von Redaktion

Ein Stromausfall legt vergangenen Dienstagmittag das Leben in Prien und auf der Herreninsel für mindestens 40 Minuten lahm. Rund 5000 Haushalte waren betroffen. Die Folgen waren vielfältig und teils kurios. Während Techniker fieberhaft nach der Ursache suchten, behalfen sich die Priener mit Notstrom und Barzahlung. Aber was war die Ursache?

Prien – Warmes Eis, Barzahlung, dunkle Räume, stumme Telefone, schwarze Bildschirme, kalter Kaffee und kein WLAN: Das waren einige der vielen Auswirkungen von aufregenden mindestens 40 Minuten am vergangenen Dienstagmittag.

Gespenstische
Szenen

5000 Haushalte hatten in Prien und auf der Herreninsel keinen Strom. Die Bayernwerke, für die Stromversorgung zuständig sind, gaben die genaue Zeit der „Versorgungsunterbrechung im Mittelspannungsnetz“ sogar von 12.13 bis 14.35 Uhr an – also deutlich länger, als von vielen erlebt.

Die Auswirkungen im Priener Zentrum waren groß und kurios, auch die Redaktion der Chiemgau-Zeitung war betroffen. In der Eisdiele Dotta wurde die kalte Ware schnell in den großen Kühlraum verfrachtet, die Vitrine stand leer. In der Padaria war die Kaffeemaschine stillgelegt, Pinsen konnten nicht im Ofen erwärmt werden. Die Suppe des Mittagsangebotes war gut aufgewärmt und konnte bar bezahlt werden. Gegenüber, in der Drogerie Müller, sperrten Einkaufswagen den Eingang ab, dahinter wirkte ein dunkles Geschäft gespenstisch und merkwürdig.

Im Priener Rathaus funktionierte immerhin die Notbeleuchtung, „in jedem Stockwerk bleibt eine Lampe an“, sagte Bürgermeister Andreas Friedrich. Er beschrieb die Situation wie folgt: „Plötzlich schalteten sich die PCs ab, das Licht ging aus. Wir waren gerade in einer Besprechung.“ Daraufhin wurde mehr oder weniger die Mittagspause eingeläutet, durch die Notstromversorgung konnte sich der Server kontrolliert herunterfahren, um Datenverluste zu verhindern. Gründe für die Ursache kannte Bürgermeister Andreas Friedrich rund eine Stunde nach dem Vorfall noch keine. Zwei Techniker der Bayernwerke waren schnell in Prien vor Ort und kümmerten sich um eine Lösung. Diese gelang auch recht zügig und kurz vor 14 Uhr fuhren die beiden weißen Autos der Bayernwerke wieder Richtung Autobahn ab. Noch ohne eine Fehlerquelle erkannt zu haben, wurden „durch sogenannte Zuschaltungen die von den Stromausfällen betroffenen Haushalte über andere Stromkreise voll versorgt“.

Entspannt zeigte sich ein Verkäufer im Bekleidungsgeschäft „amon“: Es sei zwar dunkel, aber dank dreier verschiedener mobiler Anbieter laufe das Kassensystem, auch Musik lief über einen mobilen Lautsprecher. Aufregung aufgrund des ungewohnten Ereignisses und der unklaren Lage gab es zwar, aber viele Menschen nutzten den Moment auch für eine kurze Entschleunigung des Alltags.

Kurzschluss
am Erdkabel

Am Wieninger Brauhaus ging alles spurlos vorüber: Dienstags ist dort Ruhetag. Dabei lag ein Schlüssel zur Problemlösung in einem Raum des Gebäudes: „Hochspannung Lebensgefahr“ steht in schwarzen Buchstaben auf einem gelben Warnhinweis auf einer unscheinbaren weißen Tür im Passagenbereich. Hier operierten die Bayernwerke-Techniker am Priener Stromnetz.

Am späten Abend, kurz vor 22.30 Uhr, kam vom Pressesprecher der Bayernwerke auch der Grund für den Stromausfall: „Die Ursache dafür ist nach bisherigen Erkenntnissen ein Kurzschluss an einem Erdkabel im Bereich der Beilhackstraße. Unsere Servicetechniker sind noch dabei, den genauen Fehlerort zu lokalisieren, um anschließend das Kabel wieder instand zu setzen.“

Blackout im Herzen von Prien

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