Marquartstein – Fast persönlich begrüßt werden die Besucher der Ausstellung „950 Jahre Burg Marquartstein“ von den lebensgroßen Figuren des Ritter Marquart und seiner Frau, Gräfin Adelheid. (gestaltet von Toni Bader) im Rathausfoyer.
Gleich danach begrüßte der Hausherr im Rathaus, Bürgermeister Andreas Scheck, die zahlreichen Gäste und sah die Burg nicht nur als Namensgeber des Ortes, sondern auch als ein stiller Zeuge von einem Jahrtausend bewegter Geschichte – von ihren mittelalterlichen Anfängen bis in unsere Gegenwart. Die Ausstellung ist nicht nur eine Dokumentation der 950-jährigen Geschichte, es wird über die Menschen berichtet, die dort ein- und ausgegangen sind, von Adeligen, Staatsdienern, Familien, Künstlern und Idealisten.
Der Bürgermeister bedankte sich bei den Mitgliedern des Beirats für Kultur und Bildung (Claudia Riess, Birgit Bader, Siegi Götze und Michi Elgass), die mit viel Engagement und Herzblut interessante Informationen, Gemälde, alte Postkarten und Gegenstände zur Burg zusammengetragen haben.
Claudia Riess (Sprecherin des Beirats) erzählte von ihrem persönlichen Bezug zur Burg (ihr Vater war Lehrer im LSH) von den Umbauten, Erweiterungen, Renovierungen, von den Schulen, dem Landschulheim (ab 1928 in der Burg), Wohngebäuden – eine lange und bewegte Zeit, für die der Beirat einen Bogen in der Ausstellung spannt, von den Anfängen bis zur Gegenwart.
Bestimmt wird jeder Besucher Neues erfahren, so viele Informationen zur Burg hat der Beirat in vielen Stunden der Recherche und Beschaffung zusammengetragen. Ob vom Ritter Marquart und seiner Frau Adelheid, vom Sitz des Pflegegerichts auf der Burg, vom Oberförster Cyprian, von der Familie Tautphoeus, herausgehoben Jemima Montgomery, vom Landschulheim (1928 bis 58) auf der Burg, Postkarten aus verschiedenen Jahrhunderten (1887-1950) oder die Leihgaben mit Bildern zur Burg von verschiedenen Künstlern im ersten Stock.
Auch Kurioses ist zu finden, zum Beispiel Auszüge aus dem Ehehaftung- und Gesetzbuch vor 500 Jahren, wo auch verzeichnet war, wie weit die Hühner laufen dürfen und was für die Wiesenmahd und die Bergwiesen galt.
Bei drei Vorträgen können die Besucher das Wissen um die Burg Marquartstein vertiefen. Am 16. Oktober um 17 Uhr mit dem Thema „Die Burg als Schule“ von Birgit Bader, am 31. Oktober um 18 Uhr „Die Burg um 1800 – ein Forsthaus“ von Uta Grabmüller, die auch noch am 7. November um 17 Uhr über die Familie Tautphoeus vorträgt. Alle drei Veranstaltungen finden im Treffpunkt M statt.
Die Ausstellung „950 Jahre Burg Marquartstein im Wandel der Zeit“ läuft bis zum 6. November im Rathausfoyer zu den Öffnungszeiten. wun