„Ihr seid der Dünger, der den Gartenbauverein wachsen lässt“

von Redaktion

Gartenbauverein Erlstätt feiert in seiner Herbstversammlung sein 95-jähriges Bestehen und blickt zurück

Grabenstätt – „95 Jahre Gartenbauverein Erlstätt – das sind Jahrzehnte voller Engagement, Naturverbundenheit und Gemeinschaftssinn“, gratulierte die Vorsitzende des Kreisverbandes Traunstein für Gartenkultur und Landespflege, Birgit Furtner, den Erlstätter Gartlern bei deren Herbstversammlung im Gasthof Fliegl zum Jubiläum.

Furtner zufolge feiere man aber nicht nur die Jahre des Vereins, „sondern vor allem die vielen Hände und Herzen, die mitgeholfen haben, ihn zu diesem blühenden Ort zu machen“, der er heute sei. „Ihr seid sozusagen der Dünger, der den Gartenbauverein auch weiterhin wachsen lässt und stark macht“, wandte sich Furtner an die zahlreichen anwesenden Mitglieder und fügte an: „Ob Fledermaushaus-Bauen mit den Kindern, Baumschnittkurse, Gartenbesichtigungen, Versammlungen, Kräuterbuschenbinden, Radi-Essen und vieles mehr – bei Euch ist Leben im Garten und Leben im Verein“.

Auch die Tradition werde großgeschrieben. Immer stark vertreten seien die Erlstätter Gartler zudem bei Kreisverbands-Veranstaltungen, lobte Furtner und nannte exemplarisch deren Sauerkraut-Ausstellungsstand im Rahmen der letztjährigen Feierlichkeiten zum 120-jährigen Bestehen des Kreisverbandes. Furtner zufolge werde ein Verein, der die Menschen verbinde, immer wichtig bleiben. „Zudem werden die Menschen zukünftig mehr denn je Wert auf eine gesunde Ernährung und eine intakte Natur legen – und wer könnte das besser unterstützen als die Gartler?“, fragte die Kreisvorsitzende in die Runde.

„Seit fast 100 Jahren ist der Gartenbauverein Erlstätt in unserer Dorfgemeinschaft und übernimmt die Aufgabe, unsere Heimat zu verschönern und zu gestalten“, lobte Bürgermeister Gerhard Wirnshofer in seinem Grußwort. Auch bei den jährlichen Festen und Feiern in der Gemeinde seien die Gartler immer aktiv dabei und würden das Miteinander und den Zusammenhalt im Dorf fördern. All das Wissen und das Gespür über die Natur und die Werte von Tradition und Brauchtum würden langsam aber sicher verloren gehen, wenn es nicht Vereine wie den Gartenbauverein Erlstätt gäbe, lobte er dessen wichtige ehrenamtliche Arbeit. Ein Sonderlob verteilte das Gemeindeoberhaupt für die erfolgreiche Jugendarbeit, mit der man dem Nachwuchs früh den richtigen Umgang mit der Natur vermittle und insgeheim auch die Zukunft des Vereins sichere. Die Gemeinde unterstütze den Gartenbauverein auch dahinhingehend, dass er ihm wie anderen Ortsvereinen im frisch sanierten alten Erlstätter Schulhaus ein neues Zuhause zur Verfügung stelle. „Es kann schon bald bezogen werden,“ versprach Wirnshofer. Der Vorsitzenden Wirnshofer, die auch seine Ehefrau ist, übergab er ein Jubiläumskuvert. Jedes Vorstandsmitglied durfte sich zudem über eine Blume freuen.

Die Vorsitzende Angela Wirnshofer blickte vor ihrem Jahresbericht auf die Vereinshistorie zurück, die mit der Gründungsversammlung 1930 im Gasthof in Erlstätt begann. Der erste Vorsitzende war Michael Schützinger aus Vocking. Bereits 1936 hatte man 50 Mitglieder. Die ersten Vereinsjahre standen ganz im Zeichen des Obstbaus und dies setzte sich auch nach der Wiedergründung 1948 fort. „1949 wurden 120 Bäume neugepflanzt, 180 Bäume umveredelt“, so Wirnshofer.

In der Frühjahrsversammlung 1954 ist über die Auflösung des Vereins abgestimmt worden, doch zum Glück fand dies keine Mehrheit. Erst als Oberlehrer Reimund Richly, der später (ab 1972) auch dem Kreisverband vorstand, 1967 das Amt des Vorsitzenden übernommen hatte, kam wieder neues Leben in den Verein. 1984 erhielt Richly für seine Arbeit die „Goldene Rose“ als höchste Auszeichnung des Bayerischen Landesverbandes. Nach 30 Jahren trat er im Frühjahr 1997 als Erster Vorstand zurück und Alois Wimmer übernahm die Vereinsführung. Richly, der 2019 verstarb, wurde damals zum Ehrenvorstand ernannt. Wimmer übergab den Vorsitz 2011 an Angela Wirnshofer, die die Geschicke des Vereins bis heute erfolgreich lenkt. Abschließend erinnerte sie in ihrer Rückschau noch daran, dass man seit Juli vergangenen Jahres ein eingetragener Verein sei und 178 Mitglieder habe.

In ihrem Jahresbericht 2025 erinnerte Vereinsvorsitzende Wirnshofer an den gelungenen Lumpenball der Ortsvereine, das Palmbuschen-Binden, die informative Frühjahrsversammlung mit dem referierenden Bezirksvorsitzenden Michael Luckas („Garten und Wetter – Zeichen der Natur erkennen“), das gesellige und traditionsreiche Radi-Essen, die lohnenswerte Gartenbesichtigung („Gesundheitsgartl“) bei Barbara Spindler in Teisendorf, das Kinderprogramm „Fledermaushaus-Bauen aus Holz“ mit anschließender Führung durch die BN-Kreisvorsitzende Beate Rutkowski in Traunstein, das Kräuterbuschenbinden zu Mariä Himmelfahrt und den vom Verein wieder wunderschön gestalteten Erntedankaltar in der Erlstätter Kirche. „Das bestellte Kraut kann am 22. Oktober bei uns abgeholt werden“, so Wirnshofer. mmü

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