Schleching – Was wäre der Ort ohne seine „Schlechinger Sänger“? Seit fast 65 Jahren sind sie eine feste Institution und weit über die Grenzen hinaus bekannt. Einer von den Sängern ist Hannes Prasser, der dieses Jahr seinen 80. Geburtstag feiert. Bürgermeister Loferer kam am Vormittag zum Gratulieren vorbei, und gemeinsam wurden mit den vielen anwesenden Gästen Erinnerungen ausgetauscht. Dabei ging es meist hoch her, und es wurde viel gelacht. Johannes Prasser wurde mit drei Geschwistern in Karlsbad geboren. Die Familie kam 1946 als Heimatvertriebene nach Schleching-Mühlau. Hier ging Hannes bis zur achten Klasse zur Schule und machte danach eine Lehre in Traunstein im Elektrogroßhandel.
1963 begann er bei Körting im Lohnbüro, entschied sich aber für eine zweite Ausbildung zum Bankkaufmann, die Hannes mit Kursen und Prüfungen absolvierte. 1968 begann er dann seine zweite berufliche Laufbahn bei der Sparkasse in Traunstein als Geschäftsleiter, die er bis zu seiner Rente 2006 ausübte.
In seiner Familie mit den Geschwistern wurde viel musiziert, die Mutter hat gern gesungen und Zither gespielt. Die Kinder haben Klavier gelernt. Seine „Karriere“ als Sänger begann 1961 gemeinsam mit seinem Schulfreund Sebald Bachmann bei einem ersten Auftritt auf dem Schlechinger Heimatabend. Das war erfolgreich und brachte ein paar wenige Mark ins Portemonnaie. Die Liebe für Gesangsdarbietungen war geboren und blieb bei beiden Sängern bis heute bestehen. Später kamen zu dem Duo noch Martin Sabold und Konrad Anner als Sänger dazu, beide sind leider verstorben. Heute treten Hannes und Sebald wieder als Duo bei vielen Anlässen auf. Auch beim Kirchenchor ist der Jubilar seit 40 Jahren aktiv, zur Freude von Chorleiterin Maria Blank.
Eine weitere Leidenschaft von Hannes Prasser war der Skisport. Seit 1970 amtierte er als Kassier und war auch 15 Jahre als Erster Vorstand im Schlechinger Skiclub aktiv. Er hat während seiner Amtszeit viele Skirennen organisiert, für die deutschen und bayerischen Meisterschaften, die hessische Landesmeisterschaft, die bayerischen Lehrermeisterschaften, die AOK Bayern und für große Firmen. Fast jedes Wochenende waren 200 Teilnehmer auf der Piste, die betreut und gemanagt werden mussten. Das Skifahren hat er schon in der Schule gelernt, wo einmal wöchentlich ein Skirennen an der Geigelsteinbahn veranstaltet wurde.
Heute liegt ihm der Skisport für die Kinder und Jugendlichen sehr am Herzen. Vor 20 Jahren hat Hannes Prasser den Steinrückenlift in Ettenhausen im Namen vom Skiclub übernommen. Dort können die Kinder gut im Ort Skifahren lernen. Gemeinsam mit Alois Steiner und weiteren 16 Ehrenamtlichen und den Eltern der Kinder wird der Skilift jeden Winter montiert und jeden Tag bei Schnee in Schwung gehalten. Hannes Prasser ist Ehrenvorsitzender im Skiclub Schleching und oft wird er um seine fachliche Beratung gebeten.
Überhaupt, wenn etwas im Ort los ist, findet man Hannes Prasser immer beim Helfen, ob für ein Dorffest etwas auf- oder abgebaut werden muss, oder als die alte Orgel abgebaut werden musste, immer ist er mit Rat und Tat zur Stelle.
Beim Trachtenverein hat er seine Christl vom Hoaderhof als aktives Trachtendirndl kennengelernt, 1976 wurde geheiratet. In der Ehe wurden drei Mädchen geboren, heute ist Hannes Prasser stolz auf seine sieben Enkelkinder zwischen vier und 17 Jahren.
Beim Schlechinger Trachtenverein d’Gamsgebirgler war er in der Vorstandschaft und zehn Jahre als Vorplattler. 1995 organisierte Hannes das Jubiläums-Trachtenfest als Festleiter.
Fast hätte er es vergessen, dass er auch 20 Jahre bei der Bergwacht aktiv war, besonders im Winter hatte er durch den Skiclub viele Einsätze als Bergwachtler.
Bei der Theatergruppe war er ebenfalls als aktives Mitglied auf der Bühne. „Meist habe ich einen Liebhaber gespielt“, erzählt er schmunzelnd. Jetzt macht er noch die Kassenführung in der Theatergruppe. Kassenprüfer ist er bei vielen Vereinen, als Bankkaufmann auch besonders geeignet dafür.
Der Jubilar wurde für zwei Amtsperioden in den Gemeinderat gewählt, jeweils sechs Jahre, eine Zeit unter dem Bürgermeister Josef Wehweck und eine Periode unter Leo Bachmann.
Außerdem war Hannes Prasser auch noch für sechs Jahre in der Kirchenverwaltung und war beschäftigt mit der momentanen Renovierung des Kirchendaches und dem Ausbau der alten Orgel. Für die neue Orgel muss immer noch gespendet werden, und so hat der Jubilar ein Sparschwein auf den Geburtstagstisch gestellt für weitere Orgelzuwendungen.
Am Geburtstag kamen über den Tag verteilt viele Weggefährten und natürlich seine Familie, die alle in der Nähe wohnen, vorbei, und der besondere Tag wurde gebührend gefeiert. wun