Chiemgauer Trachtler bereiten Festivität zum 100-jährigen Bestehen vor

von Redaktion

Gauherbstversammlung in Hittenkirchen blickt auf ereignisreiches Jahr und Jubiläumspläne in Wildenwart

Hittenkirchen/Chiemgau – Das 99. Jahr war ein gutes Jahr für die 23 Trachtenvereine des Chiemgau-Alpenverbandes für Tracht und Sitte mit einem eindrucksvollen Gaufest in der Feldwies als Höhepunkt. Und 2026 soll als Jubiläumsjahr wieder etwas ganz Besonderes werden. Dies sowie die einvernehmlichen Neuwahlen des gesamten Gauausschusses, die Herausgabe einer umfangreichen Chronik, das nächstjährige Gaufest im Gründungsort Marquartstein sowie die Vergabe des Gaufestes 2028 an den Trachtenverein „Die lustigen Wildenwarter“ waren einige der Hauptpunkte der Gauherbstversammlung im voll besetzten Trachtenheim von Hittenkirchen.

„Das von Euch für die Zusammenkunft ausgesuchte Trachtenheim von Hittenkirchen ist heuer 50 Jahre alt geworden, es gehört ebenso wie der Ort Hittenkirchen zu den schönsten Plätzen in unserer Gemeinde“, so begrüßte Bernaus Bürgermeisterin Irene Biebl-Daiber die Trachtler. Zuvor erfolgte dies bereits durch den gastgebenden Trachtenvorsitzenden Christoph Kaufmann sowie volksmusikalisch vom „Osterhammer Dreiklang“.

Als neuer Vereinsvorsitzender stellte sich Alexander Seemann vom Trachtenverein „Chiemgauer“ München vor, aus dessen Reihen mit dem 93-jährigen Erich Hagner auch der älteste Versammlungsteilnehmer kam. Zustimmung erhielten die Berichte von Schriftführerin Michaela Nayder, von Kassier Klaus Weisser sowie von den Kassenprüfern Maria Höhne und Klaus Zeisberger.

Das abgelaufene und interessante Trachtenjahr spiegelte sich in den Spartenberichten wider. Für die aktiven Dirndl und Buam waren neben den Auftritten die Grundlagen zum Platteln, Drahn und Tanzen in Theorie und Praxis ein Schwerpunkt von Gauvorplattler Michael Memminger und Dirndlvertreterin Martina Huber. Diese erfreute zum Schluss ihrer Amtsausübung mit Gedicht und Gedanken zum Ehrenamt und zu dessen Freuden und Bürden. Jugendleiterin Monika Hiendl erinnerte an Auftritte der Gaujugendgruppe zum „Tag des Brauchtums“ in München sowie an insgesamt 18 Proben in den verschiedenen Vereins- und Trachtenheimen. Für das nächstjährige Landesjugendtrachtenfest, das am Samstag, 16. Mai, und am Sonntag, 17. Mai, beim Donaugau in Pfaffenhofen stattfindet, lud der stellvertretende Landesjugendvertreter Andreas Wachs vom Bayerischen Trachtenverband auch die Chiemgauer Trachtenvereine ein und sagte: „Wie zuletzt im Jahr 2007 in Altusried im Allgäu wollen wir wieder rund 5000 jugendliche Dirndl und Buam auf mehreren Bühnen und bei einem Festzug begrüßen, die Schirmherrschaft hat Bayerns Landtagspräsidentin Ilse Aigner übernommen.“

Bei seinem „Vergelt´s Gott“ erinnerte Gauvorsitzender Thomas Hiendl an das gute Miteinander mit den Paten-Gauen (Bayerischer Inngau und Altbayerisch-Schwäbischer Gauverband) und mit dem Nachbarn Gauverband I und sagte: „Ein Gaufest wie bei uns im Chiemgau ist kein Allerweltsfest. Es zeigt Werte, es ist wertvoll und es ist erhaltenswert. Da müssen wir bei allen Änderungen, Einflüssen und Ansprüchen aufpassen, dass es nicht wertlos wird.“ Das Jubiläumsjahr 2026 böte nach den Ausführungen des Gauvorsitzenden weitere Höhepunkte. Dazu gehörten die Präsentation der neuen Gauchronik am Freitag, 13. März, im Gasthaus Feldwies, die Trachtenwallfahrt nach Raiten am Donnerstag, 14. Mai, mit Kardinal Reinhard Marx, die Präsentation des Chiemgau-Alpenverbandes beim Trachtenmarkt in Greding am Samstag, 5., und Sonntag, 6. September, sowie eine starke Beteiligung aus allen Vereinen beim Trachten- und Schützenfestzug des Festrings München am Sonntag, 20. September. Einstimmig vergeben wurden für das nächste Jahr die Frühjahrsversammlung nach Höhenmoos und die Herbstversammlung nach Frasdorf.

Helmut Freund als Vorsitzender des Trachtenvereins Wildenwart bat im Beisein von Frasdorfs Bürgermeister Daniel Mair um Zustimmung für die Ausrichtung des Gaufestes 2028 und ergänzte: „Gerne wollen wir mit unserem Ehrenvorsitzenden Anderl Freund und einer jungen Vorstandschaft wie schon bislang fünfmal in unserer Vereinsgeschichte das dann 90. Gaufest vorbereiten und Euch einladen, wir wären geschickt.“ Die Abstimmung erfolgte ohne Gegenstimme, der Jubel bei der Wildenwarter Abordnung war groß. Ehe zum bevorstehenden Gauball am Freitag, 24. Oktober, nach Amerang eingeladen wurde, lud Gauvorstand Thomas Hiendl zur Diskussion ein. Dabei ging es dem ehemaligen Gauvorstand Michi Huber aus Rottau, dem Aktiven Lukas Entfellner aus Marquartstein und dem Atzinger Vorsitzenden Konrad Huber darum, eine Balance zu finden bei der Ausgestaltung von Veranstaltungen in Festzelten bei der Bar-Musik sowie bei eigenen Veranstaltungen und Zusammenkünften von Jugend und Aktiven.

Bartholomäus Irlinger aus Oberwössen empfahl, das von der Gemeinde Übersee ausgesprochene Angebot, einen Teil eines neuen Stadels für die Unterbringung von gaueigenen Sachen wie der Gaufestbühne nutzen zu können, in Anspruch zu nehmen.

Artikel 11 von 11