Grassau – Teils chaotische Verhältnisse herrschen während der Schulzeiten zwischen Birkenweg, Rathausparkplatz und Marktstraße. Hauptsächlicher Grund ist der Hol- und Bringverkehr der Eltern, die ihre Kinder gerne direkt vor dem Schulportal absetzen möchten. Dies ist nicht neu, doch mit Abschluss der Sanierung und des Neubaus des Schulkomplexes soll sich dies grundlegend ändern. Erste Planvarianten, erarbeitet vom „Büro BEGS Traunstein“, vorgestellt von Ingenieur Gerhard Hajer für eine Verkehrsberuhigung, wurden nun dem Marktgemeinderat vorgelegt.
Verkehr gezielt
verlangsamen
Die Forderung nach einer neuen Verkehrsführung nach Abschluss der Schulbaumaßnahme stammt noch aus dem ehemaligen Marktgemeinderat, informierte Bürgermeister Stefan Kattari. Der Gemeinderat habe sich mit verschiedenen Planvarianten an die Materie herangetastet. Ein Teil des Birkenwegs wird gestaltet werden müssen, da die neu anzulegende Grünfläche mit dem Straßenkörper geplant wird.
Für den Pausenhof gebe es entsprechende Fördermittel, dieser werde unabhängig von der vorbeiführenden Marktstraße geplant. Attraktive Hol- und Bringzonen seien wichtig, da um den Schulumgriff teils chaotische Verkehrszustände herrschen, erklärte Kattari. Hier wäre es wünschenswert, wenn „dauerhafte Lösungen“ angeboten werden können.
Ziel der Planung, so Architekt Hajer, sei es, den Verkehr zu verlangsamen und auch den Schleichverkehr bei starker Verkehrsbelastung der B305 zu verhindern. Folglich müsse der Birkenweg für eine Umfahrung unattraktiv gestaltet werden. Dafür solle mehr Sicherheit für Fußgänger und Radfahrer herrschen. Die Buszone gegenüber dem Rathaus soll bleiben, wobei von der Marktstraße um das Rathaus als Kreis mit Ausfahrt Birkenweg eine Einbahnstraßenregelung gelten könnte. Der vordere Bereich Birkenweg soll Zone 30 werden und beidseitig befahrbar bleiben. Auf Höhe der Grundschule bis zum Haupteingang der Schule ist eine verkehrsberuhigte Zone mit vorgeschriebener Geschwindigkeit von sechs Stundenkilometern angedacht. Die Fahrbahnbreite könnte auf 4,50 Meter plus Kiesbankett reduziert werden, was einen Gegenverkehr noch ermöglicht, aber verlangsamt.
Rat befürwortet
Hochbord
Auf Höhe der Schule schlug der Planer eine Fahrbahnbreite von nurmehr vier Metern vor. Der Gehweg solle verschwenkt und eine Grünfläche zur Fahrbahn vorgelagert werden. Ein Fahrbahnversatz und Einbau einer Engstelle würden den Verkehr weiter drosseln. Zudem sei eine optische Aufwertung mit Sträuchern wünschenswert. Auf Höhe der Sporthalle würde der Gehweg an die Fahrbahn anschließen. Der Vorschlag des Planers, Gehweg und Fahrbahn flächenbündig zu machen, fand keinen Zuspruch. Der Rat präferierte hier zur Abgrenzung ein Hochbord.
Auf ausreichenden Raum für die Aufstellfläche der Feuerwehrdrehleiter zu achten, mahnte Tom Göls (CSU). Auch der Schwenkbereich der Drehleiter muss beachtet werden. Ob mit der neuen Straßenführung noch Busse kursieren können, interessierte Dr. Winfried Drost (UGL). Die Breite sei ausreichend, so Hajer. Auf Nachfrage von Richard Schreiner (SPD) erklärte Hajer, dass die jüngeren Schüler den Gehweg als Radstrecke nutzen, die älteren Schüler die Straße, was ebenfalls zu einer Verlangsamung des Verkehrs beitrage. Ob eine Kennzeichnung des Birkenwegs als Fahrradstraße sinnvoll und möglich ist, fragte Dr. Drost. Dies sei schwierig, so Hajer, da die Straße eine Erschließungsstraße mit Anliegerverkehr sei. Dies werde noch geprüft. Der Einbau von Schwellen, so wie von Dr. Drost angefragt, könnte den Verkehr verlangsamen, stelle aber für den Winterdienst Probleme dar.
Diskutiert wurde über die Breite des Birkenwegs und Franz Pletschacher fragte, ob 4,50 Meter für Versorgungsfahrzeuge nicht zu schmal wären. Seiner Ansicht nach würde sich als Hol- und Bringzone der Festplatz, derzeit von den Schulcontainern belegt, eignen. Zudem sollte man auf die Kosten achten, nachdem die Schätzung bereits bei 1,5 Millionen Euro liege.
Im zweiten Teil der Diskussion befasste sich der Rat mit der Weiterführung des Birkenwegs, entlang des Kindergartens und Einmündung zum kleinen Birkenradweg. Im Bereich Kindergarten solle die Straße etwas verengt, ein Längsparkplatz entfallen und dafür mehr Grünfläche geschaffen werden. Entlang des Festplatzes gelte wiederum eine Zone 30 und entlang des Gehweges eine verlängerte Grünfläche.
Marina Gasteiger (SPD) sprach sich gegen eine Reduzierung der Längsparkplätze vor dem Kindergarten aus und wurde von Daniela Ludwig (CSU) unterstützt, die vor allem die aufgepackten Mamas der Krippenkinder im Blick hatte. Marina Gasteiger hatte dann die Idee, Krippenparkplätze entlang des Kindergartens auf dem Festplatz zu schaffen. Auf die schwierige Verkehrssituation Radweg, Einmündung Birkenweg mit Querung der Hochgernstraße verwies Ludwig. Hier müsse mehr Übersichtlichkeit geschaffen werden. Für Klaus Noichl (CSU) sind ausreichende Parkplätze kein Problem, zumal diese Planung erst nach der Schulmaßnahme umgesetzt wird, die Schulcontainer entfernt und der Festplatz frei zugänglich ist. Der Platz sei wunderbar für einen Hol- und Bringdienst. Zu den geschätzten Kosten von derzeit 1,5 Millionen Euro fügte Bürgermeister Kattari hinzu, dass vor den Maßnahmen auch weitere Gewerke wie Kanäle und Wasserleitungen geprüft werden müssen.
Planentwurf
wird ausgearbeitet
Die Verengung der Marktstraße auf Höhe der Musikschule soll etwas anders gestaltet werden und die Straße eine organische Form erhalten, meinte der Planer. Die Straße werde nur für den Anliegerverkehr freigehalten. Der Rathausparkplatz bleibt unberührt. Hier hatte Manfred Huber (AE) die Idee, den Parkplatz für einen Hol- und Bringdienst der Grundschüler zu nutzen. Kattari meinte, der Rat solle sich entscheiden, was mit der Marktstraße passiere, ob diese Einbahnstraße werde, oder nur mehr Radfahrer fahren dürfen, oder ob es bei der bisherigen Regelung bleibt. Daniela Ludwig betonte, dass diese als Marktstraße auch für die Märkte der Gemeinde erhalten bleibt.
Nach einer mehrstündigen Diskussion und Ideensammlung wurde der Punkt ohne Beschlussfassung abgeschlossen. Die Anregungen werden nun in den nächsten Planentwurf eingefügt.