Priener Regatta der fairen Ruderer

von Redaktion

Spannende Auswertung bis zum Schluss – Viel Lob für die Veranstaltung

Prien – Rasch vergeben waren sie heuer, die begehrten 25 Startplätze der Chiemsee-Regatta des RVP Prien, und das bei immerhin elf Booten mehr als im vergangenen Jahr. Das damals für September ungewohnte Hochwasser war wohl die Ursache für diesen Unterschied, weshalb der 19. Prienathon als die Regatta der nassen Füße in die Vereinsgeschichte einging.

Heuer war zum Glück alles anders. Das Sommerfest konnte wie gewohnt im Bootshaus an der Stippelwerft gefeiert werden, Gummistiefel waren nirgends zu sehen und am sonnigen und warmen Regattatag bot der Massenstart von 25 Booten wieder ein imponierendes Schauspiel.

Der zwölf Kilometer lange Rundkurs um die drei Chiemsee-Inseln war bei wenig Wind und fast wellenlosem See ideal für die C-Gig-Doppelvierer mit Steuermann oder auch Steuerfrau. Richtung Süden, zur Südwest-Spitze der Herreninsel, richteten sich eine gute halbe Stunde nach dem Start die Ferngläser.

Am Zieleinlauf bei der Wasserwacht fragten sich Kampfrichter und neugierige Beobachter: Wer kommt als Erster ums Eck? Wer erkennt am schnellsten die Startnummer? Einig war man sich aber rasch, dass die Ersten einen ungewöhnlich großen Abstand zum nächsten Boot haben. „Mal sehen, ob sie den ersten Platz machen!“, das war die Frage, die nur Ruderer verstehen.

Für den Laien klingt sie völlig paradox, unter Ruderern steht sie dagegen für Fairness schlechthin. Denn an den Skulls der Doppelvierer, die ursprünglich mal als Wanderboote gedacht waren, schwitzen in der Regel als gemischte Besatzung Damen und Herren fast jeden Alters und das muss natürlich bei der Bewertung berücksichtigt werden. Ruderer aus Wels an der österreichischen Traun haben dafür das Welser-System erdacht, das für ein faires Ergebnis den Alters- und den Damen-Bonus eingeführt hat, damit es nach jeder Regatta dieser Art erst nach dem Zieleinlauf so richtig spannend wird. Und so fehlte den vier muskulösen Männern vom RC Vilshofen trotz ihres stolzen 15-Stundenkilometer-Schnitts bei der berechneten Zeit eine Minute auf Platz eins. Den errangen die vier vom Ruderverein Viking aus Bregenz, darunter zwei Damen, alle nicht mehr blutjung, dafür aber erfahrene Regatta-Ruderer vom Bodensee.

Zum ersten Mal dabei und gleich auf Platz drei gerudert, gelang den vier Herren vom Dresdner Ruderverein der dortigen TU mit der zweitschnellsten Zeit. Bleibt die Frage nach der Platzierung des RV Prien. Nur sechs Minuten langsamer als die schnellen Vilshofener und auf Platz fünf gelandet. Das konnte sich bei 25 Booten sehen lassen. Und über die Organisation des 20. Prienathon, diesmal war Saskia Halbach verantwortlich, hörte man rund ums Bootshaus vor und nach der Siegerehrung nur lobende Worte. re

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