Traunstein – Die neuen Bürogebäude haben dem Norden des Traunsteiner Bahnhofplatzes in den vergangenen Jahren ein modernes Gesicht gegeben – jetzt ist auch der zweite Bau bezogen: die Firma „MaxSolar“ hat sich angesiedelt. Schon 2009 in Traunstein gegründet, war das Unternehmen zuletzt in Wolkersdorf und Erlstätt zu Hause. „Die Standortsuche war ein großes Thema. Büros in der Größenordnung findet man nicht viele“, so Geschäftsführer Christoph Strasser beim Besuch der Chiemgau-Zeitung. Denn: In der Traunsteiner Zentrale beschäftigt die Firma knapp 200 Angestellte. Weitere Standorte gibt es in Hamburg, München und Berlin.
Elf Millionen
Euro investiert
„Wir sind froh, hierbleiben zu können. Das wollten auch unsere Leute“, erklärt Strasser. Ansonsten wären Mühldorf oder Rosenheim als neue Firmensitze infrage gekommen.
Im Januar 2023 begannen die Überlegungen für den Neubau in Traunstein, im Mai vorigen Jahres dann der Bau, im September war die offizielle Eröffnung. Eigentümer ist die „Hartinger Unternehmensgruppe“ aus Rosenheim. Der Mietvertrag von „MaxSolar“ am Bahnhofplatz geht über mindestens zehn Jahre, wie Geschäftsführer Strasser sagt.
Acht Millionen Euro flossen in den Bau, „MaxSolar“ investierte zusätzliche drei Millionen – unter anderem in eine Ladeinfrastruktur für 32 Elektroautos auf dem Parkplatz. Fünf davon sind vollständig öffentlich zugänglich, teils lassen sich in zehn Minuten 200 Kilometer Reichweite betanken. Die übrigen 27 Ladepunkte stehen in erster Linie der Firma zur Verfügung, darüber hinaus aber auch der Öffentlichkeit. „Wir wollen den Innenbereich der Stadt beleben“, so ein Motiv des Neubaus laut dem Geschäftsführer.
Im Erdgeschoss wird es deshalb auch einen öffentlichen Veranstaltungsraum für bis zu 80 Personen mit Außenterrasse geben. Vereine, Behörden, Schulen oder Unternehmen seien willkommen. Der Raum steht laut Strasser kostenlos zur Verfügung. Auch eine Co-Working-Area sei denkbar, um die Vernetzung mit dem Campus Chiemgau zu fördern.
Insgesamt kommt das Gebäude auf 2600 Quadratmeter Bürofläche. Mit 20 Metern Höhe überragt es den ersten, benachbarten Neubau, der auch von der „Hartinger Unternehmensgruppe“ gebaut wurde.
Christoph Strasser bezeichnet seine Firma als „Infrastrukturentwickler für erneuerbare Energien – von der grünen Wiese bis zum Kraftwerk“. Heißt konkret: „MaxSolar“ entwickelt, baut und betreibt Fernwärmenetze, Windräder, Photovoltaik-Freiflächenanlagen, Großbatteriespeicher und Ladeinfrastrukturen für Elektroautos. Im Südosten Oberbayerns ist man laut Strasser die größte Firma im Bereich der „Erneuerbaren“. Bei den Kunden handelt es sich in erster Linie um Kommunen oder große Unternehmen.
Ein Raum zur
öffentlichen Nutzung
Alle bisher von „MaxSolar“ in Betrieb genommenen Projekte haben eine Erzeugungsleistung von 1,2 Gigawatt. Der Jahresumsatz der Traunsteiner Firma liegt bei rund 400 Millionen Euro. Für die Reit im Winkler „Naturwärme GmbH“ baut man momentan beispielsweise eine Freiflächen-PV-Anlage, in Amerang und Marktl ist man an neuen Fernwärmenetzen beteiligt, in Schnaitsee an einem Batteriespeicher und auf einigen Wanderparkplätzen der Region habe man schon Ladesäulen für Elektroautos gebaut.