Traunstein – Moderator Tom Meiler betonte im Rahmen der Sportlerehrung der Stadt Traunstein in der Klosterkirche, er habe die Befürchtung, dass der Stadt Traunstein das Edelmetall ausgeht. Mit 200 Sportlern wurde eine rekordverdächtige Zahl mit Medaillen und Urkunden geehrt, die gleichzeitig ein eindrucksvoller Beweis waren, dass in den Traunsteiner Sportvereinen gut und erfolgreich gearbeitet wird und Ehrgeiz, Fleiß und Talent bei manchem Aktiven reife Früchte trägt. Die Stadt Traunstein schafft die Basis mit einer breiten Palette moderner Sportstätten und fördert dadurch den Breiten- wie auch Leistungssport in den Vereinen.
Christian Hümmer
bleibt Zuschauer
Was einen Edelmetallengpass vor dem Hintergrund der vielen vergebenen Medaillen angeht, konnte Traunsteins Oberbürgermeister Christian Hümmer augenzwinkernd Entwarnung geben: Da habe man Reserven, so das Stadtoberhaupt, und betonte erfreut, dass man in der Stadt rund 3000 Kinder und Jugendliche habe, die in den Vereinen „ihren“ Sport betreiben würden. Er stellte den Sport als ein bedeutendes Thema für die Gesellschaft heraus. Dieser würde die Gemeinschaft fördern und sei „unglaublich wichtig“, so Hümmer: „Sport integriert“. Er persönlich sei eher „Zuseher“ und habe ein Faible für Fußball, Basketball und Ringen, könne sich aber auch für andere Sportarten begeistern. Sein persönlicher, täglicher Sport seien aber eher täglich die drei Stockwerke von der Tiefgarage in sein Büro im Rathaus zu „ersteigen“.
Stefan Namberger, Vorsitzender des Stadtverbands der Sportvereine, ging kurz auf die finanziellen Förderungen der Stadt in den Sport ein, blickte in die Runde in der bis auf den letzten Platz gefüllten Klosterkirche und betonte: „Das Geld ist gut angelegt, wir haben gute Sportler.“
Im Nachgang wurden die 200 Sportler für ihre Leistungen – gemäß den Kriterien des Stadtverbands, abgestuft nach ihrem sportlichen Erfolg – geehrt. Jugendliche mit einer kleinen Medaille und einer Urkunde, Erwachsene mit großen Medaillen und Urkunden. So mancher davon wurde dabei schon in den vergangenen Jahren für seine sich wiederholenden Erfolge gewürdigt. Und egal, ob sich diese auf Medaillenplätze auf Bezirksebene bewegten oder nationale bis internationale Erfolge als persönlicher Erfolg an der Leinwand angeschrieben standen. Es war unschwer zu erkennen, dass so mancher Sportler eine gehörige Portion Stolz mit auf die Bühne brachte.
In einem Block berichteten junge Sportler über den erfolgreichen Sprung vom Breiten- zum Leistungssport: So schilderten Pia Küblböck, Magnus Weese, William Musgrove und Anton Uzicanin vom Sportbund Chiemgau ihren Einstieg in die Jugendbundesliga mit bis zu vier Trainingseinheiten pro Woche in München und Spielen am Wochenende. Bei allen wurde klar, dass die Unterstützung durch das Elternhaus oft die Grundlage für erfolgreichen Leistungssport ist. So mancher Vereinsverantwortliche wird es auch gerne gehört haben, dass die jungen Sportler auch ihren Verein zu Hause nicht vergessen: „Wir haben unserem Heimatverein viel zu verdanken“, sagte Weese.
Ein großer Moment der Motivation war auch der Bühnenauftritt der Biathlontrainer und -techniker Martina Seidl und Lukas Stuffer. Erstere hatte 1998 im japanischen Nagano olympisches Gold gewonnen und zog die Medaille locker aus der Hosentasche. „Die ist Geschichte, aber es gibt jetzt neue Vorbilder.“ Ihres sei damals Peter Angerer gewesen. Der Biathlet vom SC Hammer holte 1984 olympisches Edelmetall. Für sie sei es damals wichtig gewesen, ein sportliches Vorbild zu haben. „Aber das müssen die Jugendlichen heute selbst entscheiden.“
Stuffer machte deutlich, dass man im internationalen Vergleich in der Nachwuchsförderung vorne mit dabei sei. Dennoch kämpfe man auch mit Nachwuchsproblemen, weshalb man mit dem Konzept „Biathlon 4 All“ verstärkt an den Schulen um Nachwuchs werbe. Seidl – 2020 zur DSV-Trainerin des Jahres gewählt – ermutigte die gespannt zuhörenden Sportler mit Fleiß und Geduld an ihren Sport heranzugehen: „Dann kommt der Erfolg!“
Zur Überraschung von Stadtverbands-Vorsitzenden Stefan Namberger gab es zum Ende der Festveranstaltung noch eine Sonderehrung: Namberger wurde für seine ehrenamtliche Tätigkeit in Sachen Sport in Traunstein geehrt. Seit 25 Jahren ist er im Vorstand tätig, seit 2004 als Vorsitzender. „Du hast keine sportlichen Höchstleistungen gebracht. Aber du bist seit 25 Jahren für den Sport in Traunstein engagiert“, sagte Oberbürgermeister Hümmer.
Stefan Namberger
verteilt die Gelder
Seit 75 Jahren gäbe es den Stadtverband, der sich im Auftrag Traunsteins um die finanzielle Ausstattung der Traunsteiner Sportvereine kümmert, so der Oberbürgermeister weiter. Ein Drittel der Zeit unter der Führung Nambergers, der die Gelder „fair und gerecht verteilt hat“. Das sahen auch die anwesenden Vereinsvertreter und Sportler und zollten dem Geehrten lang anhaltenden Applaus – wohl wissend, was sie an der Unterstützung durch die Stadt Traunstein über den Stadtverband, aber auch in der Person Nambergers, haben.