Zukunftsprojekte auf den Weg gebracht

von Redaktion

Die Marquartsteiner Gemeinderäte geben grünes Licht für einen Planungswettbewerb für den Neubau eines Kindergartens und der Grundschule. Auch den Neubau eines Mensa-Gebäudes für die Franz-von-Sales-Schule bewilligt das Gremium.

Marquartstein – In der jüngsten Sitzung des Gemeinderates in Marquartstein ging es um die Festlegung und den Umfang des Planungswettbewerbs für den Kindergarten und die Grundschule sowie optional einen Bürger- oder Veranstaltungssaal. Vorausgegangen war die Entscheidung des Gemeinderates zum Neubau des Kindergartens und der Grundschule auf dem alten Bahngelände in der Ortsmitte hinter dem Rathaus.

Zur Vorbereitung des Planungswettbewerbs beauftragte die Verwaltung das Büro Landherr und Wehrhahn Architektenpartnerschaft mbH mit der Ermittlung der Wettbewerbssummen nach verschiedenen Varianten.

Bürgersaal als
optionales Objekt

Bürgermeister Andreas Scheck (BfM) berichtete von dem Besuch einer Grundschule in München, einem kompletten Neubau mit großer Mensa, die auch als Veranstaltungs- und Versammlungsstätte dient. Er vertrat die Meinung, dass eine Schule keine große Aula haben muss, wenn in unmittelbarer Nachbarschaft ein Bürger- oder Mehrzwecksaal vorhanden ist. Dieser und mögliche weitere Synergieeffekte machten es seiner Meinung nach erforderlich, den Bürgersaal als optionales Realisierungsobjekt in den Wettbewerb einzubeziehen. Er sah darin mehr Möglichkeiten für die Planer und die Vermeidung eines späteren erneuten Planungsverfahrens für den Bürgersaal.

Josef Moritz (CSU) wies darauf hin, dass bei einem Veranstaltungssaal der Schulbetrieb am Vormittag nicht beeinträchtigt werden darf.

Innerhalb des Wettbewerbs sind Realisierungsteil und Ideenteil zu unterscheiden. Der Realisierungsteil beinhaltet ein Auftragsversprechen für die Planung an den Gewinner. Beim Ideenteil ist dies nicht der Fall, und die Urheberrechte bleiben beim Architekten.

Für den Wettbewerb am ehemaligen Bahngelände wurden insgesamt fünf Varianten vorgestellt. Der Gemeinderat entschied sich einstimmig für einen Planungswettbewerb, der Kindergarten, Grundschule und Bürgersaal mit Realisierungsversprechen beinhaltet. Der Bürgersaal soll jedoch hinsichtlich des Auftragsversprechens ausdrücklich optional ausgeschrieben werden. Die weiteren öffentlichen und privaten Freianlagen sollen im Wettbewerb als Ideenteil bearbeitet werden. Die Wettbewerbssumme beträgt bei dieser Variante 166600 Euro.

In der Diskussion für die Entscheidung äußerte Roland Polleichtner (BfM) seine Freude darüber, dass das Projekt nun angepackt wird. Martin Riedl (CSU) befand es als gut, dass die Ausführungen zeitlich variabel sind.

Claudia Kraus (Grüne/Offene Liste) wünschte sich, dass das Maximale an Synergieeffekten herausgeholt werden soll. Dem stimmte Andreas Scheck zu und fand es ebenfalls ideal, wenn Synergien ausgenutzt werden, betonte aber, dass die Praktikabilität im Auge behalten und ein gesunder Mittelweg gefunden werden sollte.

Josef Moritz (CSU) hielt es für wichtig, einen gut formulierten Planungswettbewerb für bestmögliche Lösungen aufzustellen und dabei zu vermitteln, dass ein neues Schulkonzept gewünscht ist. Geschäftsführer Florian Stephan informierte, dass bereits ein Förderantrag gestellt wurde und Kontakt mit der Schulaufsicht besteht.

Die katholische Jugendfürsorge der Erzdiözese München und Freising hat einen Bauantrag auf Neubau eines Mensa-Gebäudes mit Speisesaal, Ausgabeküche, Unterrichtsräumen und zentralen Technikräumen für die Franz-von-Sales-Schule, „Pädagogisches Zentrum Schloss Niedernfels“, gestellt. Das Bauvorhaben an der Schlossstraße in Niedernfels befindet sich baurechtlich im Außenbereich, im Sondergebiet Schule. Gegenstand des Antrags ist der Abbruch eines Bestandsgebäudes, welches durch ein Mensagebäude ersetzt werden soll. Der Neubau hat eine Größe von rund 14 mal 36 Metern, ist im Norden abgewinkelt parallel zur Straße, und das Dach wird rechtwinklig mit einem Freisitzbereich fortgesetzt.

Erik Oberhorner von der Bauverwaltung teilte weitere Details mit, wie die Tatsache, dass das Dach bis zur Gebäudekante mit einer Ziegeleindeckung ausgeführt wird und der Dachüberstand als Metalldach, wodurch das Dach leichter wirken soll.

Diskussion über
PV-Anlage

Nicht einverstanden war der Gemeinderat damit, dass auf das Dach keine Solaranlage gesetzt werden soll und eine Befreiung von der Solaranlagenpflicht beantragt wurde. Zur Begründung wurde vom Denkmalschutz die exponierte Lage des Gebäudes am Ortsrand in direkter Nachbarschaft und Blickbeziehung zum Denkmal Schloss Niedernfels angeführt. Geschäftsleiter Florian Stephan sah auch eventuell eine wirtschaftliche Überlegung zu diesem Thema.

Die Gemeinderäte erteilten das Einvernehmen zu diesem Bauvorhaben, jedoch mit der Einschränkung, dass für die Befreiung von der Solaranlagenpflicht kein Einverständnis besteht. Auch der beantragten Befreiung von der Gestaltungssatzung für die Ausführung der Vordachbedeckung in Blech stimmte der Rat nicht zu.

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