Seeon-Seebruck – Nachdem der Gemeinderat im März dieses Jahres beschlossen hat, für die Ortsfeuerwehr Seebruck eine Drehleiter anzuschaffen, hat sich die Verwaltung zwischenzeitlich über eine neue und gebrauchte Drehleiter erkundigt und gleichzeitig die Kosten gegenübergestellt. Eine gebrauchte, generalüberholte Leiter würde laut Markterkundung rund 447000 Euro kosten und eine neue rund eine Million Euro. Die neue Leiter würde vom Freistaat Bayern mit circa 300000 Euro gefördert. Für eine gebrauchte gäbe es keine Förderung. In der jüngsten Gemeinderatssitzung verständigte sich das Gremium mit großer Mehrheit für eine Neuanschaffung.
Die Vertreter der CSU, Sepp Daxenberger und Thomas Reitmaier, lehnten als einzige den Beschlussvorschlag ab. Daxenberger wiederholte seine Forderung vom März dieses Jahres, das Urteil der Gemeinde Bergen abzuwarten und dann erst eine Entscheidung zu treffen. Die Gemeinde Bergen hat gegen die Aufforderung des Landkreises, für die Gemeinde unverzüglich eine Drehleiter als Sofortmaßnahme zu beschaffen oder anzumieten, geklagt.
In Bergen scheint die Situation aber etwas anders zu sein als in Seebruck, weil dort laut Aussagen des Kreisbrandrats Christoph Grundner die Anhängeleiter defekt und außer Betrieb ist. Daxenbergers Antrag, abzuwarten, bis das Bergener Urteil rechtskräftig ist, wurde aber mehrheitlich abgelehnt.
Um auch an die höheren Gebäude problemlos heranzukommen – in Seebruck gibt es mehrere Gebäude mit einer Brüstungshöhe von acht Metern – hatte die Verwaltung die Anschaffung einer sogenannten DLK 23/12 mit Schwenkarm empfohlen. Der Arbeitskorb (Schwenkarm) ist direkt am Ende der Leiter angebracht und ermöglicht eine flexible Positionierung und rettet Menschen aus der Höhe.
Nach Angaben von Bürgermeister Martin Bartlweber (FW) habe der Kreisbrandrat die Gemeinde über eine eventuelle Sammelbestellung mit der Freiwilligen Feuerwehr Glonn informiert. Da es sich aber bei einer Sammelbestellung um exakt dasselbe Modell handeln muss, habe die Verwaltung die Glonner Kommandanten kontaktiert und die Präferenzen abgefragt. Diese stimmen mit den Vorstellungen der Neuanschaffung für die Seebrucker Ortsfeuerwehr überein.
Alfred Fiedler (FW) regte dazu an, vor diesem Hintergrund eine neue Drehleiter anzuschaffen und eine Sammelbestellung mit Glonn zu nutzen. Wie Bartlweber weiter ausführte, habe die Gemeinde auch ein positives Signal über eine Unterstützung von der Chiemgau-Stiftung erhalten.
Durch eine Sammelbestellung erhöht sich nach Angaben der Verwaltung der Festzuschuss um 30000 Euro, und es gibt gegebenenfalls Prozente beim Fahrzeugaufbau und geteilte Ausschreibungskosten. Bei einer Nutzungsdauer der Drehleiter von 29 Jahren rechnet man pro Jahr mit 4500 Euro Wartungskosten. Die Ausbildungskosten für die Mannschaft sind im Angebot inkludiert.Gabi Rasch