Seeon-Seebruck – Das Dach der Turnhalle des Sportvereins Seebruck-Ising muss dringend saniert werden. Die in die Jahre gekommene Dachkonstruktion und die Holzverschalung weisen laut einem zu Rate gezogenen Fachmann größere Schäden auf, was die Gebäudestruktur erheblich schädigen könnte.
Es sei immer wieder mit Wassereintritt zu rechnen, heißt es in einem Zuschuss-Antrag des SV an die Gemeinde Seeon-Seebruck. In der jüngsten Gemeinderatssitzung wurde der Antrag behandelt, aber dann vertagt.
Zeitliche
Verzögerung
Zweiter Bürgermeister Norbert Maier (FW) hatte angeregt, zu überprüfen, was eine energetische Sanierung des Dachstuhls kosten würde. Seinem Antrag wurde auch einstimmig stattgegeben. Mit einer damit verbundenen zeitlichen Verzögerung könnte der Verein leben, sagte Vorsitzender Christian Huber der Chiemgau Zeitung. „Heuer hätten wir es eh nicht mehr auf die Reihe gebracht“ , so Huber. Der SV hatte lediglich die Kosten für eine Ertüchtigung des Daches und der Holzverschalung eingeholt. Also ohne eine effiziente Dämmung.
Vor der Entscheidung, die Kosten für eine energetische Sanierung des Dachstuhls zu überprüfen, hatte Fabian Böck (Grüne) die Notwendigkeit der Sporthalle gegenübergestellt: „Wir brauchen die Halle, damit der Sportbetrieb im ganzen Gemeindegebiet funktioniert“, sagte Böck. Die Wichtigkeit von Vereinen in der Gesellschaft in der Gemeinde stellte auch sein Fraktionskollege Toni Maier heraus. Die Turnhalle werde nicht nur vom Sportverein genutzt, sondern auch von vielen anderen Vereinen, erklärte Maier.
Sepp Daxenberger und Franz Wörndl (CSU) erinnerten an die Gleichbehandlung von Vereinen, wenn es um eine Bezuschussung geht. Ihrer Meinung nach wäre ein Zuschuss von 40 Prozent gerechtfertigt.
Wie es in dem Antragschreiben des SV heißt, werde die über 40 Jahre alte Turnhalle mit einer Solaranlage auf dem Dach von verschiedenen Gymnastikgruppen, Fußballmannschaften, Kindergruppen, den Seeoner Goaßlschnalzern sowie vom Trachtenverein gut frequentiert. Auch diverse Gemeindeveranstaltungen fänden darin statt.
Leider musste man wiederholt Wassereintritt an verschiedenen Stellen des Daches feststellen. Erste kleinere Reparaturen hätten aber nur einen vorübergehenden Erfolg gebracht. Bei einer genauen Untersuchung des Dachstuhls habe ein ortsansässiger Zimmerermeister festgestellt, dass die komplette in die Jahre gekommene Dachkonstruktion, wie auch die Holzschalung, größere Schäden aufweisen. So sei immer wieder mit Wassereintritt zu rechnen, was letztlich die komplette Gebäudestruktur erheblich schädigen könnte.
Der SV hat sich auch bereits ein Kostengebot eines jungen heimischen Zimmereibetriebes eingeholt. Geprüft worden sei auch eine mögliche Nutzung des Daches mit einer PV-Anlage durch externe Betreiber. Eine PV-Anlage sei aber für einen externen Betreiber nicht wirtschaftlich, und für den Sportverein selber als Betreiber würde das die zu investierenden Kosten nochmals erheblich steigern.
Eigenleistung soll
Kosten sparen
Da der SV Seebruck-Ising die Kosten nicht alleine stemmen kann, wurde die Gemeinde um eine finanzielle Unterstützung gebeten. Von den Verbänden BFV und BLSV sind keine Zuschüsse zu erwarten. Um bei diesen Sportverbänden Zuschüsse abzugreifen, müssten die Mitgliedsbeiträge des Vereins von jetzt 60 Euro auf 120 Euro im Jahr angehoben werden. Das wolle der Verein aber nicht, hieß es.
Beim SV erhofft man sich auch durch Eigenleistungen einen bestimmten Betrag einzusparen.