblick auf die Entstehungsgeschichte der OWG. Die Gründung im Jahr 1972 sei eine bewusste Entscheidung für eine unabhängige, überparteiliche Vertretung der Interessen Oberwössens gewesen. Noch heute erinnert Irlinger stolz daran, dass die OWG mit Josef Kurz-Hörterer auch einmal einen langjährigen Bürgermeister stellte. Irlinger verwies auf die eigenständige historische Bedeutung Oberwössens: Vor der Gebietsreform habe das damalige Gemeindegebiet bis nach Ruhpolding gereicht und den heutigen Schlechinger Ortsteil Achberg umfasst. Entsprechend schwer seien die Entscheidungen in der Gebietsreform und der Zusammenschluss mit Unterwössen gefallen.
Im Rückblick auf die politische Arbeit der OWG zeigte sich Irlinger zufrieden. „Wir haben nicht alles richtig gemacht“, räumte er selbstkritisch ein, „aber wir haben immer mit unseren Entscheidungen auf Oberwössen und die Gesamtgemeinde Unterwössen geschaut.“ Dabei nannte er konkrete Projekte, an denen die OWG in den vergangenen Jahren im Gemeinderat maßgeblich mitwirkte: Der moderne Kindergarten, die sanierte Schule, das Bürgerhaus im Schulhaus Oberwössen und das Alte Bad in Unterwössen seien Ergebnisse, die „für den Bürger“ entstanden seien. Die Wählergruppe habe immer das Ohr am Bürger, das bestätigten ihm Mitbürger in Gesprächen, so Irlinger. Nur am Oberwössner Hochwasserschutz fehle es seit 20 Jahren. Umso mehr werde die OWG im Gemeinderat auf diese zentrale Aufgabe drängen.
Angesichts der bevorstehenden Kommunalwahl im März 2026 formulierte Irlinger klare Ziele. Bei der vergangenen Wahl 2020 hatte die OWG mit 18,3 Prozent der Stimmen drei Sitze im Gemeinderat errungen. Der vierte Sitz wurde nur knapp verfehlt. Für 2026 strebt die Wählergruppe vier Mandate im Gemeinderat an. Außerdem möchte die OWG das Amt des Zweiten Bürgermeisters zurückerobern.
Im Anschluss an die Rede begann unter Leitung von Andreas Voit die Wahl der neuen Liste für die Kommunalwahl. 51 Bürger beteiligten sich an der Abstimmung. Der Wahlmodus entsprach dem der offiziellen Kommunalwahl: Jeder Teilnehmer konnte bis zu 16 Stimmen vergeben, maximal drei pro Kandidat. Die Auszählung erfolgte nach Stimmenanzahl auf Grundlage der Einzelstimmen.
Die meisten Stimmen entfielen auf die Gemeinderäte der OWG: Balthasar Haßlberger mit 114 Stimmen, gefolgt von Walter Bauer mit 102 Stimmen. Ihnen folgten Stefan Steiner mit 98 Stimmen und Sebastian Meinecke mit 77 Stimmen. Gemeinderat Barthl Irlinger erhielt 74 Stimmen und wurde auf Platz fünf der Liste gesetzt. Felix Pertl belegte mit 59 Stimmen den sechsten Listenplatz. Insgesamt wurden 18 Kandidaten benannt.
Zusätzlich entschieden die Teilnehmer über drei organisatorische Fragen im Zusammenhang mit der Listenaufstellung. 44 Personen stimmten dafür, dass bei Ausscheiden eines gewählten Kandidaten der Nächste auf der Liste nachrückt. 45 stimmten der Reihung nach Stimmenanzahl zu, und 42 befürworteten die Wiederholung der vorderen Listenplätze, falls keine 16 unterschiedlichen Kandidaten benannt werden können.
Während die Stimmen ausgezählt wurden, sorgte Andreas Greimel mit einer Bilderschau mit historischen Aufnahmen und Momenten aus dem aktuellen Jahr für Unterhaltung.
Ludwig Flug