Almabtrieb von der Dalsenalm – Wertvolle Kulturlandschaft erhalten

von Redaktion

Die Dalsenalm ist ein Almgebiet zwischen Kampenwand und Geigelstein. Jedes Jahr im Frühjahr treiben die drei Bauern aus Raiten, der Feichten Bauer, der Bichl Bauer und der Huber Bauer, ihr Jungvieh auf die vordere Dalsenalm. Jetzt wird das Futterangebot auf den Almen immer magerer und es ist Zeit, die Tiere wieder heimzuholen.

Wenn beim Almsommer alles gut gegangen ist, in der Familie und bei den Tieren, keines krank geworden oder gar tödlich abgestürzt ist, dann kann der festliche Schmuck für die Tiere angelegt werden, die Kronen, Kreuze, Daxnboschen und Wistlbam. Viel Geduld erfordert die Herstellung des aufwendigen Schmuckes für die Rinder, schon Mitte August wird mit dem Sammeln der Naturmaterialien und dem Basteln begonnen.

Der historische Hintergrund für den aufwendigen Schmuck für die Tiere liegt in einem uralten Volksglauben. Die Menschen dachten früher, dass auf dem Weg zwischen Stall und Alm Hexen und Dämonen lauern, die es zu überlisten galt. Dafür stattete man die Tiere mit dem Schmuck aus, hinter dem sie sich versteckten und für die Geister nicht erkennbar sein sollten.

Den ganzen Sommer konnten sich die Tiere frei auf dem 54 Hektar großen Almgebiet bewegen und artgerecht leben. Das Almgebiet ist eine ökologisch wertvolle Kulturlandschaft, die nur durch die Bewirtschaftung der Almbauern erhalten bleibt.

Dort wo Almen aufgegeben und offen gelassen werden, verwildern die Blumenwiesen und werden überwuchert von Sträuchern, kleinen Bäumen und Brombeeren. Und damit gehen seltene Pflanzen, Tiere und Insekten für immer an diesem Ort verloren.Fotos / Text Wunderlich

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