Siegsdorf – Mit einem deutlichen Mehrheitsbeschluss hat sich der Siegsdorfer Gemeinderat für die langfristige Fortführung des Mammut-Museums unter der Trägerschaft der Gemeinde Siegsdorf ausgesprochen und damit den Grundstein für eine zukunftsträchtige Weiterentwicklung des beliebten Museums geschaffen.
Museumsleiter Manfred Heynck und seine Stellvertreterin Hanni Steigelmann waren dazu zur Sitzung gekommen, in der Museumsleiter noch einmal in Kurzform auf die Bedeutung der Einrichtung und deren derzeitige Probleme einging. Bereits in einer Klausurtagung des Gremiums im Frühsommer und in persönlichen Führungen durch das Museum hatten sich die Gemeinderäte zudem in das Thema einarbeiten können.
50000 Besucher
pro Jahr
Manfred Heynck stellte in seinen Erklärungen besonders die Bedeutung des Museums für den regionalen Tourismus heraus und erinnerte an die deutliche Belebung des Ortskernes durch jährlich 50000 Besucher. „Mammut“ ist mittlerweile ein positiv besetzter Begriff in Verbindung mit dem Ort“, war sich Heynck sicher und zeigte anhand von Beispielen auf, dass „Siegsdorf und Mammut mittlerweile fest zusammen gehören“.
Mit dem Verweis auf die dringendsten Probleme im Eingangsbereich, die fehlenden Flächen für Besucher und Shop, sowie die notwendige Modernisierung der Ausstellungen in pädagogischer und technischer Hinsicht, stellte er ein Konzept zur besseren Präsentation der Exponate und Räume in Aussicht.
Bürgermeister Thomas Kamm unterstrich das Thema mit dem Hinweis, dass man beim Bau und der Eröffnung vor 30 Jahren von Besucherzahlen zwischen 5000 und 10000 Besuchern jährlich ausgegangen war. Mit den seit Jahren konstanten knapp 50000 Gästen könne man auf eine große Erfolgsgeschichte zurückblicken, freute sich Kamm und betonte: „Unser Museum hat sich zu einem Leuchtturm-Projekt nicht nur in der Region, sondern bayernweit entwickelt“. Bei allem Erfolg befinde man sich aber jetzt an einem Scheideweg, mahnte Kamm an. Entweder es erfolgt eine zukunftsorientierte Neuausrichtung, oder man müsse mit einer Stagnation, verbunden mit einem deutlichen Rückgang der Besucherzahlen rechnen, was aber auch die Aufrechterhaltung und den Fortbestand des Mammut-Museums erschweren würde. Kamm erläuterte dazu auch, dass es kein „maßgeschneidertes Fördersystem“ für ein solches Museum gibt und man daher seit geraumer Zeit verstärkt versuche, in die Netzwerke der Staatlichen Museen eingebunden zu werden und die maßgeblichen Entscheidungsträger für die Bedeutung des Siegsdorfer Museums mit seinem Alleinstellungsmerkmal „Geologie und Prähistorische Sammlung“ zu sensibilisieren. „Das Forschungsministerium muss aber wissen, dass wir als Gemeinde dahinter stehen und ein Konzept für die Zukunft vorlegen können“, betonte Kamm die Dringlichkeit des Themas.
Grundsätzlich positiv und angetan von den ausführlichen Vorabinformationen äußerten sich Marlis Neuhierl-Huber (Grüne), Steffi Buchner (UW) und Dr. Jürgen Leiert (CSU) zum Beschlussvorschlag. Dr. Leikert zollte der Museumsführung dabei seinen Respekt für die vorgestellten Visionen und das Engagement und war sich mit den Vorrednern einig, das Projekt zu unterstützen.
Hans Geiger (BfS) regte an, den Eingangsbereich („eigentlich eine Zumutung für Besucher und Personal“) auf jeden Fall zeitnah zu aktualisieren und Dr. Christian Gerhart (BfS) stellte in den Raum, ob man nicht auch die Industrie- und Gewerbebetriebe des Ortes als Unterstützer einbinden könnte. Gerhard Gimpl (Grüne) sah die Chance, auch das ungenutzte „Angermeier-Haus“ auf der anderen Seite der Traun einzubinden und Bernhard Kübler (SPD) regte an, wenn möglich die Werbung an der A8 zu verstärken.
Willi Geistanger (Grüne) bedankte sich für das innovative und zukunftsträchtige Konzept, das jedoch mit immensen Kosten verbunden sei. Er wollte das Museum zwar erhalten, konnte sich aber einer Erweiterung aus Kostengründen keinesfalls vorstellen. Andreas Scheck und Ludwig Geisreiter (UW) waren sich einig: „Die Klausur hat uns allen die Augen geöffnet, das Museum gehört zum Dorf und den meisten ist gar nicht bewusst, wie viel Leben damit ins Dorf gebracht wird.“ Geisreiter zog mit der Aussage nach: „Wenn es gemacht wird dann auch richtig.“
Der Beschlussvorschlag der Verwaltung lautete: „Die Gemeinde Siegsdorf bekennt sich ausdrücklich dazu, die Trägerschaft des Mammut-Museums mit Steinzeitgarten aufrecht zu erhalten und beschließt die langfristige Fortführung, sowie den Weiterbetrieb des Museums und des SteinZeitGartens. Damit verbunden sind finanzielle, infrastrukturelle, pädagogische und personelle Rahmenbedingungen. So soll sich der Standort des Museums mit dem SteinZeitGarten auch künftig am jetzigen Standort oder in unmittelbarer Ortsnähe befinden. Ein Neubau beziehungsweise die Durchführung von baulichen Erweiterungen seien abhängig von Fördermitteln, heißt es. Die Museumsleitung wird beauftragt, konkrete Planungen für ein zukunftsträchtiges Konzept voranzutreiben, sowie den Kontakt zu einem geeigneten Planungsbüro herzustellen.
Grundsätzlicher
Plan steht
In den Planungen sollen Infrastruktur Eingang und Kassenbereich, Museumsshop, Möglichkeit einer Museumsgastronomie, vergrößerte Ausstellungsflächen und Erlebnisräume, Flächen für Sonderausstellungen, Museumspädagogik und Vorträge bevorzugt berücksichtigt werden. Des Weiteren ist die Personalplanung langfristig auszurichten und der Museumsbetrieb auch während der Umbauphasen zu gewährleisten.