von Redaktion

Förderverein zur Sanierung der Grassauer Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt will sich auflösen

Grassau – In den 20 Jahren seines Bestehens hat der Förderverein zur Sanierung der Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt viel erreicht. Knapp 151000 Euro wurden an die Kirchenverwaltung für verschiedenste Renovierungs- und Restaurierungsarbeiten weitergeleitet, so die positive Bilanz in der letzten Jahresversammlung. Nun, so beschlossen die Mitglieder, soll der Verein aufgelöst werden, da der Vereinszweck erfüllt ist und Kirche sowie Figuren in gutem Zustand sind.

Kugelverkauf
zu Weihnachten

Vorsitzender Michael Strehhuber freute sich, auch seinen Amtsvorgänger Sepp Grießenböck zu begrüßen, der den Verein 15 Jahre lang geführt hat. In den vergangenen zwei Jahren standen keine Sanierungsarbeiten auf dem Programm. Laut Strehhuber habe der Förderverein als einzige Aktivität die Weihnachtssammlerkugeln mit einem Motiv aus der Kirche bedrucken lassen und diese verkauft. Die Kugeln, die jedes Jahr neu in anderer Farbe und mit einem Motiv aus der Pfarrkirche besorgt wurden, erfreuten sich großer Beliebtheit und es wurden auch immer viele verkauft. In den vergangenen drei bis vier Jahren brach, so Strehhuber, der Verkauf ein wenig ein und es waren immer noch Restbestände vorhanden.

Mit Blick in die Zukunft sagte Strehhuber: „Wir möchten den Verein auflösen“ und sprach für die Vorstandschaft. Er betonte, dass dies nicht für immer sein müsse, denn der Verein könne jederzeit wieder reaktiviert werden, wenn wieder Fördermittel für den Erhalt der Kirche notwendig werden. „Nur um Geld zu horten, dafür ist der Verein nicht da“, so Strehhuber. Hier gehe es nicht darum, dass die Vorstandschaft nicht mehr weitermachen möchte, wie bei manch anderen Vereinen, die sich auflösen, sondern vielmehr darum, dass der Vereinszweck erfüllt ist und kein Renovierungsbedarf derzeit besteht, folglich der Verein eigentlich überflüssig ist. Schließlich mache es keinen Sinn, von den Fördermitgliedern Spenden einzusammeln, wenn diese nicht benötigt werden.

Strehhuber erklärte weiter, dass Gelder des Vereins nach dem Vereinszweck verwendet werden müsse, eine Unterstützung bei der Sanierung eines anderen Bauwerks oder Einrichtung sei nicht möglich, da der Verein dann seine Gemeinnützigkeit verlieren würde.

Mitglied des Vereins Erich Kamm bedauerte die Entscheidung der Vorstandschaft. Der Verein sei Ausdruck dafür, dass Interesse an der Kirche als wunderschönes Gebäude bestehe. Er fragte, ob die Satzung des Vereins auf alle Kirchen und Kapellen im Pfarrverband erweitert werden könnte. Dies hielt nicht nur Strehhuber für schwierig, da der Verein ausdrücklich für den Zweck der Sanierung der Pfarrkirche gegründet wurde und viele Mitglieder nur deshalb dem Verein beitraten.

Kassenführerin Annette Herzinger erklärte weiter, dass damals bereits darauf hingewiesen wurde, dass der Verein nur auf bestimmte Zeit bestehen werde. Pfarrer Andreas Horn fügte hinzu, dass die Kirchstiftung Mariä Himmelfahrt weiter bestehe und auch an diese gespendet werden könne. Eine Spendenquittung könne ebenfalls ausgestellt werden. Pfarrer Horn erinnerte an die Generalsanierung der Pfarrkirche, die zur Gründung des Vereins führte. Nun könne man nicht mehr jammern. Vieles wurde auch dank der Unterstützung des Vereins restauriert.

Eine Zusammenstellung dessen, was in den vergangenen Jahren in der Pfarrkirche mit Unterstützung des Fördervereins restauriert wurde, trug Kassenwartin Annette Herzinger vor. Bei der Generalsanierung wurden außerordentliche Restaurierungen finanziert. Auch an der Sanierung der Totenkapelle beteiligte sich der Verein. Das Krippenhintergrundbild wie auch die Sanierung der Zunftstangen konnte der Verein finanziell unterstützen. Viele alte Gemälde wurden hergerichtet, darunter auch das Deckenfresko unter der Empore mit Darstellung einer Wallfahrt. Restauriert wurden zudem etliche Figuren, wie die der zwei Bischöfe und auch einige Engel, die in großer Anzahl in der Kirche vorhanden sind, erhielten ein frisches Aussehen.

Die Skulptur des Auferstandenen sowie der Bruderschaftsaltar und das Gemälde Ecce Homo wurden mithilfe des Vereins restauriert. Letztlich konnten zudem den Engeln auf der Kanzel die fehlenden Musikinstrumente nach Rekonstruktion wieder in die Hände gelegt werden.

Nun müssen die
Mitglieder abstimmen

Allein aus Mitgliederbeiträgen und Spenden wäre die Fördersumme nicht zustande gekommen. Der Förderverein erwirtschaftete selbst Einnahmen aus Flohmärkten, dem Kugelverkauf, Kuchenverkäufen und aus einem Kirchenkonzert, berichtete Herzinger.

Nach der Präsentation eindrucksvoller Fotos von der Generalsanierung der Kirche beschloss die Versammlung mehrheitlich die Auflösung. Für eine Auflösung war jedoch nicht die erforderliche Anzahl des knapp 100 Mitglieder starken Vereins anwesend. Folglich musste ein neuer Termin festgelegt werden. Dieser ist nun am Mittwoch, 12. November, um 19 Uhr im Pfarrheim.

151000 Euro gesammelt – Zweck erfüllt

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