Grabenstätt – Die Abrissarbeiten am früheren Gasthof zur Post haben nach einigen Verzögerungen begonnen und werden voraussichtlich in rund zwei Wochen abgeschlossen sein. Das seit 2017 leer stehende, ortsbildprägende Gebäude am Grabenstätter Marktplatz war 2021 von der Grassauer Immobilienfirma Wohnlinie GmbH von der Rosenheimer Brauerei Flötzinger gekauft worden.
Nur kleine
Balkone vorgesehen
Nach Abschluss der Abbrucharbeiten soll dort in Absprache mit der Gemeinde und der Bauaufsichtsbehörde ein Neubau mit ähnlicher Kubatur entstehen. Laut den Planungen sind im Erdgeschoss zwei Gewerbeeinheiten mit 200 beziehungsweise 70 Quadratmetern vorgesehen, und in den beiden Obergeschossen sollen elf 50 bis 100 Quadratmeter große Wohneinheiten unterkommen, sieben im ersten und vier im zweiten Obergeschoss.
Um den Charakter des historischen Gebäudes – es ist nach dem ersten Dorfbrand 1834 etwas versetzt wieder aufgebaut worden, sodass der Marktplatz entstehen konnte – so gut wie möglich zu erhalten, wird man die Wohnungen nur mit kleinen Balkonen versehen. An der Ostseite wird es gar keine Balkone geben. Auch die charakteristischen Gauben und das große Rundtor im Nordwesten sollen Teil des neuen Gebäudes sein. Vorgesehen ist zudem ein öffentlicher Durchgang durch das Gebäude und öffentliche Toiletten an dessen Ostseite. Der Zugang zur Kirche bleibt auf jeden Fall barrierefrei.
„Wir sind froh, dass es mit den Rückbauarbeiten nun endlich losgeht und bald die Neubaumaßnahme in Angriff genommen werden kann“, freut sich Bürgermeister Gerhard Wirnshofer. Der Abriss und anschließende Neubau mit darin angedachten Gewerbeeinheiten und Wohnungen sei ein wichtiger Beitrag zur angestrebten Belebung des Marktplatzes.
Mit dem früheren Edeka Huber, der alteingesessenen Metzgerei Kaiser und dem seit heuer auf unbestimmte Zeit geschlossenen Gasthof „Grabenstätter Hof“ hat der Marktplatz in den vergangenen Jahren bekanntlich weitere besucherträchtige Anlaufstellen und Orte der Begegnung und Kommunikation eingebüßt. Rathauschef Wirnshofer und dessen Gemeinderat sind sich dessen bewusst und haben sich schon vor einiger Zeit die Belebung des Grabenstätter Ortsmittelpunkts auf die Fahnen geschrieben.
Attraktionen
für die Ortsmitte
So hat die Gemeinde 2020 die alten Edeka-Räumlichkeiten gekauft, wo sich seit 2022 im Erdgeschoss die längst weithin bekannte SK Confiserie und Weinbar „Am Platzl“ befindet. Auch mit der heuer zusammen mit dem Verkehrsverein erstmals durchgeführten sommerlichen Konzert-Veranstaltungsreihe „Zamm kemma“ wurde dem Marktplatz neues Leben eingehaucht. Da sie von den Bürgern und Urlaubern so gut angenommen worden ist, wird man sie 2026 fortsetzen. Nicht zu vergessen sind hier auch die drei jährlichen Bauernmärkte sowie der Maimarkt und Herbstmarkt, die auch heuer als Attraktionen viele Besucher angezogen haben.
Trotz allem gibt es in Sachen Marktplatz-Belebung, die auch von der Bürgerschaft immer wieder gefordert wurde, noch viel zu tun, darin sind sich alle einig.