Seeon-Seebruck – „Wir wollen über den Winter sanieren, um für die nächste Saison gerüstet zu sein.“ Diese Aussage des Seeon-Seebrucker Ex-Bürgermeisters Bernd Ruth über eine zeitnahe Sanierung der Seebrucker Hafeninsel stammt vom August 2017. Schon damals hatte sich der Gemeinderat für eine Kernsanierung des Strandbad-Gebäudes ausgesprochen, um das Gesamtensemble Strandbad/Hafenwirt zu erhalten. Im damaligen Haushalt waren für das Sanierungsprojekt im Rahmen der Städtebauförderung bereits 450000 Euro eingestellt; ein Restbetrag sollte 2018 berücksichtigt werden.
Betrieb das
ganze Jahr über
Zudem sollte auf Vorschlag eines Architekten das „Juwel am Chiemsee“ besser genutzt werden und der gastronomische Bereich der Bevölkerung das ganze Jahr hindurch zugänglich gemacht werden. Keine Partymeile, aber ein attraktiver Winterbetrieb sollte es werden. In der Zwischenzeit hatte sich ein Bürgerrat mit der Gestaltung der Hafeninsel beschäftigt und mit dem Planungsbüro ein Maßnahmenkonzept erarbeitet, das laut Gemeinderatsbeschluss vom Juli 2023 auch weiterverfolgt werden sollte. Dieses Konzept sieht unter anderem eine Sanierung oder einen Neubau des Strandbadgebäudes zur ganzjährigen Nutzung vor, wobei der Gemeinderat den weitgehenden Erhalt des Ensembles favorisiert. Zur Beantragung möglicher Fördermittel ließ die Gemeinde bereits ein entsprechendes Raumkonzept ausarbeiten.
Vom „Planungsbüro Behringer“ wurden daraufhin Konzeptvorschläge zur Sanierung und gegebenenfalls Erweiterung des Strandbadgebäudes ausgearbeitet. Bei einem gemeinsamen Ortstermin im Juli dieses Jahres mit Vertretern des Gemeinderats und der Verwaltung wurden mehrere Varianten vorgestellt. Das Auswahlgremium hatte sich für die Konzeptvarianten zwei und drei ausgesprochen, die jetzt in der jüngsten Gemeinderatssitzung von Architekt Peter Behringer vorgestellt wurden. Es werden zwei Möglichkeiten vorgeschlagen. Entweder den Kiosk in das Hauptgebäude zu integrieren oder separat zu bauen. Im Hauptgebäude sollen künftig nur noch die Toiletten installiert werden. Den rund 370 Quadratmeter großen Raum des Hauptgebäudes auch außerhalb der Saison für größere Veranstaltungen zu nutzen, wurde von mehreren Räten begrüßt. Bürgermeister Martin Bartlweber (FW) warb für einen größeren Veranstaltungsraum: „Wir haben in Seebruck nichts Vergleichbares“, sagte er.
Die Vertreter der Grünen, Fabian Böck und Michaela Losbichler, sprachen sich für einen Kiosk im Gebäude aus. Es sollte zumindest die Möglichkeit gegeben sein, dass man „was warm machen kann“, räumte Böck ein. Gemeinderat Sepp Daxenberger (CSU), der sich über eine Ganzjahresnutzung skeptisch äußerte, zumal es noch kein konkretes Nutzungskonzept gebe, schlug vor, das geplante Projekt dem neuen Gemeinderat zu überlassen. Seine Bitte, „heute das Projekt nicht zu verabschieden“, wurde jedoch nicht erhört.
Bis zu den Kommunalwahlen im März 2026 zu warten, ist für Bartlweber keine Option: „Wir wollen möglichst viele Fördergelder abgreifen. Jetzt zu sagen, dass sich der neue Gemeinderat damit auseinandersetzen soll, würde bedeuten, dass die Diskussion von vorne losgeht. Wir müssen jetzt was machen, jetzt ist jeder Gemeinderat im Thema drin“, sagte Bartlweber. Er gehe davon aus, dass bis Ende des Jahres die Konzeption mit Kostenschätzung vorliegt.
Instandsetzung
oder Neubau?
Auch eine wirtschaftliche Gegenüberstellung Sanierung oder Neubau forderte der Gemeinderat in seinem einstimmig getroffenen Beschluss.