Fraueninsel – Das „Nein“ der Hauseigentümer auf der Fraueninsel zur gemeindlichen Solaranlagensatzung, die Ablehnung des Klosters, eine öffentliche Toilette auf dem eigenen Gelände zuzulassen, die Aufnahme der drei Königsschlösser in die Weltkulturerbeliste, Rückblick und Ausblick auf den Christkindlmarkt und die Beliebtheit der Insel bei Hochzeitern: Bürgermeister Armin Krämmer hatte bei der Bürgerversammlung 2025 einen ganzen Strauß an Themen im Gepäck, der dann auch bei dem einen oder anderen Thema längere und kontroverse Diskussionen lostrat.
Brautpaare
schätzen die Insel
126 Hochzeiter gaben sich auf der Fraueninsel im ablaufenden Jahr das „Ja-wort“, was beweise, wie beliebt die Insel bei den Brautpaaren sei, so der Bürgermeister. Aber auch fünf Sterbefälle habe es gegeben, mit Fred Madl auch eine Insulaner-Persönlichkeit, die kurz zuvor noch den 100. Geburtstag gefeiert habe. Krämmer erinnerte an die große Feier und erklärte: „Schön, dass er die noch erlebt hat“.
Dann schwenkte er zu den Themen der Kommunalverwaltung, zu den 191 Tagesordnungspunkten, die in insgesamt 13 Gemeinderatssitzungen abgehandelt worden seien. Er wies auf die fertige Sanierung des Kindergartens der Verwaltungsgemeinschaft auf dem Festland hin, die knapp 5,4 Millionen Euro gekostet habe. Derzeit besuche kein Insulaner-Kind den Kindergarten, 50 kämen aus Breitbrunn und 80 aus Gstadt. In der Grundschule würden drei Kinder von der Fraueninsel die Schulbank drücken, 38 seien in Breitbrunn Zuhause, über 40 in Gstadt.
Ein Aufreger sei die behördlich angeordnete Trinkwasser-Abkochverfügung gewesen und die damit einhergehende Chlorung. „Das war ein sportliches Thema, so kurz vor dem Christkindlmarkt“, fasste Krämmer zusammen. Über die Probleme durch das Auffinden eines spezifischen Keims in einer Trinkwasserprobe in der kommunalen Trinkwasserversorgung, die Fraueninsel ist dabei an Gstadt angeschlossen, berichtete die Chiemgau-Zeitung damals ausführlich. „Jetzt ist aber alles wieder OK“, unterstrich der Bürgermeister. Weniger „OK“ sei die „Fahrerflucht“ des Seglers gewesen, der mit seinem Segelboot den gerade erst fertig sanierten Südsteg der Gemeinde gerammt habe. „Das war schon ein grimmiger Schaden“, so Krämmer und die Gemeinde habe auch die Polizei eingeschaltet. Jetzt bleibe zu hoffen, dass der Verursacher, der ermittelt worden sei, „auch die Rechnung bezahlt“.
Das Parken der Insulaner am Fährdamm in Gstadt war dann eins jener Themen, welche eine hitzige Diskussion lostrat, denn: „Ärgerlich“ sei, dass die Gemeinde Strafen aufgrund von 40 Verstößen verhängen musste, erklärte Krämmer. „Wir machen da keine Ausnahme, denn wir brauchen die Plätze“ und er wies darauf hin, dass die „Pickerl 2026“ die Farbe Rot haben. Bei der Aussprache kochte dieses Thema dann ausführlich hoch (wir berichten gesondert).
Krämmer erinnerte dann an die eigene Informationsveranstaltung zur angedachten gemeindlichen Solaranlagen-Satzung und dem Ergebnis, dass „man die nicht will“. So das Echo aus der Veranstaltung. „Das Denkmalamt nimmt diesen Plan jetzt her, aber wir als Gemeinde führen wieder Einzelbewertungen durch“.
„Unter Dach und Fach“ seien die Planungen der Gemeinde bezüglich der öffentlichen Toiletten gewesen und „dann ist alles abgestürzt“, bedauerte Krämmer. „Öffentliche Toiletten wird es in der nächsten Zeit dort nicht geben“, denn „das Kloster will das jetzt nicht mehr“, so der Bürgermeister, der auch zu Bedenken gab, es „sehr schwer wird einen Ersatz zu finden“.
Wie berichtet, hatte die Gemeinde über viele Monate hinweg geplant, öffentliche Toiletten auf Klostergrund zu errichten. Doch die Klostergemeinschaft der Benediktinerinnen machte letztlich einen Rückzug. Bezüglich der Aufnahme der drei Königsschlösser Neuschwanstein, Linderhof und Herreninsel in die UNESCO-Welterbe-Liste konnte Konstantin Buchner, der Chef der Schloss- und Gartenverwaltung auf der Herreninsel „Entwarnung“ geben. Seiner Ansicht nach führe diese Aufnahme nicht zu „gewaltig größeren Besucherströmen“ auf der Fraueninsel, war sich Buchner sicher. Er sehe in der Aufnahme eher den Auftrag „das Schloss zu erhalten“ und „diesem Auftrag kommen wir gerne nach“.
Mit der geplanten Entschlammung in Gestadt sprach Krämmer ein weniger schönes, aber wichtiges Thema an. Er bedauerte, dass der ganze Vorlauf so lang dauere und die Gemeinde zwei Gutachten in Auftrag gegeben habe. „Das Muschel-Gutachten hat an die 2500 Euro gekostet und das Schlamm-Gutachten lag bei rund 1800 Euro“, sprach er die Kosten an und betonte, dass die Gemeinde noch in diesem Jahr mit der Entschlammung anfangen wolle.
Christkindlmarktaufbau
ab 28. Oktober
Krämmer ging auch auf die Planung des Christkindlmarktes 2025 ein, der mit dem Aufbau der ersten Hütten ab dem 28. Oktober erste Formen annehme. In seinem Rückblick zog er eine positive Bilanz, sprach aber gleichzeitig an, dass es nicht mehr Besucher werden sollten als 2024. Es werde auch heuer wieder den Tassen- und Bänderverkauf an den Standln geben und zudem sei ein weiterer Christbaum geplant.