Prien – Eine große Trauergemeinde fand sich in der Priener Pfarrkirche „Mariä Himmelfahrt“ ein, als der Trauergottesdienst für Gerhart Kohn aus Prien gefeiert wurde. Gerhart Kohn verstarb nach längerer Krankheit in seinem Priener Zuhause, gut umsorgt von seiner Familie sowie von Pflegepersonal und Freunden. Über 40 Jahre war der Verstorbene im Priener Rathaus beschäftigt.
Sohn Richard Kohn erinnerte beim Gottesdienst an seinen Vater, der in Rosenheim zur Welt kam, dort eine glückliche Kindheit und erste Naturkontakte hatte und daran, dass er bei einem Tanzkurs seine spätere Frau Helga kennenlernte. Nach seiner Ausbildung als Regierungsinspektoranwärter am Landratsamt Bad Aibling zog er mit seiner Familie nach Prien. Glück, Erfüllung und Ruhe fand Gerhart Kohn in seinen Bergen bei zum Teil sehr anspruchsvollen Klettertouren, aber auch in seinem liebevoll gepflegten Obst- und Gemüsegarten sowie als leidenschaftlicher Hobbykoch.
Darüber hinaus waren ihm die klassische Musik und der Glaube wichtig, dazu ergänzte Pater Livio: „Gerhart Kohn war ein Beispiel und Vorbild für jemanden, der ein Gefühl für Menschen hatte, der das Leben mit Freude annahm, der sich für die Kirche engagierte und der die Schönheit Gottes in der Stille und Kraft der Natur entdeckte“. Für die Marktgemeinde Prien dankte Bürgermeister Andreas Friedrich am offenen Grab auf dem Priener Friedhof für seine langjährigen Tätigkeiten in der Bauverwaltung und zuletzt dann in der Steuerstelle.
„Er galt als verlässlicher, gewissenhafter und hilfsbereiter Mitarbeiter, der seine Aufgaben mit großem Pflichtbewusstsein und mit viel Fachkenntnis erfüllte. Seine ruhige Art, seine Genauigkeit und sein freundliches Wesen prägten die Zusammenarbeit – und machten ihn bei Kolleginnen und Kollegen ebenso geschätzt wie bei den Bürgerinnen und Bürgern“, sprach Bürgermeister Friedrich.
Gerhart Kohn war Mitbegründer des Chiemgau-Orchesters. In seiner über 40-jährigen Mitgliedschaft in diesem Klangkörper lagen ihm die Vorstandsaufgaben, der Nachwuchs, seine Aktivitäten bei Streichquartetten und Streichtrios und die Besuche von klassischen Konzerten mit seiner Frau Helga am Herzen. Mitglieder des Chiemgau-Orchesters sorgten zusammen mit Orgelweisen für die musikalische Gestaltung der Trauerfeier, Gerhard Höfer spielte zudem mit seinem „Vogelhorn“, einem besonders gebauten Alphorn, auf dem Friedhof Abschiedsweisen für einen weltoffenen Familienvater, der gerne musizierte und bis zum 80. Geburtstag viel mit dem Rad und in den Bergen unterwegs war. Erfreuen konnte er sich noch an der diamantenen Hochzeit mit seiner Frau Helga und an gemeinsamen Unternehmungen mit Sohn, Schwiegertochter sowie Enkelin und deren Ehemann als zugewonnenem Enkel.hö